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Tag der Krankenpflege (12. Mai): Pflege-Experten in den Kliniken der OÖG sind mit Wissen und Expertise für die Patienten

Nora Heindl, 12.05.2023 07:45

FREISTADT/KIRCHDORF/LINZ/ROHRBACH/ STEYR/SCHÄRDING/VÖCKLABRUCK. Sie sind ExpertInnen in ihrem Fach und stehen PatientInnen, Angehörigen und KollegInnen mit ihrem Wissen unterstützend zur Seite. Gemeint sind die Pflege-ExpertInnen in den Kliniken der Oberösterreichischen Gesundheitsholding. Zum Tag der Pflege am 12. Mai geben sie Einblick in ihre Arbeit.

Am 12. Mai ist Tag der Krankenpflege. (Foto: OÖG)
Am 12. Mai ist Tag der Krankenpflege. (Foto: OÖG)

Wo finde ich nach dem Klinikaufenthalt Betreuung, wenn es alleine zu Hause nicht mehr geht? Wie gehe ich richtig mit einer an Demenz erkrankten Person um? Und wie kann ich trotz Herzschwäche ein starkes Leben führen? Bei diesen und vielen weiteren Fragen unterstützen Pflege-Experten mit Wissen, Erfahrung und Empathie. Sie sind damit nicht nur für die Versorgung von Patienten und die Betreuung von Angehörigen besonders wichtig, sie sind auch Ansprechpartner und Wissensvermittler für Kollegen im Klinikalltag.

„In Oberösterreich arbeiten wir tagtäglich daran, dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können. Heute und bis ins hohe Alter. Einen ganz wesentlichen Beitrag dazu leisten die Pflegekräfte in Oberösterreichs Kliniken. Dafür möchte ich mich – insbesondere anlässlich des Tags der Pflege - ganz herzlich bedanken“, sagt Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander.

Das vielseitige Aufgabengebiet der Pflege-Experten

Mehr als 8.000 Personen arbeiten in der OÖ Gesundheitsholding in der Pflege. „Professionelle Pflege ist ein vielseitiges und herausforderndes Tätigkeitsfeld, das Sensibilität, ein hohes Maß an Eigenverantwortung und natürlich umfassendes Wissen erfordert. In der Oberösterreichischen Gesundheitsholding wird an den Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege und an der FH für Gesundheitsberufe sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen vermittelt. Nach der Basisausbildung, können sich die Kolleginnen und Kollegen durch spezielle Zusatzausbildungen zu Expertinnen und Experten bestimmter Fachbereiche ausbilden lassen“, erklärt Christa Kneidinger, Pflegedirektorin am Klinikum Rohrbach und Sprecherin der Pflegedirektoren in der OÖG.

„Pflege-Expertinnen sind in den Kliniken der Oberösterreichischen Gesundheitsholding beispielsweise im Bereich der Hygiene, der Onkologie, bei der Beratung von Diabetespatientinnen und -patienten und deren Angehörigen, in der Stillberatung, bei der Stoma-Beratung, in der Überleitungspflege, im Wundmanagement und in vielen weiteren Bereichen tätig“, erklärt Christa Kneidinger weiter. Der Aufgabenbereich ist je nach Spezialisierung sehr unterschiedlich.

Maria Zisch, Herzinsuffizienz Pflege-Expertin am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr

Die Diagnose chronische Herzschwäche verändert das gesamte Leben der Patienten von einem Tag auf den anderen. Die Erkrankung ist mit der richtigen Therapie gut behandelbar – wichtig ist jedoch, dass die Patienten aktiv mitmachen. Je mehr Wissen sie über ihre Erkrankung haben, desto besser können sie damit umgehen und die Therapie unterstützen.

„Als Herzinsuffizienz-Pflegeexpertin arbeite ich eng mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist es Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten so zu betreuen, dass sie vor allem außerhalb des Klinikums in ihrem Alltag, trotz ihrer Erkrankung, bestmögliche Lebensqualität haben. Ich habe die Möglichkeit mit Betroffenen individuell und mit mehr Zeit auf Fragen, Sorgen und auch Ängste einzugehen. Gleichzeitig kann ich durch meine langjährige Erfahrung in der Kardiologie und die Spezialausbildung Befunde mit den Patientinnen und Patienten noch einmal in aller Ruhe besprechen und eventuell vereinfacht erklären. Ich versuche unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich über Themen wie Ernährung, Flüssigkeitszufuhr, Symptomkontrolle, Medikamenteneinnahme bzw. möglicher Nebenwirkungen aufzuklären. Besonders wichtig ist das Thema Bewegung, aber auch die tägliche Kontrolle von Blutdruck, Puls und Gewicht“, beschreibt Pflege-Expertin Maria Zisch die Zielsetzung ihrer Arbeit.

