Judoka Shamil Borchashvili gewinnt Olympia-Bronzemedaille

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Gratulation an Judoka Shamil Borchashvili zur Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen durch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner. (Foto: Land OÖ)
Gratulation an Judoka Shamil Borchashvili zur Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen durch Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner. (Foto: Land OÖ)
Thomas Lettner Thomas Lettner, Tips Redaktion, 27.07.2021 13:36 Uhr

WELS/LINZ/TOKIO. Judoka Shamil Borchashvili holte die erste Medaille für Oberösterreich bei Olympischen Sommerspielen seit 13 Jahren und die erste Judo-Medaille seit Josef „Pepi“ Reiter im Jahr 1984.

„Shamil Borchashvili hat so hart auf dieses Ziel hingearbeitet. Jetzt hat er Bronze bei Olympischen Spielen gewonnen. Er hat damit oberösterreichische Sportgeschichte geschrieben“, gratulieren Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und Wirtschafts- und Sport-Landesrat Markus Achleitner dem 26-jährigen Judoka von Multikraft Wels, der im Olympiazentrum Oberösterreich trainiert und betreut wird, zu seiner herausragenden Leistung in Tokio. Borchashvili gewann die erste olympische Medaille für Oberösterreich seit Bronze durch Violetta Oblinger-Peters im Kanuslalom (Peking 2008). Als letzter Oberösterreicher jubelte Christoph Sieber im Jahr 2000 im Surfen über Gold. Im Judo war es Josef „Pepi“ Reiter, der im Jahr 1984 in Los Angeles als Dritter auf dem Siegerpodest stand. Der Mühlviertler war auch der erste Österreicher, der in dieser Sportart eine Olympia-Medaille eroberte. Es ist gleichzeitig die erste Judo-Medaille für Österreich seit Silber 2008 in Peking durch den Salzburger Ludwig Paischer.

Grenzenloser Jubel

Borchashvili lieferte im Budokan von Tokio, der Heimat des Judo-Sports, großartige Kämpfe. Den Auftakterfolg feierte Borchashvili in der Kategorie bis 81 Kilogramm über den favorisierten Portugiesen Anri Egutidze im Golden Score (Waza-Ari). Danach setzte er sich ebenfalls in der Verlängerung gegen den israelischen Weltranglisten-Zweiten und Weltmeister von 2019, Sagi Muki (Waza-Ari), durch. Auch gegen den Usbeken Scharofiddin Boltabojew machte er Überminuten, blieb erneut im Golden Score und mit Waza-Ari siegreich. Im Halbfinale unterlag er dem Weltranglisten-Sechsten Saeid Mollaei aus der Mongolei. Im Kampf um Bronze setzte er sich aber mit Ippon gegen den Deutschen Dominic Ressel durch. Eine vermeintliche Ippon-Wertung nach 13 Sekunden war nach Videostudium noch revidiert worden, beim zweiten Anlauf wenig später klappte es dann. Borchashvili zwang Ressler, den aktuellen Weltranglistenzehnten, zu Boden und fixierte ihn, bis der Sieg feststand. Danach war der Jubel grenzenlos.

Judoka von Kindesbeinen an

Borchashvili ist ein gebürtiger Tschetschene. Seine Familie flüchtete im Jahr 2004 mit den jungen Kindern aus Tschetschenien nach Österreich, wo sie erst in Wels eine neue Heimat fand. Schon früh kamen Shamil und seine Brüder Wachid und Kimran, der als Trainingspartner ebenfalls in Tokio ist, mit dem Judo-Sport in Kontakt. Jetzt sind die Borchashvilis in Marchtrenk zuhause. Alle drei haben ihren Trainingsstützpunkt im Olympiazentrum Oberösterreich, das zugleich Bundesstützpunkt Judo ist.

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