Corona-Tests: „Wir wollen das den Kindern natürlich möglichst ersparen“

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 20.10.2020 21:22 Uhr

OÖ. Auch Kinder können – wenn notwendig – nicht vor einer Testung auf Covid-19 verschont werden. Tips hat sich mit Kinderarzt Primar Tilman Königswieser unterhalten.

„Kinder gerade unter zehn Jahren sind epidemiologisch nicht so ein Problem, weil wir wissen, dass sie nicht so ansteckend sind. Sie erkranken auch nicht so schwer an Covid-19, das ist günstiger als bei vielen anderen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Masern“, erläutert Primar Tilman Königswieser, Kinderarzt und Ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums sowie Experte der OÖ Gesundheitsholding im Corona-Krisenstab des Landes OÖ.

Gerade jetzt in der kälteren Jahreszeit würden Kinder vier bis acht respiratorische Infekte durchmachen. Daher sei es nicht zielführend, Kinder jedesmal auf Covid-19 zu testen.

„Überlegen uns genau, wann Test notwendig ist“

Sollte doch ein Test notwendig sein: „Der aktuelle Goldstandard ist der Nasen/Rachenabstrich, das ist natürlich eine Prozedur. Wir wollen das als Kinderärzte den Kindern natürlich möglichst ersparen. Dementsprechend ist unser Appell, bei Kindern ärztlich indiziert zu testen. Das ist die oberösterreichische Sichtweise und bei dieser Empfehlung gehen dankenswerterweise auch der niedergelassene Bereich und die Ärztekammer für OÖ mit. Wir Mediziner überlegen uns das sehr, sehr genau, ob ein Test notwendig ist oder nicht.“

Aktuell kein einheitliches Test-Verfahren

Auch wenn es mittlerweile Alternativen wie die Gurgelmethode gibt, wird der Nasen/Rachenabstrich auch bei Kindern angewendet. „Aktuell ist der Nasen/Rachenabstrich noch die bewährteste Methode, wobei wir uns in Oberösterreich nicht verwehren“, so Königswieser. Österreichweit gibt es momentan kein einheitliches Verfahren, welche Methode bei Kindern angewendet wird, „das sind die unterschiedlichen Teststrategien.“ Aber es gehe darum, aussagekräftiges Test-Material zu gewinnen. „Die Gurgelmethode funktioniert, das wissen wir schon. Das Problem ist: Man muss korrekt gurgeln, es muss der Gesamtprozess stimmen. Da gibt's ein paar Fallstricke.“

Man lerne gerade, wie zuverlässig diese Methode ist. „Wir lernen ständig in diesen Zeiten. Wenn sich das bewährt, wird das auch in die Routine übernommen werden“, so Königswieser.

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