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LINZ. Der diesjährige Sommer stand ganz im Zeichen von hohen Temperaturen und lang anhaltender Trockenheit. Auch an den Gletschern zeigten sich die Folgen des Klimawandels deutlich. Geht es nach Umwelt-Landesrat Rudi Anschober, so bedarf es dringend Maßnahmen, um noch größere Schäden zu vermeiden.

Landesrat Rudi Anschober und Alexander Ohms, Klimaexperte von der ZAMG, warnen vor den Folgen des Klimawandels. Foto: Land OÖ

2018 war ein Sommer der Rekorde. Nicht nur, dass es mit einer positiven Temperaturabweichung von 2,5 Grad viel zu heiß war, es war auch viel zu trocken. Einer der Hauptleidtragenden in diesem Jahr: Oberösterreich. Im Land ob der Enns entstanden allein durch das diesjährige Wetter Schäden im Wert von mehr als 100 Millionen Euro. Im Grünland und Ackerbau spricht man von einem österreichweiten Gesamtschaden von 300 Millionen Euro. Bei den Österreichischen Bundesforsten verzeichnet man einen Gesamtschaden von 23 Millionen Euro. Dass es 2018 zu trocken war, zeigt der Blick auf die Niederschlagswerte. Bisher wurden teilweise nur 60 Prozent der sonst normalen Niederschlagsmenge verzeichnet.Einer der Hotspots ist die Stadt Linz. Die Landeshauptstadt ist mit derzeit 452 Millimetern an Jahresniederschlag auf traurigem Rekordkurs. Zum Vergleich: In der Periode 1981 bis 2010 lag das Jahresmittel an Niederschlag in Linz bei 802 Millimetern.

Als Grund für derartige lang anhaltende Wetterperioden nennen Wetterexperten übrigens die sogenannten „blockierenden Wetterlagen“. Schuld an ihrer Entstehung ist der Klimawandel. Durch diesen wird der Unterschied zwischen Polargebieten und Tropen/Subtropen immer kleiner. Daraus folgt, dass in mittleren Breiten der Westwindgürtel schwächer ausgeprägt ist. Und das wiederum verursacht, dass das Wetter in Mitteleuropa nicht wie gewohnt eher wechselhaft ist, sondern immer öfter durch stabile Hochdruckwetterlagen ersetzt wird. Klimamodelle rechnen damit, dass mit derartigen langanhaltenden Wetterlagenmustern auch in Zukunft vermehrt gerechnet werden muss.

Dass der Klimawandel drastische Auswirkungen hat, lässt sich auch besonders an den Gletschern erkennen. Nach Ablauf des aktuellen Gletscher-Bilanzjahres hat der Dachstein mit insgesamt 5,2 Millionen Kubikmetern an abgeschmolzenem Eis heuer die drittstärkste Abschmelze aufgewiesen. Diese Menge entspricht etwa dem, was Wels und Steyr jährlich an Wasser verbrauchen.

Klimaplan notwendig,sonst Volksbegehren

Bis Ende 2018 muss die Bundesregierung einen Klimaplan entwickeln und an die EU vorlegen. Dieser muss Maßnahmen enthalten, mit denen Österreich die Ziele des Pariser Weltklimavertrages erreichen will. Für Umwelt-Landesrat Rudi Anschober ist nicht nur der Plan an sich, sondern auch dessen Umsetzung dringend notwendig: „Das ist die letzte Chance für einen Neubeginn des Klimaschutzes in Österreich. Wird auch dieser nicht ausreichend genutzt, dann werden wir Anfang 2019 über ein Volksbegehren für Klimaschutz diskutieren müssen.“


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