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OÖ. Das Edelgas Radon sei mittlerweile für rund zehn Prozent aller Lungenkrebsfälle verantwortlich. Besonders Oberösterreich ist aufgrund der geologischen Beschaffenheit ein Radon-Hotspot. Die Ärztekammer für Oberösterreich warnt daher: Jeder sollte die Radon-Belastung in den eigenen vier Wänden kennen.

Bernd Lamprecht, Fachgruppenobmann für Lungenkrankheiten der Ärztekammer für OÖ und Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am KUK. (Foto: KUK/Zeljko Jakovljevic)

Radon ist ein radioaktives Edelgas und ist geruch-, geschmack- und farblos. Es entsteht durch radioaktiven Zerfall aus Uran. Da Uran als Spurenelement nahezu überall vorkommt (Gestein, Boden, Baumaterialien), wird auch überall Radon gebildet. Besonders Oberösterreich ist aufgrund der geologischen Beschaffenheit ein Radon-Hotspot.

Erhöhtes Lungenkrebsrisiko

„Dadurch, dass Radon und seine Folgeprodukte als Feststoffe an Aerosolen anhaften, gelangen sie durch die Atmung in die Lunge und bleiben mit diesen an den Bronchien haften. Durch den radioaktiven Zerfall kann das Radon die oberen Zellschichten der Lungenbläschen schädigen und somit Lungenkrebs verursachen. In Österreich werden etwa zehn Prozent der Lungenkrebsfälle – das sind rund 400 Fälle – pro Jahr durch Radon verursacht“, erläutert Bernd Lamprecht, Fachgruppenobmann für Lungenkrankheiten der Ärztekammer für OÖ.

Zudem hätte sich in vielen Studien gezeigt: „Das Lungenkrebsrisiko erhöht sich proportional mit steigender Radonkonzentration. Der Zusammenhang zwischen Exposition und Wirkung ist annähernd linear. Es gibt keinen Hinweis auf einen Schwellenwert, unterhalb dessen keine Wirkung auftritt – daher sollte man Radonmessungen durchführen, um eine etwaige Radon-Belastung früh zu erkennen und mit bestimmten Maßnahmen entgegenzuwirken.“

Regelmäßig lüften

Gerade im Herbst und Winter, wenn weniger oft gelüftet werde, sei die Radon-Belastung groß. Gebäude wirken in den belasteten Gegenden zudem wie Saugglocken, da durch einen Kamineffekt Radon ins Haus gezogen wird. Nicht unterkellerte Wohnräume, Wohnbereiche in Hanglage oder Keller sollte man vorsorglich überprüfen.

„Auch wenn Radon ein im Boden natürlich vorkommendes Edelgas ist, so muss es aufgrund der möglichen Anreicherung in Gebäuden als Innenraumschadstoff gesehen werden“, betont Lamprecht. Ergibt sich bei einer Radon-Messung ein stark erhöhter Wert – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt einen Maximal-Wert von 100 Becquerel pro Kubikmeter vor – ist rasches Handeln angebracht. Als Erstmaßnahme ist es hilfreich, regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen. Ist die Belastung weiterhin gegeben, sollte man sich von einem Radon-Experten zu weiteren Maßnahmen beraten lassen.


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