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Erste Implantation eines Kunstherzens in Oberösterreich ermöglicht Mühlviertler normales Leben

Anna Stadler, 12.02.2019 14:50

LINZ/MITTERKIRCHEN. In Österreich werden rund 80 Kunstherzen pro Jahr implantiert - im Jänner nun erstmalig auch eines in Oberösterreich am Kepler Universitätsklinikum.

Das Kunstherz hat einen Durchmesser von circa 4,5 Centimeter und wiegt rund 200 Gramm. Foto: KUK
  1 / 3   Das Kunstherz hat einen Durchmesser von circa 4,5 Centimeter und wiegt rund 200 Gramm. Foto: KUK

„In Österreich werden jährlich circa 80 Kunstherzen eingesetzt“, weiß Elgin Drda, kaufmännische Direktorin des Kepler Universitätsklinikums (KUK). Bisher geschah das nur an den Unikliniken in Wien, Innsbruck und Graz. Nun wurde nach langer Vorbereitung erstmals auch im KUK in Linz ein Kunstherz eingesetzt.

Intensive Vorbereitung

„Nachdem entschieden war, dass eine Genehmigung vorliegt, haben wir uns als Team intensiv darauf vorbereitet“, erzählt Andreas Zierer, Vorstand der Uniklinik für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Ein Jahr lang dauerten die Vorbereitungen des interdisziplinären Teams. „Das ist etwas was man nicht erst starten kann, wenn der erste Patient kommt.“ Das sich die gründlichen Vorbereitungen auszahlten, zeigte sich nun bei der ersten Operation.

Schwerer Herzinfarkt

Kurz nach Weihnachten wurde ein 36-jähriger Mitterkirchner mit einem schweren Herzinfarkt eingeliefert. Durch diesen Infarkt wurde ein großer Anteil an der Muskulatur des linken Herzens geschädigt, sodass dessen Pumpfunktion schwer eingeschränkt und eine ausreichende Kreislauffunktion nicht mehr gegeben waren. „Das kann das Herz nicht überstehen ohne dass sich eine Narbe bildet – und diese Narbe bleibt auch“, so Clemens Steinwender, Vorstand der Klinik für Kardiologie.

Als erste lebenserhaltende Maßnahme musste das Herz des Patienten zunächst durch eine temporäre Herz-Lungenmaschine (sogenannte „ECMO“) unterstützt werden. Eine derartige Therapie ist jedoch maximal für wenige Wochen sinnvoll und durchführbar.

Einzige Möglichkeit Kunstherz

In dieser Situation gab es nur mehr wenige geeignete Therapieoptionen. Eine Möglichkeit wäre der Ersatz des geschädigten Herzens durch Transplantation eines Spenderorgans. Bei den hierfür notwendigen Abklärungen stellte sich jedoch heraus, dass der Patient für eine Herztransplantation nicht geeignet war, da er durch den Herzinfarkt Organschäden davongetragen hatte. Die zweite Möglichkeit war ein Kunstherz.

„Das eigene Herz bleibt erhalten“

Diese Pumpe liegt vollständig im Brustraum innerhalb des Herzbeutels. „Das ist ein Gerät, das bis zu zehn Liter Blut pro Minute durch den Körper pumpen kann. Das eigene Herz bleibt im Brustkorb erhalten“, erklärt Zierer. Die Pumpe ist über ein Kabel durch die Haut mit einer Steuereinheit verbunden und wird über zwei Akkus mit Strom versorgt. Der Patient trägt Steuereinheit und Akkus stets mittels eines Gürtels am Körper.

Am Weg der Genesung

Der etwa vierstündige operative Eingriff erfolgte komplikationslos. Der Mitterkirchner Familienvater hat sich postoperativ rasch erholt. Er konnte bereits auf die Normalstation verlegt werden und kann mittlerweile das Bett bereits für kleine Spaziergänge verlassen. Nach einem mehrwöchigen Rehabilitationsaufenthalt kann der Patient nach Hause entlassen werden. Wenn der Heilungsverlauf weiterhin so optimal verläuft, kann er langfristig ein normales Leben führen.

Für eine LVAD-Implantation - also ein sogenanntes Kunstherz - kommen Patienten mit einer sogenannten „terminalen Herzinsuffizienz“ in Frage. Darunter versteht man eine Herz- bzw. Herzmuskelschwäche im Endstadium, bei der alle anderen zur Verfügung stehenden Therapieoptionen bereits voll ausgeschöpft wurden. In Oberösterreich sind das rund zehn bis 15 Patienten pro Jahr. Mittelfristig sollen diese alle am Keper Uniklinikum in Linz eingesetzt werden.


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