Weniger Kirchenaustritte in Oberösterreich

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 13.01.2021 16:25 Uhr

OÖ. Die Zahl der Austritte aus der Katholischen Kirche in Oberösterreich ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Katholische Kirche in Oberösterreich zählt mit Stichtag 31. Dezember insgesamt 927.906 Katholiken.

Die Katholische Kirche in Oberösterreich zählt mit Stichtag 31. Dezember insgesamt 927.906 Katholiken, von knapp 1,5 Millionen Menschen in OÖ. Zum Vergleich: 2019 waren es 939.667 Mitglieder. 10.108 Personen sind 2020 in OÖ aus der Kirche ausgetreten, im Jahr davor waren es noch 11.097 Personen. 679 Personen traten wieder oder neu ein (2019: 857). Zusätzlich widerriefen 75 Personen ihren Austritt (2019: 141).

Auch österreichweit ist die Zahl der Austritt zurückgegangen - 58.535 Personen verließen in ganz Österreich die Katholische Kirche, um 13,7 Prozent weniger als 2019. Die Gesamtzahl der Katholiken in Österreich liegt 2020 bei 4,91 Millionen. 2019 waren es laut amtlicher Statistik der Österreichischen Bischofskonferenz 4,98 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,5 Prozent.

Maßgebliche Faktoren für den leichten Rückgang der Katholikenzahl seien nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Kircheneintritten, sondern vor allem auch von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu Wegzügen, wird die Statistik erläutert.

Rückgang bei kirchlichen Feiern durch Corona

Zwar liegen die Zahlen zu Taufen, kirchlichen Begräbnissen und Trauungen für 2020 noch nicht vor, es kann aber schon jetzt gesagt werden, dass die Zahlen aufgrund der Corona-Situation zurückgegangen sind.

Im Jahr 2019 wurden in der Katholischen Kirche in Oberösterreich 9.568 Mal getauft, es gabt 9.699 kirchliche Begräbnisse und 2.022 kirchliche Trauungen, 8.555 Personen wurden gefirmt.

Einnahmen durch Kirchenbeiträge gestiegen

Ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde die kirchlichen Gebarungsübersicht. Die katholischen Diözesen in Österreich können für 2019 leichte Steigerungen beim Kirchenbeitragsaufkommen und insgesamt fast ausgeglichene Bilanzen verzeichnen. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2019 waren es knapp 481 Millionen Euro (75 Prozent der Gesamteinnahmen), 2018 lagen die Kirchenbeiträge bei rund 474 Millionen Euro.

In der Diözese Linz zeigen die Zahlen 130 Millionen Euro Einnahmen (2018: 129,1 Millionen), davon 96,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2018: 95,5 Millionen).

Auch Ärger über manche kirchliche Einstellungen

Pastoralamtsdirektorin Gabriele Eder-Cakl, auch Leiterin des „Zukunftsweges“ verweist auf die zahlreichen Angebote der Katholischen Kirche, auch in Corona-Zeiten. Nicht immer sei die Katholische Kirche in Oberösterreich als „Absenderin“ klar ersichtlich.

„Umso schmerzlicher ist es, wenn über 10.000 Menschen nicht mehr Mitglied der Katholischen Kirche in Oberösterreich sein möchten und ausgetreten sind. Die Katholische Kirche in Oberösterreich leistet viel für das Zusammenleben und die seelische Stärkung der Menschen“, so Eder-Cakl.

„Ja, auch ich ärgere mich über einzelne kirchliche Einstellungen und aus meiner Sicht viel zu langsame Entwicklungen. Ich spreche meinen Ärger zum Beispiel bezüglich Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche deutlich an und engagiere mich innerhalb der Kirche dafür. Ich danke allen, die durch ihren Einsatz und ihren Beitrag von innen her etwas bewegen und die Anliegen und Aufgaben der Kirche mittragen“, so die Pastoralamtsdirektorin der Diözese Linz.

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