„Nicht mit Mir!“- Feministische Kampagne für Frauenrechte (nicht nur) zum 8. März
Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2017 hat es wie jedes Jahr weltweit Demonstrationen und Protestmärsche geben. So auch hier in Linz. In Linz hat die Sozialistische LinksPartei (SLP) im Zuge ihrer Kampagne „Nicht mit mir“ einige Wochen zuvor begonnen, für die Demonstration „Feminismus und Krawall“ am 8. März in Linz zu mobilisieren.
Die „Nicht mit mir“-Kampagne der SLP in Linz
Ziel der Kampagne war es nicht nur Passanten und Passantinnen dazu einzuladen, an dieser Demo teilzunehmen, sondern auch einen eine klare Botschaft zu verbreiten:
„Frauenrechte sollten nicht nur einmal im Jahr thematisiert werden. Diverse PolitikerInnen und Medien spielen sich an diesem Tag gerne auf, um als ,FrauenverteidigerInnen' dazustehen. In Wirklichkeit betreiben sie allerdings Kürzungspolitik, z. B im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich, die besonders Frauen hart treffen. Von Feminismus kann ihr keinesfalls die Rede sein. Gerade sie sind ja für die Lage unterdrückter Frauen verantwortlich. Sie drängen Frauen mit ihren Kürzungsmaßnahmen in eine finanzielle Abhängigkeit. Wenn die FPÖ ,Frauenrechte“ verteidigt, nützt sie es nur für rassistische Hetze. In Wirklichkeit fordert und fördert die FPÖ beispielsweise die Schließung von Frauenhäusern.“
FPÖ-Politiker und PolitikerInnen verbreiten außerdem konservative und sexistische Frauenbilder, die Frauen hinter dem Herd oder als Sexobjekt sehen! Von so jemand ist keine Verbesserung für Frauen zu erwarten! Deshalb bauen wir von der SLP gezielt Widerstand gegen diese Politik auf!“ Statement einer Aktivistin der SLP Linz und „Nicht mit mir Kampagne“
Via Facebook und ihrer Homepage www.slp.at veröffentlichte die SLP diverse Berichte zu ihrer Mobilisierungsarbeit, sowie Artikel und Stellungnahmen zum Thema Feminismus, Antisexismus und Gewalt an Frauen. Gezielt wurde außerdem vor einer Linzer Schule mobilisiert, um auch mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen und mit sie einzuladen, sich der Demo anzuschließen.
Bei Reden auf Mobilisierungskundgebungen wurde unter anderem die erneute Gesetzeslockerung bei häuslicher Gewalt in Russland thematisiert.
„Jährlich sterben in Russland circa 12.000 bis 14.000 Frauen an den folgen häuslicher Gewalt. In der Öffentlichkeit wird dieses Thema dort beharrlich totgeschwiegen und ist grausamer Alltag vieler Frauen. Gewalt an Frauen ist in Russland oftmals eine Sache, für die sich die Polizei nicht verantwortlich fühlt. Das sollte in den eigenen vier Wänden ,geklärt“ werden soll. Nun wird häusliche Gewalt weiter ,bagatellisiert“, in dem die Gesetzgebung diesbezüglich weiter gelockert wird! ....“ Ausschnitt einer Rede einer Aktivistin der SLP LINZ
Auch über die momentane Situation in Irland und dem dort aktuell herrschenden Kampf gegen das Abtreibungsverbot wurde berichtet. Die Organisation ROSA, in welcher die irische Schwesternpartei der SLP „Socalist Party“ maßgeblich beteiligt ist, spielt in diesem Kampf eine ganz zentrale Rolle.
Neben einiger internationaler Berichte über Frauenunterdrückung, wurde aber auch konkret die Situation in Österreich gesprochen: Kürzungen im Sozialbereich, die Tatsache, dass Frauen bis zu einem Viertel weniger verdienen und die Schließung von Frauenhäusern, welche Frauen Schutz und Hilfeleistung bieten sollen, etc.
Die konkreten zentralen Forderungen der SLP bezüglich Frauenrechte sind:
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und einen Mindestlohn von 1700€, Frauen verdienen rund 25 Prozent weniger für die gleiche Arbeit als Männer. Frauen dürfen nicht in die finanzielle Abhängigkeit gedrängt werden!
- Frauen sollten selbst bestimmen, wie sie sich kleiden möchten: NEIN zum Kopftuchverbot!
