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Zwanzig Jahre LH Pühringer: „Bin immer noch voller Ideen, was man in Zukunft machen kann“

Wolfgang Schobesberger, 03.03.2015 09:10

Vor fast genau 20 Jahren übernahm Josef Pühringer erstmals das Amt des Landeshauptmannes, seither bestimmt er die Geschicke des Landes maßgeblich mit. Von Amtsmüdigkeit ist beim mittlerweile 65-jährigen Landespolitiker nichts zu spüren. Auch dieses Jahr wird er seine Volkspartei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl führen.

Josef Pühringer ist mit 20 Jahren einer der dienstältesten Landeshauptleute Foto:Vowe
Josef Pühringer ist mit 20 Jahren einer der dienstältesten Landeshauptleute Foto:Vowe
Zum Zeitpunkt von Josef Pühringers Amtsantritt befand sich Oberösterreich in einem vollkommen neuen Umfeld. Der Eiserne Vorhang war erst fünf Jahre zuvor gefallen, und der EU-Beitritt Österreichs war sogar erst wenige Monate zuvor erfolgt. „Bis dahin war Oberösterreich am Ende der Welt, jetzt war man mitten in Europa“, so der Landeshauptmann, der sich zahlreichen weiteren Veränderungen gegenübersah. Die Digitalisierung habe mit ungeheurem Tempo zugenommen und auch die Globalisierung habe Fahrt aufgenommen. Auch die weichen Standortfaktoren hätten enorm an Bedeutung gewonnen. „Plötzlich war nicht nur noch von Flugzeug, Straße und Schiene sondern auch von Bildung, Forschung, Wissenschaft und Kultur die Rede“, erklärt Pühringer.   110.000 neue Arbeitsplätze “Als größten Erfolg sehe ich, dass wir bei meinem Amtsantritt als Landeshauptmann 515.000 Arbeitsplätze in Oberösterreich gehabt haben und jetzt zirka 623.000 - das sind fast 110.000 Arbeitsplätze mehr“, so Pühringer. Der größte Erfolg sei aber zugleich auch die größte Herausforderung, denn trotz Zuwachs bei den Arbeitsplätzen gebe es auch Zuwachs bei den Arbeitslosen. Das dürfe uns nicht egal sein - jeder Arbeitslose sei einer zuviel. Dass in seiner 20-jährigen Amtszeit nicht alles ideal gelaufen ist, räumt der Landeshauptmann offen ein. „Im Nachhinein ist man immer gescheiter“, so Pühringer. Als vielleicht größtes Versäumnis sieht er die Kommunikation und Information rund um die Spitalsreform. Man hätte hier breiter und intensiver über die Neustrukturierung informieren sollen und stärker auf die Chancen als auf die ökonomischen Effekte eingehen sollen. Nun sei es aber wichtig an die Zukunft zu denken, denn die Region stehe derzeit wieder an einem wichtigen Kreuzungspunkt.   Kommende Aufgaben Im Vergleich mit anderen Standorten in modernen Industrie­nationen liegt Oberösterreich im guten Mittelfeld. Ziel müsse es nun sein, den Weg Richtung Spitze anzutreten, gibt Pühringer die Marschroute vor. „Es geht nun darum, Oberösterreich sowohl als Land der Arbeit, der Wirtschaft und Industrie, zu der ich mich ausdrücklich bekenne“, betont Pühringer, „weiter zu profilieren und zugleich Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur ebenfalls weiter zu entwickeln.“ Dazu sei es nötig, in die Standortqualität und alle Infrastrukturbereiche zu investieren. Es gehe um Deregulierung, die Erhöhung der Forschungsquote, den Ausbau der Universität zur Volluniversität und um eine weitere Verbesserung der Kinderbetreuung. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist heute für die Ausschöpfung des Arbeitskräftepotenzials von großer Wichtigkeit“, so der Landeshauptmann.   Schulterschluss Änderungen sind aber, etwa bei umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen, auch in Bereichen nötig, die in den Zuständigkeitsbereich von Bund und EU fallen. Hier unterstreicht Pühringer die Bedeutung eines gemeinsamen Auftretens der oberösterreichischen Verantwortungsträger. „Wir haben in der letzten Zeit im Bund fast Unmögliches erreicht.Ich erinnere an die Hochwasserbauten, den Machlanddamm, die medizinische Fakultät oder den Westring. Mit Geschlossenheit und einer Politik, die das Gemeinsame vor das Trennende stellt, ist sehr viel möglich. Deshalb sei es sehr wichtig den Stil des Miteinanders zu erhalten. „Ich appelliere an alle, daran zu bedenken, dass es auch den Tag nach der Wahl gibt. Das Porzellan das man nicht zerschlägt braucht man nicht kitten“, so Pühringer mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf.   Tatendrang Auch nach zwei Jahrzehnten im Amt geht Pühringer immer noch mit großer Freude an seine Aufgaben: „Ich bin immer noch voller Ideen was man in Zukunft tun kann und Gott sei Dank habe ich Freude, Energie und Kraft um meine Aufgabe weiter zu erfüllen.“ Auch beim anstehenden Wahlkampf wird er der OÖVP als Spitzenkandidat zur Verfügung stehen. Seine Motivation holt er sich bei den Menschen. „Ich erlebe jeden Tag Kraft und Ideenreichtum der Oberösterreicher - unser größter Schatz.“

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