Bewerbungstipps - heute im Interview Michael Wicke (Mjam)

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Florian Niederwimmer   Anzeige, 01.08.2017 10:08 Uhr

Das Studium in der Tasche, der Job in weiter Ferne: Der Hochschulabschluss allein ist noch kein Ticket in die Arbeitswelt. Jetzt geht der Bewerbungsmarathon erst richtig los. Doch wie hebt man sich von der Konkurrenz ab? Michael Wicke hat die Antwort. Als Marketingleiter des Lieferservice Mjam kennt er die Dos und Don'ts bei der Arbeitssuche.

Tipps für die Einleitung:

Tips: Muss mein potenzieller Arbeitgeber wirklich alles über meinen Werdegang wissen? Vom Ferienjob bis zum Volontariat?

Wicke: In den Lebenslauf gehört grundsätzlich alles, was für den Posten relevant ist – sei es Praktikum, Studienprojekt oder Nebenjob. Doch auch beim Bewerbungsschreiben gilt „Weniger ist mehr“. Mehr als zwei Seiten sprengen einfach den Rahmen eines Lebenslaufs. Wer schon Berufserfahrung vorweisen kann, sollte auch auf eine möglichst präzise Stellenbeschreibung mitsamt Verantwortungsbereich und Unternehmensbeschreibung achten – je prägnanter, desto besser.

Tips: Was ist mit Hobbys? Gehören sie auch in den Lebenslauf? Welche Erfahrungen haben Sie bei Mjam mit Freizeitbeschäftigungen gemacht?

Wicke: Hobbys sind zwar kein Muss, können aber einiges über die Persönlichkeit des Bewerbers verraten. Wer zum Beispiel gerne kocht, gilt als gesellig, offen und umgänglich. Mannschaftssportarten wie Fußball, Hockey oder Handball hingegen stehen für gute Team- und Kommunikationsfähigkeiten. Besonders überzeugend sind Ehrenämter und Vereinstätigkeiten. Wer sich sozial engagiert, ist zuverlässig und gewissenhaft. Doch Vorsicht bei extravaganten Hobbys! Fallschirmspringen, Parasailing und Co sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für einen durchgetakteten Bürojob. So ist es sinnvoll, sich bei jeder Freizeitbeschäftigung zu fragen: „Was sagt mein Hobby eigentlich über mich aus?“.

Tips: Wie steht es beim Lebenslauf mit Stolpersteinen?

Wicke: Ein aufgeblasener Lebenslauf ist zwar kein Ablehnungsgrund, einen Gefallen tut man sich damit aber trotzdem nicht. Was dem Bewerber jedoch wirklich zum Verhängnis wird, sind fehlerhafte Basisdaten wie Name, Alter und Adresse. Bei Mjam werfen aber auch unglücklich gewählte E-Mail-Adressen wie „Sweety1991“ oder „LoveRebells“ ein schlechtes Licht auf den Lebenslauf. Ein gesundes Maß an Professionalität und Sachlichkeit ist daher unverzichtbar.

Tipps für das Anschreiben:

Tips: Wie muss ein Anschreiben aufgebaut sein?

Wicke: Ideal ist der klassische Dreiteiler, bestehend aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Zum Einstieg soll ein direkter Bezug zwischen Bewerber und Unternehmen hergestellt werden, der im Hauptteil dann genauer ausgeführt wird. Was bringe ich fachlich mit (Hard Skills)? Was habe ich charakterlich zu bieten (Soft Skills)? Warum gerade ich? Man muss sich schließlich verkaufen können. Abgerundet wird das Schreiben nochmals mit einer prägnanten selbstbewussten Zusammenfassung des persönlichen Mehrwerts für den Firmenerfolg und die Vorfreude auf den nächsten Schritt: das persönliche Gespräch.

Tips: Klassisch oder unkonventionell – mit welchem Einstieg punkte ich?

Wicke: Ein Anschreiben muss nicht nur informieren, sondern auch unterhalten. Der Leser muss am Ball bleiben. Mit Allgemeinplätzen wie „Hiermit bewerbe ich mich um...“ wird man aus der Konkurrenz kaum herausstechen. Individualität ist gefragt. Vereinzelte klassische Formulierungen wie „Ich freue mich auf Ihre Antwort“ tun der Originalität aber keinen Abbruch.

Tipps für die Anlage:

Tips: Welche Unterlagen gehören in den Anhang?

Wicke: Genau wie der Lebenslauf soll sich auch der Anhang auf das Wesentliche beschränken. Unsere Anforderungen bei Mjam:

- Nachweis der höchsten Schulausbildung

- möglichst aktuelle Referenzen

- nicht mehr als zwei qualifizierte Referenzen

- nicht mehr als drei Arbeitszeugnisse

Tips: Wann darf ich nachhaken?

Wicke: Nach zwei bis drei Wochen ist eine höfliche Rückfrage per Telefon oder E-Mail durchaus berechtigt. So lassen sich mögliche Missverständnisse oder Kommunikationsbarrieren frühzeitig beheben. Generell sollte sich der Bewerber aber schon im Vorfeld auf längere Wartezeiten einstellen. Schließlich haben es Personaler oft mit mehreren Anfragen gleichzeitig zu tun. Aller Anfang ist schwer. Mit der richtigen Anleitung fällt der Bewerbungsmarathon aber gleich leichter. Den letzten Schliff bekommt das Schreiben aber erst durch eine zweite Meinung. Familie, Freunde oder Bekannte helfen der Kreativität und grammatikalischen Korrektheit auf die Sprünge.

 

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