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OBERÖSTERREICH. Nach mehr als 22 Jahren an der Spitze der Energie AG zieht sich Leo Windtner am 28. Februar als Vorstandsvorsitzender zurück.

Mehr als 22 Jahre stand Leo Windtner an der Spitze der Energie AG. Foto: GEPA
Mehr als 22 Jahre stand Leo Windtner an der Spitze der Energie AG. Foto: GEPA

„Wir durchlebten bewegte Zeiten, die klarerweise nicht immer einfach waren. Wir waren vorerst Übernahmekandidat und hatten mächtige Gegner, blieben aber immer aktiv und verlegten uns nicht auf das bloße Reagieren. Marktnähe lernten wir als Lektion der Strommarktliberalisierung“, erinnert sich der 66-Jährige aus St. Florian bei Linz an besondere Herausforderungen wie den Bau des Wasserkraftwerkes Lambach oder den Ausstieg aus dem tschechischen Strommarkt, wo die Energie AG mehr als zwei Millionen Kunden betreute und wirtschaftlich sehr erfolgreich auftrat.

Ortschef und „General“

Als Maturant einer Linzer Handelsakademie studierte Windtner in Wien Welthandel. Nach der Promotion trat er 1978 in die damalige OKA ein, sieben Jahre später war er Abteilungsleiter – und plötzlich auch Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde. „Wir gewannen überraschend die Wahl, also blieb mir keine“, musste der verheiratete Familienvater mit einer Doppelbelastung leben. Ein Jahr nach der Bestellung zum Generaldirektor der Energie AG (1994) war damit aber Schluss. „Das wäre sich auf Dauer nicht mehr ausgegangen“, begründet Windtner seinen Rückzug aus der Politik.

Infrastrukturkompetenz

Die Zukunft der am 1. Jänner 1999 als OKA-Nachfolgeunternehmen gegründeten Energie AG, die 2016 mehr als 1,5 Milliarden Euro umsetzte und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 135,4 Millionen schaffte, sieht der ehemalige Generaldirektor und amtierende ÖFB-Präsident (seit 1. März 2009) im weiteren Ausbau der Infrastrukturkompetenz. „Immer wichtiger werden Kernbereiche wie Wasser- und Abfallwirtschaft. Der bloße Verkauf von Kilowattstunden wird auch weiterhin nicht reichen.“

Weitere Zitate Leo Windtner:

„In Sozialkompetenz und Krisenmanagement sehe ich die Eckpfeiler von Führungsqualität. Eine robuste Vertrauensbasis bildet das Fundament.“

„Oberstes Ziel bei meinem Antritt als Vorstandsvorsitzender war, das Image als verstaubtes Unternehmen der Privilegienritter los zu werden. Nach sechs bis sieben Jahren war der Wandel vollzogen.“


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