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OÖ. Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern: 26 Prozent aller männlichen Krebspatienten waren 2020 mit dieser Diagnose konfrontiert. Früh erkannt sind die Heilungschancen sehr gut. Doch gerade bei der Vorsorge hinken die Männer ziemlich hinten nach.

V. l.: Primar Steffen Krause Leiter der Urologie am Kepler Universitätsklinikum, Geschäftsführerin der Öster. Krebshilfe OÖ Maria Sauer und Obmann des Oö. Hilfswerk Max Hiegelsberger (Foto: Cityfoto/Pelzl)
V. l.: Primar Steffen Krause Leiter der Urologie am Kepler Universitätsklinikum, Geschäftsführerin der Öster. Krebshilfe OÖ Maria Sauer und Obmann des Oö. Hilfswerk Max Hiegelsberger (Foto: Cityfoto/Pelzl)

Lebenserwartung ist nicht gleich gesunde Lebensjahre. Österreich steht dabei im europaweiten Vergleich nicht besonders gut da. So kamen die Österreicherinnen 2019 auf 61,3 in Gesundheit verbrachte Lebensjahre, die Österreicher auf 61,5 Jahre. Das ist unter dem EU-Durchschnitt von 64,2 (Frauen) und 63,1 (Männer). Vor allem liegt Österreich aber weit hinter den diesbezüglichen Spitzenreitern Malta mit im Durchschnitt 68,5 gesunden Jahren bei Frauen und 68,9 bei Männern oder Italien mit 68,5 Jahren bei Frauen und 67,7 bei Männern.

Der Rechnungshof Österreich kommt in seinem Bericht „Gesundheitsförderung und Prävention“ vom 13. Jänner 2023 zum beunruhigenden Ergebnis, dass die Zahl der gesunden Lebensjahre in der Zeit von 2014 bis 2019 sogar um 1,6 Jahre gesunken ist.

„Im Schnitt beginnen bei der österreichischen Bevölkerung ständige gesundheitliche Beschwerden rund sieben Jahre früher als bei den diesbezüglichen Top-Nationen. Das ist ein erheblicher Verlust an persönlicher Lebensqualität“, fasst Max Hiegelsberger, Präsident des oö. Landtags und Obmann des Oö. Hilfswerks zusammen.

Männer hinken bei der Vorsorge hinten nach

Gerade einmal 15,1 Prozent der anspruchsberechtigen Österreicherinnen und Österreicher gingen 2021 zur Gesundenuntersuchung. Frauen nehmen das Angebot dabei weitaus häufiger an als Männer. Während etwa 1,1 Million Frauen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nahmen, waren es bei den Männern nur die Hälfte.

Gerade Männer sind daher aufgerufen, ihre Gesundheit verstärkt selbst in die Hand zu nehmen und nicht erst zum Arzt zu gehen, wenn bereits Schmerzen oder Beschwerden auftreten. „Ich möchte die Männer meiner Altersgruppe, vor allem aber auch die jüngeren Generationen mit Nachdruck auf die Bedeutung der Vorsorge- und Früherkennungs-Untersuchungen, aber auch auf einen gesunden Lebensstil aufmerksam machen. Wir neigen in Österreich aufgrund unseres gut ausgebauten Gesundheitssystem sehr stark zu einem Reparatur-Ansatz. In unserer älter werdenden Gesellschaft hat es aber jeder Einzelne zu einem Gutteil selbst in der Hand, wie es um die Gesundheit im Alter bestellt ist“, so Hiegelsberger.

„Wahre Männer gehen zur Prostatavorsorge“

Neben der für alle ab 18 Jahren empfohlenen Vorsorgeuntersuchung empfiehlt sich für Männer ab 45 zusätzlich eine jährliche Prostata- und Genitaluntersuchung und eine Koloskopie alle zehn Jahre. Denn Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart des Mannes: 26 Prozent (6.123) aller männlichen Krebspatienten (23.373) waren 2020 mit dieser Diagnose konfrontiert.

Der vermehrten Früherkennung sowie verbesserter Diagnostik und modernen Therapien ist es zu verdanken, dass die Sterblichkeit bei Prostatakrebs weiterhin niedrig ist (11 Prozent). „Die Therapien sind heute wie maßgeschneiderte Anzüge: individuell darauf ausgerichtet, die bestmöglichen Ergebnisse für jeden einzelnen Patienten zu erzielen,“ ermutigt Steffen Krause, Leiter der Urologie am Kepler Universitätsklinikum, alle Betroffenen. „Wenn wir nun auch noch ein Umdenken in Richtung rechtzeitigen und regelmäßigen Arztbesuch zur Früherkennung erreichen, dann ist die Behandlung in vielen Fällen noch erfolgreicher. Denn im frühen Stadium ist Prostatakrebs besonders gut heilbar,“ so der Mediziner, der täglich damit konfrontiert ist, was passiert, wenn die Früherkennungsuntersuchungen unterlassen werden.

Zur Angst vor der Untersuchung besteht dabei kein Grund. „Es ist eine extrem unspektakuläre Untersuchung, die mit Gespräch nicht einmal 15 Minuten dauert. Die ominöse Tastuntersuchung, die in fast jedem Kabarett ihren Platz hat, dauert vielleicht höchstens eine Minute, das überlebt man“, schmunzelt Krause. Auch wenn die Diagnose positiv ausfällt, ist kein Grund zur Panik. „Nicht jeder Prostatakrebs muss gleich behandelt werden, manchmal 20 Jahre nicht. Aber es ist gut zu wissen, dass er da ist und ihn zu beobachten“, beruhigt der Mediziner.

Erhöhter PSA-Wert

Dass ein erhöhter PSA-Wert immer ein Anzeichen für Prostatakrebs ist, relativiert Steffen Krause: „Ja, kann er sein. Der Wert kann aber auch erhöht sein, nach einer langen Fahrradtour am Vortag oder wildem Geschlechtsverkehr in der Nacht. Ein einzelner Wert sagt wenig aus, der Verlauf ist entscheidend. Wenn ein Mann zehn Jahre lang einen PSA-Wert von 3 hat, finde ich das nicht beunruhigend. Hat er aber im ersten Jahr einen Wert von eins, im zweiten zwei und im dritten drei, dann ist das hoch auffällig.

Übrigens: Was bei den Frauen das eigene Abtasten der Brust ist, sollte bei Männern ab etwa 18 Jahren die Hoden-Selbstuntersuchung sein, um Veränderungen rasch zu bemerken.

Loose Tie-Aktion soll Männer wach rütteln

Die Loose Tie-Aktion wurde 2015 von der Krebshilfe gemeinsam mit Österreichs Urologen gestartet: „Männer gehen immer noch weniger zum Arzt, erkranken öfter an Krebs und sterben früher. Das muss nicht sein,“ erklärt Krebshilfe-Geschäftsführerin Maria Sauer. „Mit der lockeren Krawatte erinnern wir nicht nur an die Früherkennung, sondern möchten bei den Männern auch einen Impuls setzen: Pro gesunden Lebensstil und pro Krebsvorsorge.“

Besonders freuen sich die Initiatoren über neue, prominente Loose Tie-Testimonials: Publikumsliebling Hans Sigl, oder der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes Robert Mayr setzen mit lockerer Krawatte ein starkes Zeichen für die Männergesundheit. „Ich freue mich sehr, dass so viele prominente Herren und nun auch Landtagspräsident Max Hiegelsberger uns helfen, unseren Appell in die Öffentlichkeit zu tragen,“ bedankt sich Maria Sauer.


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