Mythen und Fakten zu Corona: 25 Fragen und Antworten

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Nicole Dirnberger Nicole Dirnberger, Tips Redaktion, 07.12.2021 14:50 Uhr

OÖ. Die Ärztekammer für Oberösterreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, Corona-Mythen aufzuklären. Mit 25 Unwahrheiten räumt sie auf. 

„Die Corona-Erkrankung ist während einer Schwangerschaft harmlos.“ Oder: „Die Impfstoffe sind nicht sicher, da sie mittels Schnellverfahren zugelassen wurden.“ Das sind Beispiele von Mythen zum Thema Corona. Mittlerweile gibt es genügend davon. Sie werden auf den sozialen Netzwerken und über Messengerdienste oder auch per Mundpropaganda verbreitet und können für Verwirrung und Verunsicherung sorgen. Die Ärztekammer für Oberösterreich klärt auf und stellt 25 Mythen richtig.  

 

Mythen zur Impfung

„Durch die Impfung gibt es tausende an Todesfällen!“

Wahr ist: „Das ist eine Fehlinterpretation“, wie die renommierte Virologin Judith Aberle von der MedUni Wien sagt. Es wurden in Österreich bisher 144 Todesfälle gemeldet, die in zeitlicher Nähe zur Impfung standen. Nur bei einem Todesfall wird ein Zusammenhang gesehen! 

„Durch die Impfung ist das Immunsystem für 7 Tage ausgeschaltet!“

Wahr ist: Impfstoffe schalten das Immunsystem nicht aus. Ganz im Gegenteil: Sie regen das Immunsystem sogar an, einen Schutz gegen mögliche Erkrankungen aufzubauen. 

„Die Corona-Schutzimpfung macht unfruchtbar!“

Wahr ist: Die Vektor- und mRNA-Impfstoffe haben keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit. Wichtig ist die Impfung für Schwangere vor allem auch deshalb, um schwere Verläufe, Auftreten von Schwangerschaftskomplikationen und Auswirkungen auf das Kind zu vermeiden. 

„Wenn ich zwei Teilimpfungen habe, dann bin ich vollimmunisiert und muss nicht mehr impfen gehen.“

Wahr ist: Nach derzeitigem Kenntnisstand wird eine Auffrischungsimpfung dringend empfohlen, da der Impfschutz nach 6 bis 9 Monaten geringer wird. Wer einer Risikogruppe angehört, sollte eher früher auffrischen gehen. 

 

Mythen zum Impfstoff

„Die Covid-19-Impfstoffe sind nicht sicher, weil sie in einem Schnellverfahren zugelassen wurden. Die sind doch nur bei den Behörden 'durchgewinkt' worden!“

Wahr ist: Die Entwicklung der Impfstoffe ging in der Tat schnell, wurde von Milliarden Menschen rasch gebraucht und wurde dennoch nicht durchgewinkt. Hersteller haben mehr Personal und mehr Geld als sonst aufgewandt, um den Entwicklungsprozess zu verkürzen. Fazit: Bei den Covid-19-Impfstoffen gibt es in Qualität und Art der behördlichen Begutachtung keine Abstriche und Unterschiede zu anderen Zulassungsprozessen.

„Der Impfstoff ist radioaktiv!“

Wahr ist: Es werden bei der Herstellung der Impfstoffe keine radioaktiven Stoffe verwendet. Dies wurde auch durch die für die Marktzulassung zuständigen Behörden bestätigt. Die absichtlich gestreute Fehlmeldung zu Beginn des Jahres, wobei via Facebook eine grün strahlende Impfampulle gezeigt wurde und der Hinweis dabeistand, es würde sich wohl um Radium handeln, entbehrt jeder Grundlage. 

„Die Impfstoffe nehmen Einfluss auf meine DNA.“

Wahr ist: Die Impfstoffe nehmen keinen Einfluss auf die eigene DNA. Die mRNA-Impfstoffe werden zwar als „erbgutbasierte“ Impfstoffe bezeichnet, haben aber nicht mit dem Erbgut in unserem Körper zu tun. Außerdem baut sich der Impfstoff im Körper sehr schnell wieder ab, so dass keine Langzeiteffekte zu erwarten sind – sagt Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Kepler Universitätsklinikum.

