Arbeitsmarkt: Linzer Bürgermeister fordert Maßnahmen für Problemgruppen
LINZ. 210.000 Arbeitsplätze bietet die Stadt Linz, bei 12.500 Unternehmen. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten auch um 10 Prozent gestiegen. Dennoch: die Jahresarbeitslosenquote 2018 lag bei 6,8 Prozent. Bürgermeister Klaus Luger fordert daher besonders für besonders für ältere Arbeitslose und jüngere ohne Berufsausbildung konkrete Maßnahmen.

Trotz Wirtschaftskrise ist die Zahl der Arbeitsplätze in Linz in den letzten zehn Jahren um zehn Prozent gestiegen, die vorgemerkten Arbeitslosen im selben Zeitraum aber um 141 Prozent gestiegen. 2018 waren im Arbeitsmarktbezirk Linz durchschnittlich 9.027 Personen als arbeitslos vorgemerkt, eine Jahresarbeitslosenquote von 6,8 Prozent, im Jahr 2008 bei 3,2 Prozent.
Zurückzuführen sei dieser Anstieg an arbeitslosen durch den Zuzug aus anderen Bezirken. „Diese Entwicklung ist nicht unüblich in Industriestädten“, so Bürgermeister Klaus Luger. „Nicht alle die nach Linz kommen, können am Arbeitsmarkt auch integriert werden.“ Linz liegt bei der Arbeitslosenquote 2018 im Mittelfeld der vergleichbaren Landeshauptstädte, vor Graz aber hinter Salzburg und Innsbruck.
Große Problemgruppen Ältere und Junge ohne Ausbildung
Tendenziell sind mehr Männer als Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, die größten Problemgruppen machen aber Ältere (statistisch ab 50 Jahren) und junge Menschen ohne Berufsausbildung aus. Luger fordert deshalb besonders für ältere Arbeitslose und jüngere ohne Berufsausbildung konkrete Maßnahmen, vor allem für eine bessere Qualifizierung. „Die Arbeitsmarktkennzahlen zeigen deutlich, dass vor allem ältere Personen am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Hier muss sich ein Staat seiner sozialen Verantwortung bewusst sein und in Beschäftigungsangebote investieren“, so Luger.
Streichung Aktion 20.000 falsch
So sei die Streichung der Aktion 20.000 für ältere Arbeitssuchende falsch gewesen. „Die Aktion 20.000, die von der Bundesregierung nicht verlängert wurde, hat diese negative Entwicklung korrigiert. In Kooperation mit dem AMS Linz konnten wir so Langzeitarbeitslosen ab 50 Jahren eine echte Chance auf einen beruflichen Wiedereinstieg geben. 170 Personen fanden so eine Beschäftigung in der Unternehmensgruppe Linz“, betont Bürgermeister Luger.
Jugendliche ohne Ausbildung bei 15 Prozent
Der Anteil Jugendlicher in Linz die nach der Schulpflicht keine Ausbildung machen liege in Linz zudem stetig gleich hoch, das hänge auch mit dem Schulsystem zusammen, auch die Schule trage Verantwortung mit, so Luger. Gerade hier seien maßgeschneiderte Maßnahmen für den Einzelnen nötig, so Luger.
Lehre für Asylwerber
„Ich verstehe auch nicht, warum man es Asylwerbern so schwer macht, eine Lehre zu machen. Das kostet kein Geld, denn das zahlen die Betriebe“, so Luger. Rund zwei Drittel würden auch in Österreich bleiben, und der Rest hätte mit einer Ausbildung wenigstens bessere Startchancen in seiner Heimat.


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