Daniela Rappold, ERAS-Nurse am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck

Der Erholungsprozess nach einer Operation beginnt schon vor der Operation. Dafür sorgt das ERAS®-Konzept, von dem Patienten mit komplexen Leber- und Pankreasoperationen im Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck profitieren. Daniela Rappold ist als ERAS Nurse österreichweit die einzige Fachpflegeperson, die in dieser Funktion tätig ist.

Das Ziel des Behandlungs-Konzeptes ERAS® (Enhanced Recovery after Surgery) ist eine verbesserte perioperative Selbstständigkeit und Lebensqualität der PatientInnen mit Reduktion von Komplikationsraten durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit auf Basis eines strukturierten Behandlungspfads. Neben der Begleitung der Patienten sieht sich Rappold als Bindeglied zwischen den involvierten Berufsgruppen. Im interdisziplinären ERAS-Team werden Pflegekräfte, ChirurgInnen, Diätologen, Physiotherapeuten, Psychoonkologen und Anästhesisten gemeinsam arbeiten.

Daniela Rappold erklärt: „Die Besonderheit für unser Patientinnen und Patienten liegt darin, dass sie von mir durch den gesamten Prozess von der Ambulanz über den stationären Aufenthalt bis hin zur Entlassung begleitet werden und ich ihre Ansprechperson bin. Ich koordiniere ihre Termine, sodass ein effizienter Behandlungsablauf gewährleistet werden kann. Abgerundet wird dies durch einen Nachsorgeanruf, um eventuelle Schwierigkeiten in der ersten Zeit zu Hause frühzeitig aufzudecken. Besonders wichtig ist mir, dass die Patientinnen und Patienten schon vor der Operation aktiv miteinbezogen und in ihrer Selbständigkeit gefördert werden.“

Kerstin Leutner, Akademische Wundmanagerin am Kepler Universitätsklinikum

Schlecht heilende und chronische Wunden stellen im Rahmen des Behandlungsprozesses für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Wundmanageren betreuen und beraten in dieser belastenden Situation.

Die Ziele eines kompetenten Wundmanagements sind die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten und die Verkürzung der Wundheilung von akuten und chronischen Wunden. Dies wird durch kontinuierliche, bedarfsgerechte Behandlung in einem interdisziplinären Team erreicht. Die Verbesserung der individuellen Lebensqualität des Betroffenen, sowie die Steigerung der Selbst- und Gesundheitskompetenz nehmen dabei einen hohen Stellenwert ein.

„Die Aufgaben mit denen ich als Wundmanagerin täglich konfrontiert werde, sind so unterschiedlich und komplex, wie die betroffenen Personen selbst. Diese Komplexität beinhaltet nicht nur Fakten die die Wunde betreffen (Klärung der Ursache, geeignete Verbandstoffe, Weiterversorgung zu Hause…), auch die individuellen Ziele jeder einzelnen Patientin bzw. jedes Patienten, die Erwartungen und Pläne gilt es in der Wundbehandlung zu beachten und danach zu handeln. Im Mittelpunkt steht der Mensch, der durch seine chronische Krankheit einen veränderten Alltag erlebt. Eine chronische Wunde beeinflusst das ganze Leben der Patientin bzw. des Patienten“, sagt Kerstin Leutner.

Entlassungsmanagement am Klinikum Rohrbach

Das Entlassungsmanagement hat das Ziel, Patienten und deren Vertrauenspersonen umfassend zu unterstützen und zu beraten. Dabei klären die Spezialisten über notwendige Hilfsmittel, verfügbare Unterstützungsangebote und Antragswege auf und geben umfangreiche Informationen, wo pflegende Angehörige Hilfe und Unterstützung finden können.