„Der Impfstoff führt zu gesundheitlichen Langzeit-Schäden“

Wahr ist: Alle in Europa zugelassenen Impfstoffe werden erst nach einer ausführlichen Überprüfung der Impfstoffsicherheit auf den Markt gebracht. Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen (sehr geringe Anzahl) schon kurze Zeit nach der Impfung auftreten.

„Der Impfstoff wurde nur an gesunden Personen getestet.“

Wahr ist: In den klinischen Prüfungen wurden auch ältere Menschen sowie Risikopatienten mit bestimmten Vorerkrankungen oder Übergewicht aufgenommen.

„Der Impfstoff ist für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren gefährlich.“

Wahr ist: „Der Nutzen der Schutzimpfung überwiegt das Risiko von Impfnebenwirkungen, die bisher sehr selten sind“, sagt die Ständige Impfkommission in Deutschland, die ihre Aussage auf die Grundlage von Daten mit nahezu zehn Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen stützt.

„Ich lasse mich nicht impfen, weil der Covid-19-Impfstoff nicht wirkt!“

Wahr ist: Der einzig wirksame Schutz besteht in einer vollständigen Impfung. Die 4. Welle, in der wir uns gerade befinden, ist zur Pandemie der Ungeimpften geworden. Eine aktuelle Zahl belegt das: 96 Prozent der Intensivpatientinnen und Patienten sind nicht geimpft.

 

 Mythen zur Corona-Erkrankung

„Eine Corona-Erkrankung während der Schwangerschaft ist harmlos!“

Wahr ist: Das Risiko für einen schweren Verlauf während der Schwangerschaft liegt bei 5,7 bis 34,8 Prozent. 31 Prozent der Schwangeren werden stationär aufgenommen – im Vergleich zu 5,8 Prozent der nicht schwangeren Frauen. Beste Prävention: Impfen! 

„An Corona zu erkranken ist doch genauso harmlos wie wenn man die Grippe einfängt.“

Wahr ist: Während die Infektion bei vielen Menschen in der Tat harmlos verläuft, kann sie auch gravierende Folgen haben: Man kann monatelang geschwächt sein (Long-Covid), schwer erkranken, oder sterben. Die Sterblichkeitsdaten zeigen das deutlich: 2019 sind in Österreich 83.386 Menschen verstorben, 2020 sind es 91.599 gewesen. Das ist ein Anstieg um 9,85 Prozent. 

„Ich habe ein gutes Immunsystem und lasse es ohne Impfung darauf ankommen. Und wenn ich einmal infiziert bin, dann bin ich mein ganzes Leben lang immun.“

Wahr ist: Bei Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung durchlaufen haben, finden sich nachweislich Antikörper im Blut. Für diese Personen besteht eine gewisse Zeit lang ein geringes Infektionsrisiko. Aber: Es ist noch nicht geklärt, wie lange dieser Immunschutz wirkt und ob Mutationen davon eingeschlossen sind. Derzeit sollen Genesene nach 6 Monaten zur Impfung gehen. Und: Völlig ausgeblendet werden bei derartigen Behauptungen die Long-Covid-Folgen, die weitreichende Einschränkungen für das Leben bedeuten.

„Als junger Mensch brauche ich mich doch eh nicht vor Corona schützen.“

Wahr ist: Leider finden immer mehr junge Menschen den Weg in die Spitäler. Daher macht die Covid-Impfung auch für Jugendliche ab 12 Jahren Sinn. Sie schützen damit nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen – und vor allem die eigenen Verwandten, die vielleicht schon älter sind und daher leichter an Corona erkranken können.

„Ich mache einen Antikörpertest der mir sagt, ob ich ausreichend geschützt bin. Wenn der Wert hoch ist, lasse ich mich nicht impfen.“

Wahr ist: Für den Impferfolg oder die aktuelle Wirkung bei Geimpften ist kein einheitliches serologisches Korrelat definiert. Es gibt demnach auch keinen Schwellenwert, ab dem eine Immunität angenommen werden kann – oder nicht. Eine generelle serologische Überprüfung der Immunantwort wird daher nicht empfohlen. Außerdem wird ganz unabhängig von der Anzahl der Antikörper nach der Impfung eine zelluläre Immunität aufgebaut.

