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LINZ. Die Anzahl der Demenzkranken wird sich bis 2050 in etwa verdoppeln. Die Gesellschaft ist gefordert, darauf zu reagieren. Dabei hat sie auch auf die Bedürfnisse der Pflegenden zu achten. Eine wichtige Orientierungshilfe für pflegende Angehörige von Demenzpatienten bietet das neue Modell der „Pflege-Wege“, das im gleichnamigen Buch vorgestellt wird.

  1 / 2   Das Autorenteam von KompeCare (v. l.): Ingrid Gutenthaler, Thomas Duschlbauer, Walter Lanz und Barbara Larcher (Foto: www.foto-steininger.at)

Angehörige von Demenzpatienten durchleben im Rahmen der Pflege einen fordernden Prozess. Erstmals wird dieser in sieben Phasen unterteilt. Die Betroffenen können sich in einer der Etappen wiederfinden und erhalten eine Perspektive auf jene Anforderungen, die auf sie zukommen werden. So gibt das Modell die Wirklichkeit der pflegenden Angehörigen vereinfacht und übersichtlich wieder.

„Der Kompass stellt dabei die Ressourcen zur psychischen Gesundheit in den Mittelpunkt. Damit können die pflegenden Angehörigen für sich selbst eine individuelle Strategie zur Bewältigung der zahlreichen Aufgaben entwickeln, also zum Beispiel mehr auf ihre Gefühle und Bedürfnisse achten“, so Thomas Duschlbauer, einer der Autoren.

Neuer methodischer Beratungsansatz

Darüber hinaus steht Mitarbeitern, die professionell in unterstützenden Einrichtungen für pflegende Angehörige tätig sind, mit dem Beratungskompass ein Set an neuen Methoden zur Verfügung. Sie stammen aus dem Life Design Thinking, wie es etwa an der Stanford University oder der Universität St. Gallen entwickelt wurde. Die Situation wird dabei stets aus der Perspektive der Betroffenen gesehen, und die pflegenden Angehörigen erhalten eine ganzheitliche Sicht auf ihre Lebenssituation. Die Methoden im Buch „Pflege-Wege“ sind prozessorientiert, strukturiert und fokussiert. Damit lassen sich Lösungsansätze direkt im Zuge von Workshops finden. In kleinen Teams erfolgt unmittelbare Wertschätzung und die Neugier wird geweckt. Die Angehörigen werden durch positive Psychologie zu einer Haltung des Versuchens, Scheiterns und Weiter-Machens ermutigt.


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