Mehr Wissensaustausch mit Großbritannien - vor allem im Bereich Forschung und Lehrlinge
Birmingham/Linz. Bildungs-Landesrat Thomas Stelzer will die Zusammenarbeit mit Großbritannien in den Bereichen Forschung und Lehrlingsausbildung intensivieren. Dazu hat er vor Ort zwei Abkommen unterzeichnet. Der Brexit soll dabei nicht im Weg stehen.

Durch die Abkommen mit der Warwick Manufacturing Group und dem Manufacturing Technology Center soll vor allem mehr Wissensaustausch stattfinden. „Ohne die Leistungen unserer Bildungseinrichtungen schmälern zu wollen, ist es gut, wenn wir bei solchen Institutionen einen Fuß in der Tür haben. Davon können wir nur profitieren“, so Stelzer. Für die praktische Abwicklung der Kooperationen sind die Upper Austrian Research und das Regionale Innovations Centrum zuständig.
Ähnlichkeit zu Oberösterreich
Die Entscheidung, Partnerschaften in der Region West Midlands, in der beide Einrichtungen ihren Sitz haben, einzugehen, fiel vor allem wegen der großen Ähnlichkeit zu Oberösterreich. „Auch die Wirtschaft in den West Midlands ist Industrie-geprägt, die Bereiche Automotive und Kunststoff spielen auch hier eine große Rolle“, sagt Stelzer. Der bevorstehende Brexit soll der Forschungs-Zusammenarbeit nicht im Wege stehen. Auch Wirtschaftsdelegierter Christian Kesberg sieht die Forschungslandschaft im Vereinigten Königreich derzeit nicht in Gefahr. Mit geringeren Investitionen (1,78 Prozent des BIP, Österreich: 2,84 Prozent des BIP) erreiche Großbritannien bessere Ergebnisse. Die Auswirkungen des Brexit könne er dagegen nicht abschätzen. So sei etwa der britische Siemens-Chef sicher, dass die „Abkoppelung Großbritanniens von der europäischen Forschungslandschaft viele Firmen dazu bringen wird, ihr Engagement zu überdenken“. Für die österreichische Wirtschaft befürchtet Wirtschaftsdelegierter Kesberg Folgen durch so genannte Sekundäreffekte. Zwar sei Großbritannien für Österreich nur der achtwichtigste Markt, für die deutsche Industrie, für die österreichische Firmen wichtige Zulieferer sind, steht das Land allerdings an dritter Stelle. Ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche britisch-österreichische Zusammenarbeit ist das Distributionslager des Handelsunternehmens John Lewis. Die Grazer Firma Knapp hat einen Teil der hochmodernen Lager-, Transport- und Verpackungslösungen geliefert, 2009 gingen die ersten Anlagen im Betrieb. Bei John Lewis sieht man die Zukunft positiv, Umsatzprognosen für 2017 wurden massiv nach oben korrigiert. Grund ist das florierende Online-Geschäft, das derzeit 37 Prozent des Umsatzes ausmacht und bis spätestens 2020 auf 50 Prozent steigen soll.


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