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Linzer Virologin beruhigt in Sachen Coronavirus: „Essen beim Chinesen ist genauso ungefährlich wie Grüntee trinken“

Nora Heindl, 04.02.2020 15:05

LINZ/OÖ. Gestrichene Flüge, die Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstandes, partielle Reisewarnungen – das Coronavirus beherrscht derzeit die Schlagzeilen. Sorgen brauche man sich in Oberösterreich aber keinesfalls machen, beruhigt Petra Apfalter, Leiterin des Instituts für Hygiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin im Ordensklinikum Linz.

Foto: Savanevich Viktar/Shutterstock.com
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Acht Verdachtsfälle sind derzeit in Österreich bekannt, drei in Tirol, drei in Kärnten und zwei in Wien. Einen bestätigten Fall in Österreich gibt es keinen, „und auch wenn, dann werden wir den Patienten behandeln“, versucht die Virologin, die Sorgen vieler zu relativieren, „unsere Spitäler sind darauf bestens vorbereitet.“

Für solche Szenarien gäbe es Einsatzpläne, die regelmäßig geübt werden, damit im Ernstfall niemand überlegen muss, was zu tun ist, um den Patienten bestmöglich zu behandeln. „Das wäre ja sonst, wie wenn man die Feuerwehr erst erfinden würde, wenn es schon brennt“, erklärt Apfalter.

Zudem beschäftige man sich schon seit Wochen mit der Thematik, noch bevor die Medien aufgesprungen sind. „Was momentan passiert, ist der Versuch, die Infektkette zu unterbrechen. Deshalb auch die drastischen Maßnahmen in China, um die Epidemie vor Ort zu behalten“, erklärt die Virologin.

Ansteckung in Österreich sehr unwahrscheinlich

Beim Coronavirus handelt es sich um eine Atemwegsinfektion mit Schwerpunkt auf den tiefen Atemwegen, sprich eine Lungenentzündung. Wesentlich ist laut der Linzer Virologin der Kontakt mit der geografischen Region, wo die Erkrankung aufgetreten ist, und/oder der sehr enge Kontakt mit jemandem, der nachweislich erkrankt ist.

„Für jemanden, der Österreich nicht verlassen hat, ist es also sehr unwahrscheinlich, dass er sich angesteckt hat. Zudem liegt die Inkubationszeit derzeit bei 14 Tagen, womit sich bei vielen Patienten ausschließen lässt, dass sie das Coronavirus als Ursache für ihre Atemwegsinfektion in sich tragen“, so Apfalter und stellt im Bezug auf zahlreiche besorgte Telefonanfragen klar: „Ein Besuch im Chinarestaurant stellt genauso wenig eine Gefahr dar wie der Genuss eines Grüntees aus China zum Frühstück. Auch wer vor drei Jahren in China war, braucht sich keine Sorgen machen.“

Risiko an Grippe zu erkranken ist viel höher

Viel höher sei die Gefahr, an der Grippe zu erkranken, zumal sich Österreich gerade auf den Höhepunkt der Grippewelle zubewegt. „Mit der Grippe geht spannenderweise jeder relativ locker um. Hinzu kommen Aberglaube – etwa dass man nach einer Impfung erst recht krank geworden ist – und Unsachlichkeit. Zur Grippe hat jeder seine eigene Meinung, auch Ärzte“, zeigt sich die Linzer Institutsleiterin erstaunt.

Immerhin sind laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in der vergangenen Saison rund 1.400 Menschen an Grippe gestorben. Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus liegt derzeit bei 427 und alle wurden – bis auf ein Opfer auf den Philippinen – in China gemeldet.

Ein Großteil der weltweit 20.626 bestätigten Fälle hat sich übrigens in China angesteckt, nur wenige außerhalb vom Herd von Mensch zu Mensch. „Natürlich gibt es diese Fälle auch, aber es ist auch nichts Unübliches bei Viren, dass sie per Tröpfchen übertragen werden. Davon abgesehen ist das Coronavirus nicht das erste Virus, das uns beschäftigt und es wird auch nicht das letzte sein. Denken wir an SARS oder MERS“, stellt die Virologin klar. Die Influenza selbst sei zwar ein anderes Virus, aber auch hier würden sich immer neue Mutanten entwickeln, wie etwa die Geflügelpest, besser bekannt als Vogelgrippe. „Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass es sich um lebende Mikroorganismen handelt. Wir sehen ja auch nicht mehr wie die Neandertaler aus, sondern unterliegen einer Mutation wie die Viren auch“, so Apfalter.

Alle aktuellen Zahlen entsprechen dem Stand: 4. Februar, 14 Uhr.


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Sieglinde
Sieglinde
06.02.2020 09:52

Essen ungefährlich ist nicht KORREKT

Da ja bei Sushi sich die Viren schön vermehren können wenn einer drauf hustet ????