Ausbau der Medizinischen Fakultät in Gefahr: JKU fordert zusätzliche 50 Millionen Euro
LINZ. Der weitere Ausbau der Medizinischen Fakultät der JKU ist nach Angaben der Universität durch das geplante Sparbudget gefährdet. Es brauche für 2029 und 2030 zusätzlich 50 Millionen Euro vom Bund. Ohne Finanzierungszusage stünden die jährlich 330 Studienplätze am Spiel.

Die bisherige Finanzierungsvereinbarung für die Linzer Medizinische Fakultät läuft Ende 2028 aus. Wie es danach weitergeht, ist finanziell noch offen. Die Inhalte der zweiten Aufbauphase seien bereits 2025 mit dem Wissenschaftsministerium ausgehandelt worden. Eine verbindliche Zusage für die notwendigen Mittel fehle aber bisher.
Für die nächste Periode - 2029 und 2030 - brauche es zusätzliche Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro. JKU und Kepler Universitätsklinikum fordern dafür eine frühzeitige, verbindliche und zweckgebundene Finanzierungszusage des Bundes über einen eigenen Sonderfinanzierungspfad.
„Die dafür erforderlichen Mittel dürfen dabei nicht zulasten des regulären JKU Budgets oder anderer Fakultäten gehen“, sagt JKU-Rektor Stefan Koch.
Vier weitere Lehrstühle geplant
Die Finanzierung betrifft auch das Kepler Universitätsklinikum. Seine Universitätskliniken verbinden die medizinische Versorgung mit Forschung und Lehre. Gemeinsam mit der JKU wurden bisher 16 klinische Lehrstühle aufgebaut. Bis 2039 sollen insgesamt 35 Abteilungen universitär besetzt sein.
Für 2029 und 2030 sind zudem vier weitere Lehrstühle, darunter etwa die Kinderherzchirurgie, und rund 50 zusätzliche Stellen für medizinisches Fachpersonal geplant. Dazu zählen Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter medizinisch-therapeutisch-diagnostischer Gesundheitsberufe.
Ein neues Karrieremodell soll Ärzten zudem ermöglichen, innerhalb ihrer Dienstzeit zu forschen und zu lehren. Damit sollen Behandlung, Forschung und Ausbildung stärker verbunden werden.
„Eine zweite Aufbauphase nach 2028 ist dringend notwendig, damit sich die Medizinische Fakultät Linz als wettbewerbsfähige universitäre Einrichtung weiterentwickeln kann“, betont Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin und Dekanin der Medizinischen Fakultät.
Medizinischer Nachwuchs für Oberösterreich
Innerhalb von zwölf Jahren stieg die Zahl der jährlichen Studienplätze in Linz von 60 auf 330. Derzeit schließen laut Bernd Lamprecht, Dekan für Lehre der Medizinischen Fakultät, rund 200 Studenten pro Jahr ihr Medizinstudium ab. „Etwa 75 Prozent von ihnen beginnen ihre ärztliche Ausbildung in Oberösterreich und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der regionalen Gesundheitsversorgung“, so Lamprecht.
Auch Patienten profitieren von der Zusammenarbeit zwischen Fakultät und Klinikum. Klinische Studien ermöglichen ihnen den Zugang zu neuen Therapieansätzen. Eine gesicherte Finanzierung soll helfen, qualifizierte Ärzte am Standort zu halten und Forschungsprojekte fortzuführen.
Zusage des Bundes gefordert
Klinikum-Geschäftsführer Meinhard Lukas sieht den Bund in der Pflicht: „Nach der mehr als großzügigen Anschubfinanzierung der Medizinischen Fakultät durch das Land Oberösterreich, muss jetzt endlich der Bund seiner gesetzlichen Finanzierungsverantwortung für die medizinische Lehre und Forschung in Oberösterreich zur Gänze gerecht werden.“
Bisher wird die Linzer Medizinische Fakultät über eine eigene Vereinbarung zwischen Bund und Land finanziert. Anders als die Medizinischen Universitäten Wien, Innsbruck und Graz ist sie damit unabhängig vom Globalbudget der öffentlichen Universitäten.
Das Regierungsprogramm hält fest: „Die Medizinische Fakultät Linz soll – nach Auslaufen der 15a-Vereinbarung 2028 – weiterbestehen und nach inhaltlicher Bewertung der Evaluierung weiterentwickelt werden.“
JKU und Kepler Universitätsklinikum verlangen nun eine frühzeitige und verbindliche Finanzierungszusage. Sie soll den geplanten Ausbau absichern, ohne die anderen Fakultäten der JKU finanziell zu belasten.








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