Pflegesymposion in Linz mit App für Angehörige
LINZ. Eine App für pflegende Angehörige, um die Organisation zu erleichtern, und ein Test, der die individuelle Wirksamkeit von Medikamenten feststellt, sind zwei Aspekte des Symposions „Das neue Alt“ anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Freitag im Ordensklinikum Linz. Neue Ansätze in der Betreuung wurden heute in einer Pressekonferenz in Linz vorgestellt.

Ziel des Symposions ist es auch, über den Tellerrand zu blicken und Berufsgruppen zu vernetzen. Ein neues Werkzeug schon in der Diagnose stellte Wolfgang Ibrom, Leiter der Krankenhausapotheke, vor: Ein Test aus der Pharmakogenetik sagt mittels molekularer Diagnostik vorher, wie eine Arznei wirkt und wie verträglich sie ist. Das wird sinnvoll, sobald man Medikamente braucht. Durchgeführt wird der Test mittels Schleimhautprobe. Eine einmalige Auswertung auf bestimmte Medikamente kostet 200 Euro, eine umfassende 550 Euro.
Neuer Test soll schon vorher zeigen können, ob ein Medikament wirkt
Das nach etwa zehn Tagen vorliegende Ergebnis bleibt lebenslang gültig. Der Nutzen besteht in einer besseren Dosisanpassung, um Nebenwirkungen zu lindern, der schnelleren Dosisfindung, einer Vermeidung und Verringerung von Folgeschäden sowie tödlicher Nebenwirkungen. Der Test bewirkte schon, dass Medikamente - mangels Wirksamkeit - vom Markt genommen wurden, so Ibrom. Zertifizierte Mediziner und Pharmazeuten dürfen testen, in Linz seien dies drei Apotheken, so Ibrom.
App soll helfen, private Hilfe besser zu koordinieren
Die Pflege müsse sich selbst neu organisieren, dazu „werden wir die Unterstützung anderer Berufsgruppen brauchen, um die Patienten zu befähigen, am Heilungsprozess positiv mitzuwirken, um die Angehörigen dabei zu unterstützen, dass sie bei der Betreuung von zu Pflegenden besser zurecht kommen“, betonte die stellvertretende Pflegedirektorin Berta Reiter. Dazu dient die App „youtoo“, die Michael Matzner als pflegender Sohn entwickelt hat. Mittels einer „helpgroup“ gelingt es, private Hilfe besser zu koordinieren und planbarer zu machen. Ein gekoppeltes e-learning-Angebot gibt zielgenaue Unterstützung.Die Elisabethinen werden mit „youtoo“ kooperieren, so Pressesprecher Günther Kolb, gerade im Bereich der Überleitungspflege.
Menschen wollen zuhause alt werden, betreut von Familienangehörigen
„Wir müssen erkennen, dass es andere Wege braucht als jene, die bisher eingeschlagen wurden“, sagte Pflegedirektorin Regina Kickingereder. Man habe herausgefunden, dass Menschen sich drei Dinge wünschen: in der häuslichen Umgebung alt werden, betreut von Familienangehörigen, und wenn ein Krankenhausaufenthalt nötig ist, dann so kurz wie möglich. Die Pflege sei gefordert, Know-how einzubringen, aber die Menschen müssten auch Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. „Der zukünftige ältere Mensch ist mündiger“, betonte Kickingereder.
„Pflegesimulator“: Neue Wege in der Ausbildung
In der Ausbildung werden mit dem Pflegesimulator „Nursing Anne“ bereits neue Wege beschritten, so Gudrun Mörzinger, die Leiterin der Pflegewerkstatt. Auszubildende werden so realitätsnah mit Herausforderungen aus der täglichen Arbeit konfrontiert und lernen das „Tun üben“, ohne dass ein Patient Schaden nimmt. Das diene der Sicherheit der Patienten und einem guten Teamwork.


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