Anschober: „Der Fachkräftemangel ist so gravierend, wir müssen alle Möglichkeiten nutzen„

Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 12.02.2019 17:30 Uhr

LINZ/OÖ. Der Fachkräftemangel wird in Oberösterreich immer stärker spürbar. Um diesem Herr zu werden, müsse man alle Möglichkeiten nutzen, plädiert Integrationslandesrat Rudi Anschober.

Aktuell fehlen in Oberösterreich 30.000 Facharbeiter. 127.000 werden es laut offiziellen Prognosen im Jahr 2030 sein. „Das Thema ist so gravierend, wir müssen alle Handlungsmöglichkeiten nutzen, die wir haben“, erklärt Integrationslandesrat Rudi Anschober. So sei es ein wichtiger Schritt, Lehrstellen zu attraktivieren, dies reiche jedoch nicht. „Wir werden ohne Zuwanderung nicht auskommen.“ Daher plädiert er für die Möglichkeit, auch das Potential von Asylberechtigten und -werbern, die schon im Land sind, zu nutzen.

Rückendeckung von Firmen

Rückendeckung bekommt Anschober auch aus der Wirtschaft – unter anderem von Michaela Aigner-Zemsauer, Geschäftsführerin von Kräuter Paul am Linzer Südbahnhofmarkt, Thomas Scheubmayr, Geschäftsführer der Linzer Firma ABC Dachlackierer & Maler GmbH und Werner Blöchl, Betriebsleiter von OX-Steaks und Grill PlusCity. Alle drei Unternehmen hatten Probleme, Lehrlinge zu finden. Insgesamt drei erfolglose Anträge beim AMS hatte Scheubmayr hinter sich, als er seine jetzigen Lehrlinge einstellen konnte: drei Asylwerber aus Afghanistan. „Das funktioniert, die sind brav“, freut er sich. Auch Blöchl hat mit seinem Lehrling aus Afghanistan ähnliche Erfahrungen: „Er lernt seit drei Monaten bei uns, spricht perfekt deutsch, ist lernwillig und motiviert über alles.“

Lösung gefordert

Auch Aigner-Zemsauer hat einen Lehrling gefunden. Sie hat einer 28-jährigen Quereinsteigerin ohne Vor-Ausbildung eine Chance gegeben und ist sehr zufrieden. „Es ist nicht immer alles rosig“, sind sich die beiden Unternehmer einig. Doch wenn man die Herausforderungen meistert, sei es eine sehr positive Erfahrung. Dennoch hat Thomas Scheubmayr ein Problem: „Wenn meine Lehrlinge rausgeschmissen werden, dann stehen wir kurz vor dem Zusperren.“ „Da ist unsere Politik gefordert Rahmenbedingungen zu schaffen“, fordert Blöchl, dessen Lehrling vor der Abschiebung steht.

Forderung: „3+2-Modell“ für Österreich

Ein Modell das Anschober vorschlägt ist eine Regelung angelehnt an das deutsche „3+2-Modell“ vor, welches vorsieht, dass Lehrlinge während ihrer zumeist 3-jährigen Ausbildung und den ersten zwei Arbeitsjahren auch mit negativem Asylbescheid nicht abgeschoben werden. So könnten Unternehmen auch noch die jungen Arbeitnehmer, die sie ausgebildet haben, in ihrem Betrieb einsetzen.

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