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Pflege-Tagung am Ordensklinikum Linz: Resilienz als Rüstzeug für zunehmende Herausforderungen

Karin Seyringer, 08.05.2019 16:24

LINZ. „Resilienz – die psychische Widerstandskraft“ hat sich das Ordensklinikum Linz zum Thema gemacht bei der am 9. Mai stattfindenden Pflege-Tagung „Das neue Alt“. Die Pflege stehe vor großen Herausforderungen, umso wichtiger sei es, den Pflegekräften das richtige Werkzeug in die Hand zu geben, um mit zunehmender Belastung und Krisen gut umgehen zu können.

  1 / 2   Zum sechsten Mal findet am Ordensklinikum Linz die Pflege-Tagung statt. Der Pflegebereich steht vor enormen Herausforderungen. Foto: Ordensklinikum Linz GmbH

Vor enormen Herausforderungen wird die Pflege künftig stehen, einerseits wird angesichts der alternden Gesellschaft der Bedarf an Pflegeleistungen immer mehr, andererseits werden nicht ausreichend Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Aktuell arbeiten in Österreich rund 70.000 Menschen im Pflegebereich, 15 Prozent davon sind allerdings schon über 55 Jahre alt. Derzeit etwa 450.000 Menschen beziehen in Österreich Pflegegeld. Laut Schätzungen des Wifo wird diese Zahl bis 2050 auf bis zu 750.000 Personen steigen. Experten rechnen damit, dass bis zum Jahr 2050 zusätzlich rund 40.000 Pflegekräfte gebraucht werden. „Die Anzahl der über 65-jährigen wird bis 2060 rapide ansteigen“, so die Pflegedirektorin des Ordensklinikums Elisabeth Märzinger.

Richtiges Rüstzeug mitgeben

Das Ordensklinikum will ihre Mitarbeiter unterstützen und ihnen das richtige Werkzeug für die Bewältigung der Herausforderungen mitgeben. „Darum ist es auch so wichtig, sich dem Thema Resilienz zu widmen, damit unsere Mitarbeiter gesundheitlich gefördert und gut begleitet werden können“, so Märzinger.

Sechste Pflege-Tagung am Ordensklinikum: Thema Resilienz

Zum mittlerweile sechsten Mal findet am Donnerstag, 9. Mai am Ordensklinikum die Pflege-Tagung „Das neue Alt“ statt. Dabei setzt man sich mit den aktuellen Entwicklungen auseinander.  

Die sechste Auflage der Reihe widmet sich dem Thema „Altern und Resilienz“. Ziel sei es, Patienten wie Personal die Fähigkeit zu lernen, mit Krisen und den Herausforderungen umzugehen. Es gehe nicht darum, die aktuellen Umstände in der Pflege zu kritisieren, sondern zu schauen, welche Instrumente man den Mitarbeitern in die Hand geben könne, um diese zu bewältigen.

„Menschen reagieren unterschiedlich, dem einen gelingt es, unbeschadet aus einer Krise herauszukommen, während ein anderer in die Knie geht“, so auch Programmmanagerin Berta Reiter-Kolb. „Wir haben uns vorgenommen, das Geheimnis der psychischen Widerstandskraft zu entschlüsseln um unseren Pflegekräften ein taugliches Mittel im härter werden Berufsalltag anbieten zu können.“

„Belastende Situationen dürfen nicht zur Belastungsstörung werden. Wir sind alle nur Menschen“, weiß auch Friedrich Geyrhofer, Pflege-Bereichsleiter der besonders harten Internen Intensivstation.

„Sinn sehen und Ziele haben“

Den Eröffnungsvortrag bei der Tagung wird Resilienz-Expertin und Bestseller-Autorin Christina Berndt halten. „Alle haben Krisen, wie wir damit umgehen ist aber unterschiedlich“, so Berndt. Gerade das Umfeld sei wichtig, ein Ansprechpartner, vor allem sei es aber auch eine Strategie, aus einer schwierigen Situation den Weg zu finden. „Ich muss den Sinn sehen und Ziele haben. Wofür arbeiten wir eigentlich?“ Ein Werkzeug sei es auch, das Gute sichtbar zu machen, und nicht immer nur das, was schief gelaufen ist oder nicht geschafft worden sei. „Vieles ist angeboren, wie Selbstbewusstsein, vieles wurde einem als Kind mitgegeben. Jeder kann es aber üben und lernen“, so Berndt.

Experten zu Gast

Ebenfalls zu Gast sind bei der Tagung Anja Silberbauer (Harmony&Care GmbH), die Psychologin Doris Bach, Gernot Jochum-Müller (Gründer von Zeitpolster) und Pflegeexpertin Ingrid Bruckler.


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