„Ich kenne Menschen, die sind erst durch die Corona-Schutzimpfung an Covid-19 erkrankt.“

Wahr ist: Die Impfstoffe enthalten kein lebendiges Coronavirus. Daher kann man sich durch eine Impfung nicht anstecken. Beachtet werden sollte aber, dass der Impfschutz nicht sofort mit der Impfung gegeben ist und sich erst aufbauen muss – circa 14 Tage nach Gabe der letzten Impfstoffdosis.

„Corona ist doch nur eine ganz normale Grippe.“

Wahr ist: Das Coronavirus wird gefährlicher als die Grippe eingestuft. Die Folgeschäden können erheblich größer sein, viele Infektionsverläufe sind schwerer und das Coronavirus ist ansteckender.

„Alkohol schützt vor einer Infektion.“

Wahr ist: Alkoholhaltige Mittel dienen zur Reinigung von Oberflächen, da auch Coronaviren darauf reagieren. Aber das Trinken oder Gurgeln von hochprozentigem Alkohol tötet keine Viren im Körper ab.

„Das Virus wird von Kälte abgetötet.“

Wahr ist: Kälte macht dem Coronavirus nichts aus, damit spielen die Temperaturen in diesem Zusammenhang keine Rolle. Zudem liegt die übliche menschliche Körpertemperatur unabhängig von den äußeren Bedingungen ohnehin bei etwa 37 Grad.

 

Mythen zur Corona-Übertragung

„Das Virus wird von Geimpften weitergegeben, daher lasse ich mich erst gar nicht impfen.“

Wahr ist: Ein Ungeimpfter reicht das Virus überproportional stärker weiter als ein Geimpfter. Eine Impfung schützt natürlich nicht zu 100 Prozent und bei einigen schlägt die Impfung nicht an oder liegt schon zu weit zurück. Daher ist es so wichtig, auch zur dritten Impfung zu gehen. Wer geimpft ist, trägt keine Schutzkugel um sich, die keine Viren zum Körper lässt. Es ist nur so, dass das Virus bei Geimpften weniger Andockstellen im Körper vorfindet. Und dieser Umstand schützt alle und entlastet vor allem unsere Ärzte.

„Geimpfte stecken ihr Umfeld genauso an wie Ungeimpfte.“

Wahr ist: „Aufgrund der Delta-Variante haben Geimpfte oft eine ähnlich hohe Viruskonzentration im Nasen-Rachen-Raum. Allerdings ist die Dauer, in der sie ansteckend sind, wesentlich kürzer als bei Ungeimpften. Damit sind sie in Summe weniger ansteckend“, sagt Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum in Linz.

Mythen zum Corona-Virus allgemein

„Kaltes Wetter, Eis und Schnee hält das Virus nicht aus.“

Wahr ist: Kälte macht den Corona-Viren wenig aus, zumal sich das Virus auch in kühleren Gegenden ausbreitet. Selbst bei minus 20 Grad Celsius bleiben sie im gefrorenen Zustand bis zu zwei Jahre infektiös. Außerdem nistet das Virus im menschlichen Körper und dort beträgt die normale Temperatur – unabhängig von der Außentemperatur oder dem Wetter – 36,5 Grad Celsius bis 37 Grad Celsius.

„Corona-Viren hat es immer schon gegeben.“

Wahr ist: Es gibt in der Tat viele Arten von Corona-Viren. Einige davon sind auch in Europa heimisch und lösen zumeist harmlose Erkältungskrankheiten aus. Sars-Cov-2 ist aber ein völlig neuartiges Virus, das deutlich krankheitserregender ist als die üblichen Corona-Viren oder etwa auch Influenza (Grippe).

„Eine Grippeimpfung erhöht das Risiko, an Covid-19 zu erkranken.“

Wahr ist: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen einer Grippeimpfung und einer Covid-19-Erkrankung. Allerdings sind die Risikogruppen für schwere Verläufe – sei es Influenza oder Covid-19 – dieselben: ältere Menschen ab 60 Jahren und Menschen mit Grunderkrankungen.

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