Voll und ganz der Pflege verschrieben
LINZ/LICHTENBERG. In völlig unterschiedlichen Pflegebereichen am Linzer Kepler Universitäts-Klinikum (KUK) tätig, eint Sabine Wolfmayr (47) und Mathias Paulischin (37) aber, dass beide für ihren Job regelrecht brennen.

Nach 17 Jahren in der gerontopsychiatrischen Pflege ist die 47-jährige Lichtenbergerin Sabine Wolfmayr seit Anfang April als spezialisierte Pflegekraft für Demenz – als Advanced Practice Nurse – im Einsatz. „Ich brenne dafür, mich für diese vulnerable Gruppe einzusetzen“, begründet Wolfmayr ihren Karriereweg.
Die Schaffung des neuen Postens einer Pflegeexpertin für Demenzfragen am KUK bietet einen großen Vorteil: „Ich bin damit zeitlich auch für Spezialaufgaben freigestellt.“ Sie weiß, ihr Job ist ein fordernder, aber auch ein erfüllender: „Ich wüsste keinen zweiten Beruf, der so viele Dimensionen beinhaltet. Man kann von Säuglingen bis zu den alten Menschen pflegen und sich auch der Gesundheit verschreiben.“
Die wichtigste Eigenschaft ist Emphatiefähigkeit, sich auf andere Menschen einzulassen. Wolfmayr: „Man muss schon ein Menschenfreund sein.“ Die Menschen im reifen Alter bringen viele Krankheitsbilder mit. „Man ist fachlich gefragt, die Menschen sind oft schon sehr gebrechlich. Besonders wichtig ist die persönliche Beziehungsarbeit, die steht beim alten Menschen an oberster Stelle“, weiß die Lichtenbergerin.
Coronakrise als Chance
In der Coronazeit musste sie und ihre Kollegen alle Kräfte bündeln, alltägliche Routinen wurden weitgehend über Bord geworfen: „Wir waren im Ausnahmezustand, was uns aber auch gestärkt hat auf eine neue Art und Weise. So gesehen war die Krise eine Chance, die Pflege ist sehr flexibel, Kollegen gingen plötzlich über Nacht in neue Bereiche und waren dort tätig, eine hohe Flexibilität ist von uns allen gefordert gewesen.“
Als Zivi zum Pflegeberuf
Als Zivildiener in einem Seniorenzentrum fand der heute 37-jährige Linzer Mathias Paulischin zu seiner Berufung: „Die Pflege war für mich von Anfang an äußerst sinnstiftend, ich gehe nach dem Ende der Arbeitsschicht hinaus und weiß, ich habe jemandem geholfen.“ Die Ausbildung zur Pflegekraft hat er dann direkt im Haus, in der damaligen Landesfrauen- und Kinderklinik gemacht.
Er ist an der Kinder-Onkologie tätig, wo Kinder und Jugendliche zwischen null und 18 Jahren behandelt werden. Auch bei ihm ist Empathie das große Wort: „Wir unterstützen junge Menschen und ihre Familien in Extremsituationen, ein gutes Einfühlungsvermögen, was die Patienten brauchen und wo man am besten unterstützen kann, ist unbedingt nötig. Wir behandeln seltene Erkrankungen oft monatelang, da muss man den Kindern und Jugendlichen das Gefühl vermitteln, dass wir wieder gerade biegen, was da passiert ist.“
Die Zwölf-Stunden-Schichten an der Station sind für den Linzer Pfleger sehr fordernd, es kommt aber viel zurück: „Ein Lachen eines Kindes und man weiß sofort, ich habe da heute etwas Tolles bewegt“, schließt Paulischin.


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