„Im Entlassungsmanagement ist uns wichtig Patientinnen und Patienten sowie Angehörige individuell-, bedürfnis- und fähigkeitsorientiert zu unterstützen. So kann eine gute Überleitung in das Zuhause oder andere nachsorgende Einrichtungen gelingen“, schildert das Team des Entlassungsmanagements am Klinikum Rohrbach.

Gerlinde Joos, Breast Care Nurse (BCN) am Klinikum Schärding

Die Diagnose Brustkrebs stellt betroffene Frauen vor große Belastungen und Herausforderungen. Unweigerlich führt dies zu einer Menge an Fragen und Ängsten. Für größtmögliche Unterstützung im Bereich der Pflege gibt es in den Brustzentren der Oberösterreichischen Gesundheitsholding speziell ausgebildete „Breast Care Nurses“.

Gerlinde Joos im Klinikum Schärding ist eine davon, sie ist Mitglied des therapeutischen Teams und ist während der gesamten Behandlung als Ansprechpartnerin für Frauen mit Brustkrebserkrankungen – von der Diagnosestellung, während der Therapie bis hin zur Nachsorge – tätig.

„Die Patientinnen und ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit. Meine Aufgabe ist es, die Patientinnen von Anfang an in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, Abläufe zu erklären sowie Aus- und Nebenwirkungen von Therapien zu erläutern. Besonders wichtig ist es mir, mit Einfühlungsvermögen zuzuhören, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, was die Patientinnen individuell benötigen“, hebt Gerlinde Joos, Pflege-Expertin für Brustgesundheit hervor.

Sandra Nimmervoll, Demenz-Pflegeexpertin am Klinikum Freistadt

Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich 130.000 Menschen mit einer Form der Demenz. Stimmen die Prognosen, wird sich diese Zahl in 30 Jahren verdoppelt haben. Es gibt viele Formen von Demenz, die häufigste ist die Alzheimer-Erkrankung.

Demenzbeauftragte sind Experten im Umgang mit demenziell beeinträchtigten Patienten. Mit ihrer Expertise unterstützen sie auch andere Berufsgruppen im Spital. Menschen mit Demenz kommen meist als Notfall ins Akutspital. Somit sind sie kaum in der Lage, sich auf ihre neue Umgebung bzw. Situation einzustellen. Spezielles Training für Demenzkranke kann helfen, den Betroffenen auch im fremden Spitalsalltag Sicherheit zu geben.

Im Klinikum Freistadt wurden bereits viele Mitarbeiter – vor allem Pflegekräfte – speziell geschult und aufgeklärt, denn das Verstehen erleichtert den Umgang mit diesen besonderen Patienten. „Menschen mit Demenz können gut unterstützt werden – auch von den Angehörigen. Informieren Sie sich über die Krankheit, nutzen Sie Beratungsangebote und tauschen Sie sich mit anderen pflegenden Angehörigen aus. So kann ein offener Umgang im Familien- und Freundeskreis Verständnis schaffen,“ rät Demenz-Expertin Sandra Nimmervoll. „Es ist jedoch auch wichtig, dass betreuende Angehörige auch auf sich selbst achtgeben! Selbstfürsorge hilft nicht nur den Pflegenden, sondern letztlich auch den Demenzkranken.“

Silvia Zauner, Diabetesberaterin im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf

Diabetesberater arbeiten eng mit den Fachärzten und Diätologen zusammen und stehen den Patienten, im Falle der Diagnose „Diabetes“, unterstützend für den weiteren Umgang mit der Erkrankung zur Seite. Diabetiker erlernen dabei ihre Therapie richtig durchzuführen und im Alltag bestmöglich mit dieser Stoffwechselstörung umzugehen, um eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Auch Angehörige werden in die Beratung miteingebunden.

„Im Rahmen des Diabetesteams im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf arbeiten wir eng mit einem Facharzt für Innere Medizin und unseren Diätologinnen zusammen. Gemeinsam werden spezielle Schulungen für DiabetikerInnen erstellt. Abgestimmt auf ihre ganz persönliche Situation erhalten die Betroffenen dabei fachliches und praktisches Wissen über diese Stoffwechselstörung, um bestmöglich mit ihrer Situation umzugehen“, erklärt Diabetesberaterin Silvia Zauner.


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