„Mit der Krebsdiagnose ist für uns eine Welt zusammengebrochen“

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Valerie Himmelbauer Valerie Himmelbauer, Tips Redaktion, 03.01.2017 09:38 Uhr

Linz/Rottenegg. 250 Kinder jährlich erkranken in Österreich an Krebs, 40 bis 50 in OÖ. Die Mühlviertlerin Martina K. musste sich im vergangenen Jahr dem Schicksal stellen, Mutter einer krebskranken Tochter zu sein. Die OÖ. Kinderkrebshilfe stand mit viel Unterstützung und dem neuen Externen Onkologischen Pflegedienst während dieser schweren Zeit zur Seite.

Nach einem Zufallsbefund, im Alter von nur eineinhalb Jahren, wurde bei Martina K.s Tochter Nierenkrebs festgestellt. Genau ein ganzes Jahr, 100 stationäre Tage im Krankenhaus und viele tagesklinische Aufenthalte liegen bereits hinter der Jungfamilie: „Ihr Kind hat Krebs. So eine Diagnose möchte kein Elternteil jemals aus dem Mund eines Arztes hören. Für uns ist in diesem Moment eine Welt zusammengebrochen. Unser Kind – gerade mal eineinhalb Jahre alt – hat Krebs. Wie soll es jetzt weitergehen?“, blickt Martina K. auf die wohl schwerste Zeit in ihrem Leben zurück.

Schocknachricht

Nach der Schockdiagnose folgte der Kampf gegen die heimtückische Krankheit: Vier Operationen, 14 Bestrahlungen und zwölf Chemotherapie-Blöcke im Zeitraum von einem langen und sorgenreichen Jahr liegen hinter der dreiköpfigen Familie. Was schon für einen Erwachsenen eine unvorstellbar schwere Zeit sein muss, wirkt für ein Kleinkind beinahe unmöglich und auch für die Eltern stellt die Krankheit einen Kraftakt dar, den man nur schwer in Worte fassen oder nachvollziehen kann. „Der Behandlungsmarathon begann. Man fährt zur Bestrahlung, dann wieder zu Chemoblöcken, zu bildgebenden Untersuchungen. Und fast jeden zweiten Tag sollen zwischen Chemoblöcken eine Blutkontrolle und Routineuntersuchungen durchgeführt werden. Da kann man sich natürlich vorstellen, dass das richtig anstrengend ist, einerseits für die kleinen Patienten, genauso aber auch für die Eltern, die die Kinder motivieren sollen, so oft im Krankenhaus zu sein, zusätzlich zu den zahlreichen stationären Aufenthalten“, fasst die 34-Jährige zusammen.

Unterstützung von außen

„Ein Berufsleben ist für eine Mutter in dieser Situation fast unmöglich, denn Beruf und Betreuung des kranken Kindes sind kaum unter einen Hut zu bringen und geht eigentlich nicht. In anderen Familien sind häufig auch noch Geschwisterkinder zu betreuen“, erzählt die medizintechnische Fachkraft. Unterstützend stand die OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe Martina K. und ihrer Familie mit Rat und Tat und finanzieller Hilfe zur Seite. Um auch mal Kraft zu tanken und Zeit außerhalb des Krankenhauses verbringen zu können, wurde der Externe Onkologische Pflegedienst (EOP) der OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe ins Leben gerufen. Er stellt eine optimale Ergänzung zum derzeitigen Behandlungsangebot dar und ermöglicht den betroffenen Familien, Qualitätszeit im eigenen Zuhause zu verbringen. Oberösterreichs Kinder-Krebspatienten profitieren seit Februar 2016 durch die Kooperation der Onkologischen Station des Kepler Universitätsklinikum Linz und der Oberösterreichischen Kinder-Krebs-Hilfe vom EOP. Die Kosten für diesen Pflegedienst werden von der OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe übernommen. „Dieser Dienst ist aus Sicht von betroffenen Eltern wie uns das Beste, was Familien in unserer Situation passieren kann“, ist Martina K. sicher.

Großartiges Engagement

Welche Patienten dafür in Frage kommen und welche Maßnahmen durchzuführen sind entscheiden die Onkologischen Fachärzte. Ausschlaggebend sind neben den medizinischen Kriterien auch die Art der durchzuführenden Behandlungsmaßnahmen und die sozialen Rahmenbedingungen. „Der EOP erspart Anfahrtsweg, Wartezeit und das Infektionsrisiko sinkt durch die Behandlung in den eigenen vier Wänden. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, mich im Namen aller betroffenen Eltern ganz herzlich bei dem enormen Engagement der hervorragenden Pflegekräfte, Ärzte sowie der OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe für diesen wundervollen Dienst zu bedanken. Danke, dass ihr uns so entlastet habt und somit auch mal ein paar Tage ohne Krankenhaus möglich waren. Dies steigerte natürlich das Wohlbefinden unserer erkrankten Tochter und auch von uns Eltern“, ist Martina K. dankbar für die Hilfe. „Ich hoffe, dass dieser Dienst weiter bestehen und eventuell auch ausgebaut werden kann und noch mehr erkrankte Kinder davon profitieren können. Eine Spende an die OÖ. Kinder-Krebs-Hilfe würde sehr viel Gutes für unsere kranken Lieblinge bewirken.“

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