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LINZ. Zwar wurde das Radfahrbudget 2017 im letzten Gemeinderat wieder auf 285.000 Euro erhöht, dennoch bereitet die selbst auferlegte Erhöhung des Radverkehrs-Anteils der Stadt auf 15 Prozent (derzeit 6 Prozent) bis 2020 gehöriges Kopfzerbrechen. Bis Herbst sollen parteiübergreifend nun konkrete Vorschläge auf den Tisch kommen, auch die Grobkostenschätzung für einen Fußgänger- und Radfahrsteg über die Donau soll bis dahin stehen.

  1 / 4   Klaus Grininger (Grüne) kritisiert den Schilderwald: „Die Baustelle, in dem Fall der Urfahraner Markt, ist längst vorbei, der Radweg aber immer noch gesperrt.“

Laut dem aktuellen Rechnungsabschluss für das Jahr 2015 wurde das Radbudget in Linz im Vorjahr um fast zwei Drittel unterschritten. Statt 285.000 wurden nur rund 100.000 Euro für Projekte ausgegeben. „Mehr Innovationskraft braucht die von allen Fraktionen angekündigte Mobilitätswende in Linz“, meint der Verkehrssprecher der Grünen Linz, Klaus Grininger. „Dass im Vorjahr nur so wenige Projekte zur Umsetzung gekommen sind, ist absolut unverständlich. Seit Jahren liegen fertige Projekte am Tisch. Leider fehlte der rot-blauen Mehrheit bislang der Mut, das LED-Warnsystem auf der Nibelungenbrücke zu installieren und somit die gefährliche Donauquerung für Radler sicherer zu machen. Innovationskraft ist gefragt, nicht Verwaltung von Defiziten.“

Zu wenige Abstell-Anlagen

Auch bei den Radabstellanlagen sei noch viel zu tun. Laut VCÖ wurden in Linz im Vorjahr 9,3 Räder pro 1000 Einwohner gestohlen. Grininger: „Eine Grüne Initiative für mehr sichere Abstellanlagen scheiterte bislang noch an der rot-blauen Rathauskoalition. Das Geld ist also da: Bei gutem Willen könnte sofort mit der Ausschreibung für neue, abgesicherte Radabstellanlagen begonnen werden.“

Vorschläge bis Herbst

Der zuständige Verkehrs-Stadtrat Markus Hein (FP) kontert die Vorwürfe der Untätigkeit und kritisiert auch die anderen Fraktionen: „Bisher gab es nicht mehr als nebulose Forderungen. In der letzten Ausschusssitzung wurden alle Parteien aufgefordert, ihre konkreten Vorschläge bis zum Herbst abzugeben.“ Zur Linzer Radfahr-Charta, die sich die eingangs erwähnte Erhöhung des Radverkehrsanteils auf die Federn geschrieben hat, meint Hein: „Die FPÖ hat diese Charta nicht unterschrieben, da die Finanzierung der Projekte darin nicht vorkam, dies also alles andere als seriös gewesen wäre.“

Kommt der Radfahr-Steg?

Zumindest beim Dauerbrenner-Thema Fußgänger- und Radfahrsteg über die Donau zeigt man sich wieder gesprächsbereit: Das Thema wird wieder im Verkehrsausschuss diskutiert. Markus Hein lässt dabei mit einer ungewöhnlichen Aussage aufhorchen: „Der Steg ist für mich wesentlich sinnvoller als der Ausbau des Radweges Linz-Wilhering. Und im gleichen Atemzug könnte man sich dann auch die Verbreiterung der Nibelungenbrücke sparen, da man ohnehin einen Donauübergang bekommt. Bis zum Herbst sollen Grobkostenschätzung und mögliche Alternativen auf dem Tisch liegen“, so Hein.

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