- Nein zu Schließungen von Frauenhäusern und Kürzungen im Sozialbereich, die besonders Frauen hart treffen! Frauenhäuser, Beratungs- und Hilfsstellen dürfen nicht weiter von FPÖ &Co gekürzt werden. Genau solche Hilfsmaßnahmen müssen noch viel weiter ausgebaut werden, um so flächendeckende und ausreichende Hilfestellung für betroffene Frauen bieten zu können!
- Kostenlose Verhütungsmittel, und die Möglichkeit überall einen sicheren kostenlosen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu können, sowie guten Aufklärungsunterricht!
- Widerstand gegen die „Schwarz-Blaue“ Landesregierung, die Kürzungen bei Kinderbetreuung, Pflege und Gesundheit durchpeitscht – diese treffen vorwiegend Frauen!
Feminismus ist nicht nur ein Kampf der von Frauen geführt wird…
Für AktivistenInnen der SLP ist der Kampf für Frauenrechte immer auch ein Kampf von ArbeiterInnen gegen das sogenannte „1%“- die wenigen „Superreichen“ und Mächtigen der Welt.
„Ihr Reichtum stammt aus der Ausbeutung und Aneignung der geschaffenen Werte von ArbeiterInnen. Deshalb ist es notwendig, dass der Kampf von Frauenrechten gemeinsam mit dem Kampf der ArbeiterInnenklasse geführt wird. Das traditionelle Frauenbild dient dazu, dieses System zu erhalten und stützen. Es ist fixer Bestandteil des herrschenden Wirtschaftssystems: die Doppelbelastung von Frauen. Unbezahlte Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege der Angehörigen werden an Frauen abgewälzt. Das spart dem Staat Abermillionen Euro.“
Feminismus und Krawall am 8. März
Die Demo gestern am 8. März startete um 15 Uhr vor dem Musiktheater, zog über die Landstraße zum Martin-Luther-Platz und endete schließlich am Hauptplatz.
Auffallend war starke der künstlerische Einfluss. Dutzende Transparente, Schilder und Plakate thematisierten diverse Frauenthemen, wie beispielsweise das Recht auf die Möglichkeit zu kostenfreien und überall frei zugänglichen Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln und forderten den aktiven Widerstand gegen Sexismus und Sexualisierung von Frauen.
AktivistInnen der SLP waren Teil der circa 250 Menschen Demonstrierenden, die durch die Linzer Innenstadt zogen. Mit Megafon, Flyern, Zeitungen, und Schild waren sie der antikapitalistische und sozialistische Block der Demo.
« Was bedeutet Schwarz und Blau?! - Sexismus und Sozialabbau » „Schlachtruf der SLP“
Die Aussage hinter diesem Slogan ist die, dass es unter der oberösterreichischen “schwarz-blauen“ Landesregierung nur weitere Kürzungen im Sozialbereich gibt, die Frauen, MigrantInnen, sowie auch die gesamte ArbeiterInnenklasse weiter in die Knie zwingen werden. (Die SLP meint damit nicht nur die stereotypischen Arbeiter auf der Baustelle oder in einem Werk. Sie bezieht damit genauso auf SchülerInnen, Studierende, Arbeitslose, Angestellte und PensionistInnen)
„Die SLP ruft zum Widerstand gegen diese Regierung und gegen Kürzungen auf. Doch es darf sich auch nicht auf die restlichen etablierten Parteien verlassen werden, wo doch auch SPÖ und Grüne für einige Kürzungen und Verschlechterungen verantwortlich sind.“
Mit der Kampagne „Nicht mit mir“ führt sie österreichweit dem Kampf um Frauenrechte und nimmt auch zentrale Rollen in diversen Aktionen, Demonstrationen und Protesten ein: Auch in Wien und Graz nahm die SLP aktiv an kämpferischen Protesten für Frauenrechte teil.
„Die Demo zum Internationalen Frauentag 2017 ging gestern Abend vielleicht zu Ende. Der (inter-)nationale Frauenkampf hingegen, geht immer noch weiter und hat gerade „erst“ begonnen!“
Anknüpfend an den Internationalen Frauentag wird die SLP nächste Woche zu einer Diskussionsveranstaltung zum (inter-) nationalem/r Frauenkampf/Bewegung veranstalten:
LINZ: 14.03.17- 18:30: Diskussion in der Alten Welt- Hauptplatz 4, Linz
Diskussion: Aufleben der Frauenbewegung international und in Österreich
https://www.facebook.com/events/386316008402406/


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15.03.2017 15:05
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