Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ hilft beim Melden rechtswidriger Inhalte im Netz
LINZ. Hasskommentare, erfundene Behauptungen und die Veröffentlichung privater Daten gehören zu den Formen digitaler Gewalt, die junge Menschen treffen können. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich (KiJA OÖ) hat seit April rund 70 als rechtswidrig eingestufte Online-Inhalte an die Betreiber der jeweiligen Plattformen gemeldet. Als anerkannter „Trusted Flagger“, also vertrauenswürdiger Hinweisgeber, unterstützt sie Betroffene und bietet kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung.

Als anerkannter „Trusted Flagger“, also vertrauenswürdiger Hinweisgeber, meldet die Kinder- und Jugendanwaltschaft rechtswidrige Inhalte direkt an Online-Plattformen. Grundlage ist das europäische Gesetz über digitale Dienste. Betroffene erhalten kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung. Die gemeldeten Fälle reichen von öffentlichen Bloßstellungen mit erfundenen Behauptungen und der Veröffentlichung privater Daten bis zu Erpressungsversuchen und Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs.
„Unser Auftrag ist es, Kinder und Jugendliche dort zu schützen, wo sie sich aufhalten – und das ist heute ganz klar auch der digitale Raum“, sagt Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger.
Herausforderungen beim Melden und Löschen
Die Arbeit stößt jedoch an Grenzen: Gelöschte Inhalte können auf anderen Profilen erneut auftauchen. Werden sie in privaten Chats verbreitet, sind sie für die Meldestelle häufig nicht zugänglich. Strafrechtlich relevante Fälle werden auch an zuständige Stellen weitergegeben.
„Die Gefahren im Internet entwickeln sich schneller, als rechtliche Regelungen Schritt halten können“, sagt KiJA-Juristin Barbara Zinhobler. Junge Menschen bräuchten deshalb Medienkompetenz sowie verlässliche Ansprechpersonen, wenn sie mit belastenden Inhalten konfrontiert werden.
Orientierung und Unterstützung im Netz
Neben der Beratung bietet die KiJA OÖ den neuen Workshop „Alles fake? – Medienkompetenz als digitales Kinderrecht“ an. Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren lernen dabei, Falschnachrichten, verdeckte Werbung und durch künstliche Intelligenz erzeugte Inhalte zu erkennen und kritisch einzuordnen.
Der neue Plakat-Folder „Gemeinsam stark gegen digitale Gewalt“ enthält Informationen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umgang mit digitalen Übergriffen sowie zu Unterstützungsangeboten. Er ist unter https://www.kija-ooe.at abrufbar
Verlässliche Beziehungen als Schutz
KiJA OÖ-Präventionsstellenleiterin Doris Bonifarth spricht sich für eine engere Zusammenarbeit von Schulen, Jugendhilfe, Polizei und Fachstellen aus, um junge Menschen vor digitaler Gewalt zu schützen. Auch Plattformbetreiber seien gefordert, gegen rechtswidrige Inhalte vorzugehen.
Dabei gehe es auch darum, jungen Menschen konkrete Hilfe zu bieten. Sie bräuchten im Internet neben Medienkompetenz verlässliche Ansprechpersonen. Die Kriminalprävention arbeitet dafür mit diesen Einrichtungen zusammen. So könnten Risiken früh erkannt und Betroffene unterstützt werden. Wer seine Grenzen, Rechte und Hilfsangebote kenne, könne Übergriffe besser erkennen und Hilfe suchen.
Wie wichtig dabei vertrauensvolle Beziehungen sind, betont Chefinspektorin Kerstin Matschiner von der Kriminalprävention der Landespolizeidirektion Oberösterreich: „Kinder und Jugendliche, die sich gesehen, gehört und ernst genommen fühlen, sind weniger anfällig für extreme Einflüsse. Sie brauchen uns als Verbündete und nicht als Gegner. Beziehung ist der beste Schutz!“
Weitere Informationen zur Tätigkeit der KiJA OÖ unter: www.kija-ooe.at








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