Arten des Jahres 2019: Vorhang auf für Wildkatze, Feldlerche & Co.

Arten des Jahres 2019: Vorhang auf für Wildkatze, Feldlerche & Co.

Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 05.01.2019 09:25 Uhr

Auch heuer wieder präsentiert der Naturschutzbund die Liste der Arten des Jahres für Österreich. Mit dabei sind wieder etliche Arten, die neugierig machen, wie die Ameisenspringspinne oder der bunt-exotische Bergmolch. Mit dem Edelkrebs und der Wildkatze haben es auch zwei extrem bedrohte Arten aufs Podest geschafft.

Wildkatze ist Tier des Jahres

Der Naturschutzbund hat die Europäische Wildkatze zum Tier des Jahres 2019 für Österreich gewählt. Sie ist eine der seltensten heimischen Säugetierarten. Ursprünglich im Großteil Europas beheimatet, findet man heute nur noch aufgesplitterte Restvorkommen in den Nachbarländern. Auch in Österreich gab es noch bis in die 1950er Jahre Wildkatzen, bevor sie aus den heimischen Wäldern verschwanden. Seither gelingen nur mehr vereinzelt Nachweise. Deshalb heftet sich der Naturschutzbund seit 2008 an die Fersen des versteckt lebenden Tieres und sammelt über die Koordinations- und Meldestelle seit 2009 sämtliche Hinweise zu Wildkatzen.

Vogel des Jahres: die Feldlerche

Die Feldlerche wurde von Birdlife Österreich zum Vogel des Jahres 2019 gewählt. Damit folgt auf den Star, Vogel des Jahres 2018, ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft. Diese Auswahl steht in direktem Zusammenhang mit der Forderung nach einer grundlegenden Änderung der europäischen Agrarpolitik. Denn der Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen häufigen Vogels ist alarmierend: Die Hälfte der Feldlerchen ist in den vergangenen 20 Jahren verschwunden. Über den Feldern ist es stumm geworden. Die Feldlerche steht als Jahresvogel stellvertretend für andere Feldvögel wie Rebhuhn und Grauammer, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht.

Besenheide: die unbekannte Blume des Jahres

Die Besenheide wurde zur Blume des Jahres gewählt. Bereits vor fünftausend Jahren beeinflusste der Mensch die Landschaft nachhaltig. Große Waldbrände verschafften den Bauern der Steinzeit kostbares und seltenes Weideland für ihre Kühe und Schafe. Gleichzeitig erhielten verschiedene Heidepflanzen, wie auch die Besenheide, durch das Feuer einen perfekten Nährboden zum Wachsen. Um den Waldwuchs in der Heidelandschaft immer wieder zurückzudrängen, ließ man das Vieh das ganze Jahr über weiden oder entfachte kleine kontrollierte Heidebrände, die die Landschaft verjüngten. So entstand eine ökologisch ausgewogene Landwirtschaft, bei der die Bauern den mageren, sauren Heideboden zwar nicht ackerbaulich nutzen konnten, dafür aber auf Viehhaltung setzten.

Edelkrebs, Rote Mauerbiene, etc.

Per Online-Voting wurde auf der Website des Österreichischen Fischereiverbandes der Edelkrebs zum Wassertier 2019 gewählt. Weitere Gruppen, in denen ganz besondere Arten vor den Vorhang geholt wurden, sind: Rote Mauerbiene (Insekt), Tigerschnegel (Weichtier), Bergmolch (Lurch), Breitlapprige Schüsselflechte (Flechte), Cryphaea heteromalla (Moos), Ameisenspringspinne (Spinne), Roter Spenling (Streuobstsorte), Steppengras-Schwarzfußporling (Pilz), Pinzgauerziege (Nutztierrasse), Kleine Hufeisennase (Fledermaus). 

Goldfisch ist „Alien des Jahres 2019“

Ein Novum stellt die Ernennung einer im wahrsten Sinne „neuen“ Art dar: Seit heuer ernennt der Naturschutzbund jeweils einen Neophyten bzw. Neozoon des Jahres, also Arten, die bei uns nicht zu Hause sind, sich hier aber – oft auf Kosten heimischer Arten – etabliert haben. Mit dem allseits bekannten und oft freigesetzten Goldfisch als „Alien des Jahres 2019“ sollen die Menschen für die Auswirkungen ihres Handelns sensibilisiert werden.

Mehr Infos: www.naturschutzbund.at

 

 

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