Tag der Elementarpädagogik (24. Jänner): „Kinderbildung ist systemrelevant“

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 22.01.2021 08:05 Uhr

OÖ. Am 24. Jänner findet bereits zum vierten Mal der Tag der Elementarbildung statt. Dieser wurde auf Initiative des Österreichischen Berufsverbands der Kindergarten- und Hortpädagogen (ÖDKH) ins Leben gerufen, um den Wert, die Vielfältigkeit und die notwendige Professionalität der Elementarbildung in den Mittelpunkt zu stellen. Auch die Kinderfreunde stellen rund um diesen Tag wichtige Forderungen, um der Elementarbildung mehr Aufmerksamkeit zu geben.

2020 mit all seinen Herausforderungen hat gezeigt, wie wichtig und essenziell die Arbeit der Pädagogen und allen Mitarbeitern in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen ist. „Die Arbeit in den Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen ist systemrelevant, das sollten wir spätestens jetzt alle realisieren“, sagt Petra Sucherbauer, Geschäftsführerin der Familienzentren GmbH der OÖ Kinderfreunde. „Die aktuelle Krise macht deutlich, wie wichtig unsere Kinderbildungseinrichtungen sind. Sie unterstützen Eltern bei der Erziehungsarbeit und der notwendigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Den Kindern geben sie die notwendige Stabilität und fördern ihre sozialen Kompetenzen, in der aktuellen Zeit wichtiger denn je.“

Den Kinderfreunden ist wichtig, unter Einhaltung der vorgegebenen Maßnahmen, die Einrichtungen soweit es geht, auch während des Lockdowns offen zu lassen. „Wir haben hier eine große Verantwortung und wissen, wie wichtig unsere Einrichtungen für Eltern, Kinder und Familien sind. Es geht um mehr als nur Betreuung, es geht um Bildung, um soziale Kontakte, denn auch Herz und Seele brauchen gerade in diesen schwierigen Zeiten Hilfe“, sagt Roland Schwandner, Vorsitzender der Kinderfreunde Oberösterreich.

Personalmangel immer gravierender

Die Familienzentren GmbH der OÖ Kinderfreunde betreibt aktuell rund 80 Kinderbildungseinrichtungen. Die 600 Mitarbeiter betreuen täglich bis zu 5.000 Kinder. Wie alle Träger haben auch die Kinderfreunde das Problem, dass es immer schwieriger wird, Personal zu rekrutieren.

Die Anforderungen an die Mitarbeiter durch Kinder, Eltern und gesetzliche Vorgaben würden stetig steigen. Neben täglich mannigfaltigen Aufgaben sollen immer mehr Kinder im Bereich der Sprache und Integration gefördert werden. All das wirke sich negativ auf die Attraktivität dieses Berufs aus. Die aktuelle Corona-Situation verschärfe die Arbeitsbedingungen noch weiter.

Kinderfreunde gehen mit gutem Beispiel voran

Die Familienzentren GmbH der OÖ Kinderfreunde setzt deshalb zahlreiche Maßnahmen, um die Arbeitsbedingungen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten so attraktiv wie möglich zu gestalten. So stehen jeder Einrichtung Pädagoginnen für die Qualitätssicherung zur Verfügung.

„Das macht uns als Träger einzigartig. Unsere mobilen Pädagoginnen beraten und betreuen die Kollegen vor Ort regelmäßig. Das entlastet die Leiter enorm und unterstützt auch bei komplexen Problemstellungen“, sagt Petra Sucherbauer.

Was es für die elementare Kinderbildung jetzt braucht

„Neben einem Ausbau der berufsbegleitenden Ausbildungsmöglichkeiten, insbesondere der Kollegform ab 18 Jahren setzen wir uns für die Aufwertung der Helfer-Ausbildung ein und weisen darauf hin, dass wir einen Ausbau der Fördermittel für Sprach- und Integrationsförderung für besonders wichtig und zukunftsweisend halten“, so Sucherbauer.

„Das Thema Integration in elementaren Bildungseinrichtungen wird immer bedeutender. Es geht hier zum einen um Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch um Kinder, die aufgrund verschiedener Umstände ein erhöhtes Betreuungsausmaß benötigen. Uns Kinderfreunde ist es besonders wichtig, dass alle Kinder optimale und vor allem gleiche Voraussetzungen für einen guten Start haben. Unsere Arbeit zielt darauf ab, dass sich Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene zu umfassend handlungsfähigen Menschen entwickeln können!“

Unterschied von Hort und Nachmittagsbetreuung

Auch im Bereich der Volksschüler treten immer gravierendere Änderungen auf. Es sei ein harter Weg gewesen, um Horte zu Bildungseinrichtungen mit umfangreichen gesetzlichen Vorgaben zu etablieren. Für die nun immer beliebtere Form der Nachmittagsbetreuung würden viele dieser Standards nicht gelten. So sei kein verbindlicher Betreuungsschlüssel vorgegeben, es gäbe lediglich Richtwerte. Stützkräften fehle oft die erforderliche Zusatzausbildung und es gäbe keine Vorgaben zu pädagogischen Konzepten und räumlichen Gegebenheiten.

„Es macht einen großen Unterschied, ob Kinder eine Hort-Einrichtung besuchen oder eine Nachmittagsbetreuung an der Schule. Dieses Wissen fehlt oftmals auch den Eltern, die ihre Kinder eigentlich gut betreut haben möchten. Wir werden uns in Zukunft noch stärker dafür einsetzen, dass auch die Nachmittagsbetreuung mit den notwendigen Standards ausgestattet wird. In unseren 26 Einrichtungen achten wir auf hohe pädagogische Qualität und bauen diese durch eine geplante Weiterqualifizierung für Betreuer in Nachmittagsbetreuungen/Ganztagsschulen weiter aus“, sagt Sucherbauer.

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