Studie: Home-Schooling und finanzielle Einbußen als Hauptbelastung für oö. Familien
OÖ. Die Corona-Zeit war und ist für die oberösterrichischen Familien anstrengend. Dies bestätigt nun auch eine Studie des IMAS-Institutes und dem Familienreferat des Landes OÖ.

„Gerade Familien waren und sind durch die Corona-Krises sehr stark betroffen“, so Familienreferent Landeshauptmann-Stv Manfred Haimbuchner. „Eltern waren extrem gefordert. Die Frauen waren die Heldinnen des Alltags - sin sind aber auch die Verliererinnen gewesen.“ Dies spiegelt sich auch in der aktuellen Studie wieder: Während rund zwei Fünftel der OÖ Eltern mit Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren den Eindruck haben, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Lebenslage in Oberösterreich gleichbleibend sein werden, gehen 22 Prozent von einer Verbesserung und 34 von einer Verschlechterung aus. „Frauen und Menschen mit höherer Bildung vor allem im ländlichen Raum sind eher skeptisch“, so Paul Eiselsberg vom IMAS-Institut. Jeder Dritte denkt bei der wirtschaftlichen Erholung von Oberösterreich an 2022 oder einem noch späteren Zeitpunkt. Eine Minderheit - nur zwei Prozent - ist der Meinung, dass sich die Lage noch 2020 erholen wird.
Herausforderung Kinderbetreuung und finanzielle Probleme
Im Vergleich zu den Monaten vor der Krise nehmen OÖ Eltern mit Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren ihr Privatleben in den ersten Monaten der Corona-Krise als herausfordernder wahr. Jeder Fünfte vergibt auf einer 10-teiligen Skala Note 1 und drückt damit aus, dass diese Zeit viel herausfordernder war. Kaum jemand gibt zu Protokoll, dass der Beginn der Krise weniger herausfordernd war als vor der Krise (zwei Prozent Note 10). Im Durchschnitt vergeben oberösterreichische Eltern mit Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren die Note 3,4. Während rund zwei Fünftel der OÖ Eltern mit Kindern im Alter von 2 bis 16 Jahren spontan Schulen- und Kindergartenschließungen bzw. home-scooling als herausfordernd für die kommenden Monate nennen, äußern diese auf einer weiteren Ebene auch finanzielle Probleme. 18 Prozent der OÖ Eltern mit Kindern von 2 bis 16 Jahren geben zu Protokoll, dass sie sich durch die Corona-Krise in ihrem Haushaltsbudget sehr stark eingeschränkt fühlen, weitere 44 Prozent einigermaßen. Hingegen geben 14 Prozent der Zielgruppe an, überhaupt keine krisenbedingte budgetäre Einschränkung wahrzunehmen. „Eine hohe Anzahl der Erwerbstätigen ist in Kurzarbeit gewesen.“ Auch die Angst vor einem Jobverlust belastet die Familien.
Mehr gemeinsame Zeit
In einer offenen Fragestellung zu schönen Momenten mit der Familie während der Corona-Krise geben OÖ Eltern mit Kindern von 2 bis 16 Jahren vor allem die gemeinsame Zeit mit der Familie, das Gemeinschaftsgefühl, die Entschleunigung und die Aktivitäten mit der Familie kund. Rund jeder Achte ist der Meinung, dass es in dieser Krise keine schönen Momente in der Familie gegeben hat. Die Freizeitaktivitäten und Urlaube haben sich aufgrund von Corona auch verändert.
Tagesausflüge statt Urlaub
„Der Urlaub 2020 unterscheidet sich deutlich von 2019“, so Eiselsberg. Nur etwa halb so viele – im Detail etwas mehr als ein Drittel – haben 2020 einen Familienurlaub gemacht bzw. noch geplant. Knapp zwei Drittel geben an, heuer auf Urlaub zu verzichten bzw. verzichtet zu haben (63 Prozent). OÖ Eltern, die letztes Jahr nicht auf Urlaub waren, waren heuer überwiegend nicht bzw. haben dies zum Großteil heuer nicht vor. Nur jeder Zweite, der 2019 auf Familienurlaub war, war nach aktuellem Stand auch 2020 auf Familienurlaub bzw. hat dies noch geplant. Etwas betroffener vom Familienurlaubverzicht in diesem Jahr sind OÖ Eltern mit geringerer Bildung. „Da war das Substitut der Kurzurlaub bzw. der klassische Tagesausflug.“ 54 Prozent der Eltern in Oberösterreich von 2 bis 16 Jahren geben an, dass die heuer aufgrund der Corona-Krise vermehrt Tagesauflüge gemacht haben. Überdurchschnittlich oft äußern dies Stadtbewohner, Eltern mit Kindern von 2 bis 9 Jahren und Berufstätige.


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