Klaus Bekker App: Familienfreundliche Hörbücher jetzt auch in OÖ
OÖ. Kindergeschichten gibt es reichlich, solche, die Eltern beim Mithören nicht nach zehn Minuten den Raum verlassen lassen, deutlich seltener.

Die Klaus Bekker App der Kölner denk-media UG versucht genau hier einen anderen Weg: Die Hörbücher spielen an Orten, die es wirklich gibt, von Wien über Lech bis Venedig. Mittlerweile hören rund 2.000 Nutzer regelmäßig mit, und das Angebot findet zunehmend auch in Oberösterreich Aufmerksamkeit.
Hörbuch-App für Kinder und Familien: Was hinter dem Konzept steckt
Das Grundprinzip der App lässt sich in drei Worten zusammenfassen: hören, planen, erleben. Eine Geschichte wird gemeinsam gehört, sie liefert Gesprächsstoff, und am Ende steht im besten Fall ein Ausflug an genau jenen Schauplatz, an dem die Handlung angesiedelt war.
Entwickelt hat dieses Modell Peter Denk, der als TV-Produzent unter anderem an Formaten wie „Achtung Abzocke“ oder „Die Geissens“ beteiligt war und mit Klaus Bekker erstmals ein eigenes Erzähluniversum aufbaut.
Die Zielgruppe beginnt bei Kindern ab fünf Jahren, adressiert werden aber ausdrücklich Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel, also alle, die beim Zuhören ohnehin dabei sind. Die Geschichten sind entsprechend so geschrieben, dass sie für zwei Generationen gleichzeitig funktionieren, mit Abenteuer, Freundschaft, Mut und geheimnisvollen Elementen.
Wien, Lech und bald Kitzbühel: Hörbuch-Abenteuer an realen Orten
Für österreichische Familien ist vor allem interessant, welche Schauplätze bereits vertont sind. Derzeit umfasst die App über 20 Episoden, darunter Wien, Lech, Neuschwanstein, der Bodensee, der Drachenfels, die Wartburg, Prag, Venedig, Amsterdam, Paris, Tokio, Miami, New York, Mallorca, Renesse, Freiburg, Berlin, München, Bonn sowie London in zwei Teilen.
Der Bodensee und Lech liegen für oberösterreichische Familien in bequemer Reichweite, Wien ohnehin, ein Wochenendausflug lässt sich damit ohne großes Budget zu einer Art Spurensuche gestalten. Neue Folgen erscheinen laufend, ermöglicht durch einen Investor aus Liechtenstein, der selbst Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren hat und vorerst anonym bleiben möchte.
In Produktion sind unter anderem drei Folgen aus Tansania, eine Nilkreuzfahrt und die Bretagne; aus den Hörerwünschen haben es zudem Dänemark, Istanbul, Thailand, Kenia und Kitzbühel auf die Liste geschafft.
Regionale Autoren und ein Team von fünf Personen
Die Stoffentwicklung liegt bei Peter Denk selbst, geschrieben werden die Geschichten von Andy Cremer, einem Autor mit oberösterreichischen Bezügen und langjähriger Erfahrung im Fernsehgeschäft. Insgesamt arbeiten fünf Personen am Projekt, ein größeres Autorenteam befindet sich im Aufbau, ein Hinweis darauf, dass die Schauplatzliste noch deutlich wachsen soll.
Zum Team gehört Joelle V. Hoffmann, die nach Stationen in Köln, Bangkok und New York den Bereich Kommunikation verantwortet. Auffällig ist der erzählerische Anspruch, den Denk offen formuliert: Die Kinder in seinen Geschichten seien gut, aber eben nicht brav. Lebendigkeit, Neugier und Fantasie werden bewusst als Stärke gezeichnet, nicht als Störfaktor, eine Haltung, die sich von vielen betont harmonischen Kinderproduktionen unterscheidet.
Neun Sprachen und Musik: Was die familienfreundliche Hörbuch-App technisch bietet
Alle Episoden liegen in neun Sprachen vor, weitere lassen sich ergänzen. Für Familien mit mehrsprachigem Hintergrund oder für Kinder, die gerade Englisch lernen, ergibt sich daraus ein praktischer Nebeneffekt: Dieselbe Geschichte kann in einer zweiten Sprache noch einmal gehört werden, ohne dass der Inhalt neu erschlossen werden muss. Nach dem jüngsten Update sind sämtliche Folgen mit Musik, Sounddesign und Geräuschkulissen unterlegt, vorerst in der deutschen Fassung.
Innerhalb der App gibt es weder Fremdwerbung noch offene Verlinkungen nach außen, ein Punkt, den Eltern in Rückmeldungen regelmäßig hervorheben. Die vollständigen Geschichten bleiben der App vorbehalten; auf dem YouTube-Kanal, dem rund 9.000 Menschen folgen, finden sich lediglich Trailer und Anfangssequenzen von etwa zehn Minuten.
Tipps für Eltern und Kinder: der unkomplizierte Einstieg
Wer die Kinderhörbuch-App zum ersten Mal ausprobiert, ist erfahrungsgemäß mit einer Folge gut beraten, deren Schauplatz sich tatsächlich besuchen lässt, Wien, Lech oder der Bodensee bieten sich für oberösterreichische Familien an. Bewährt hat sich, das Hören nicht als Nebenbeschäftigung laufen zu lassen, sondern bewusst zu terminieren: am Sonntagvormittag, auf der Autofahrt oder abends vor dem Schlafengehen. Im Anschluss lohnt es sich, gemeinsam nachzusehen, was an der Geschichte real ist und was erfunden wurde; Peter Denk berichtet, dass Kinder nach dem Hören häufig von sich aus mehr über die Legenden eines Ortes wissen wollen.
Der dritte Schritt ist der Ausflug selbst, der außer Fahrtkosten meist keine Kosten verursacht, Zeit im Freien statt Bildschirmzeit, ohne belehrenden Unterton. Ein Testbericht von RTL hat die Hörbücher zuletzt für die Altersgruppe von fünf bis vierzehn Jahren geprüft und das Konzept positiv bewertet.








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