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Brustkrebs: „Auch in Zeiten der Pandemie Vorsorge nicht vernachlässigen“

Nora Heindl, 01.10.2022 10:20

OÖ. „Auch und besonders in Zeiten von Corona ist es wichtig, auf die unterschiedlichsten Krankheiten sowie die Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Brustkrebs ist mit jährlich mehr als 5.500 Neuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Österreich, daher kommen der Vorsorge und Früherkennung eine besondere Bedeutung zu,“ betont LH-Stellvertreterin Christine Haberlander anlässlich des Internationalen Brustkrebstags am 1. Oktober.

 (Foto: Land OÖ/Engelsberger)
(Foto: Land OÖ/Engelsberger)

„Der Anstieg an Brustkrebsneuerkrankungen lässt sich vor allem durch die gesteigerte  Inanspruchnahme von Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen erklären – insbesondere durch die Einführung des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms – und der zunehmenden allgemeinen Lebenserwartung von Menschen. Das heißt, je älter wir werden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken,“ so Krebshilfe-Oberösterreich Präsident Martin Burian.

 In Oberösterreich sind in den Jahren 2017 bis 2019 durchschnittlich 955 Frauen und 14 Männer pro Jahr an Brustkrebs erkrankt, 282 Frauen und ein Mann sind 2021 in unserem Bundesland an Brustkrebs verstorben. (Quelle: Statistik Austria)

„Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer ist die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Durch neue Behandlungsmethoden können über 80 Prozent der Frauen geheilt werden. Trotzdem sind Vorsorgeuntersuchungen wie das richtige Abtasten, Mammografie und Ultraschall unerlässlich. Die Krebshilfe Oberösterreich bietet dazu ein breites Informationsprogramm und Vorträge – auch zur richtigen monatlichen Selbstabtastung – an,“ unterstreicht die Gesundheitsreferentin.

Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ein rauchfreies Leben und generell ein gesunder Lebensstil können Krebserkrankungen minimieren. Das flächendeckende Netzwerk der Gesunden Gemeinden in Oberösterreich will die Menschen dabei unterstützen und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention.

20 Jahre Pink Ribbon: „Eine Erfolgsgeschichte“

2002 hat die Österreichische Krebshilfe die Pink Ribbon Aktion ins Leben gerufen. Dadurch war es möglich, in den letzten 20 Jahren 90.000 Brustkrebspatientinnen konkret zu helfen. „Pink Ribbon ist eine Erfolgsgeschichte und hat unglaublich viel für die Enttabuisierung von Brustkrebs erreicht. Pink Ribbon hat maßgeblich dazu beigetragen, Bewusstsein für Brustkrebsvorsorge und die Wichtigkeit der Mammografie zu schaffen. Danke an die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Oberösterreichischen Krebshilfe!“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander.

Anlässlich zu 20 Jahre Pink Ribbon in Österreich informieren Experten zum Pink Ladiess Day am 14. Oktober ab 14 Uhr im Hey! Steyr. Es gibt eine Glücksrad-Tombola zugunsten der Pink Ribbon Aktion der Krebshilfe und vor allem auch ganz viel an Aufklärung und Beratung durch das Team der Krebshilfe Oberösterreich. Mit einer Wunschblume können die Veranstalter Patientinnen eine kostenlose Beratung ermöglichen.

Zahlen und Fakten

Weltweit gab es 2020 mehr als 2,26 Millionen neue Fälle von Brustkrebs und 685.000 Todesfälle durch Brustkrebs. Brustkrebs war damit weltweit die häufigste Krebstodesursache bei Frauen und die fünfthäufigste Krebstodesursache insgesamt (International Agency for Research on Cancer, IARC). Die Zahl der heute weltweit lebenden Frauen, bei denen innerhalb der letzten 5 Jahre Brustkrebs diagnostiziert wurde, wird von der IARC auf fast 8 Millionen geschätzt. 

1985 wurde in Österreich bei 3.501 Frauen Brustkrebs diagnostiziert, 2009 waren es bereits 5.103 Neudiagnosen (+46%). 2019 entfielen mit 5.568 Fällen rund 30 Prozent aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen auf Brustkrebs (bei Männern 63 Fälle) und mit 1.610 Verstorbenen 18 Prozent aller Krebssterbefälle. Damit ist Brustkrebs bei Frauen auch in Österreich die häufigste Krebsart und die häufigste krebsbedingte Todesursache.

„Der Anstieg an Brustkrebsneuerkrankungen lässt sich vor allem durch die gesteigerte Inanspruchnahme von Brustkrebs-Früherkennungsprogramm erklären. und aufgrund der zunehmenden allgemeinen Lebenserwartung. Je älter wir werden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken,“ so Burian. „Durch den medizinischen Fortschritt und den Einsatz zielgerichteter Therapien können wir jedoch immer mehr Frauen ermöglichen, trotz oder mit einer Brustkrebserkrankung „gesund“ alt zu werden. Auch die Überlebensdauer mit einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung ist zwar im Vergleich zu vor 20 Jahren deutlich gestiegen. Es gilt: je früher der Tumor erkannt wird, desto höher die Heilungschancen.“

Dank der durch die Österreichische Krebshilfe 2002 ins Leben gerufenen Pink Ribbon Aktion, war es möglich, in den letzten 20 Jahren rd. 90.000 Mal Brustkrebspatientinnen zu helfen und sie durch die Krebs-Erkrankung zu begleiten. Die Zahl an hilfesuchenden Patientinnen hat sich in den letzten Monaten stark erhöht. Da alle Angebote der Krebshilfe  für Patienten und Angehörige kostenlos sind und werden ausschließlich durch Spenden finanziert werden findet  

Tumorzentrum bündelt Expertise

„In Oberösterreich gehören Versorgung durch das Land und Vorsorge durch jede und jeden Einzelnen zusammen. Daher ist das Bewusstsein der Bevölkerung für Vorsorge, Früherkennung und Behandlung besonders wichtig. Zugleich bietet das Land mit dem Tumorzentrum Oberösterreich die bestmögliche Hilfe an,“ so Gesundheitsreferentin Haberlander. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Komplexität der Behandlung von Krebserkrankungen braucht es neue Wege der Zusammenarbeit zwischen den Spitälern. Daher wurde das Tumorzentrum ins Leben gerufen, um Expertisen zu bündeln und die beste Versorgung für Krebspatientinnen und -patienten in Oberösterreich zu bieten. Dieses wird stetig erweitert, um das Ziel zu erreichen, dass Oberösterreich zu einem europäischen Vorzeigebeispiel für Krebsbekämpfung wird. „Das Tumorzentrum ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Die Patientinnen und Patienten und auch deren Angehörige erhalten dank dieses Zentrums Zugang zur bestmöglichen Behandlung, egal, wo man in Oberösterreich lebt“, sagt Haberlander.


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