Industriellenvereinigung fordert mehr Geld für oö. Hochschulen
LINZ. Mehr Ausgaben für den oberösterreichischen Hochschulbereich fordert die OÖ Industriellenvereinigung (IV).

„Es wird ein unglaublich starker Fokus auf Wien gelegt“, kritisiert Axel Greiner, Präsident der IV OÖ. So gehen über 50 Prozent der Mittel in die Bundeshauptstadt. „Auch der Zuwachs der Mittel ist überproportional. Die Industrie 4.0 findet nicht in der Mariahilfer Straße statt, sondern hier in Oberösterreich. Die JKU ist klein und fein, wir brauchen sie jedoch groß und stark.“
Österreicher studieren Lange
Doch nicht nur für eine schrittweise Erhöhung der Mittel setzt sich die IV OÖ ein. Auch der Output müsse verbessert werden. Eine neue Studie zeigt, dass in Österreich die Drop-out-Rate hoch ist und die Studiendauer im internationalen Vergleich lange. Im Studienjahr 2016/17 wurden insgesamt 67.509 Studien – erfolgreich oder nicht erfolgreich – an österreichischen Universitäten beendet. Der größere Teil der Studien wurde allerdings ohne Abschluss, d.h. aufgrund eines Studienwechsels oder des Abbruchs des Studiums beendet und die Studienabschlussquote lag mit 47,8 Prozent bei weniger als der Hälfte aller beendeten Studien. Bemerkenswert ist darüber hinaus, dass österreichweit an den Universitäten weniger als ein Drittel aller Studienabschlüsse (31,9 %) innerhalb der Toleranzstudiendauer (Regelstudienzeit plus ein weiteres Semester) erfolgen.
Lenkungseffekte erzielen
„Bei uns ist es friss oder stirb“, kritisiert IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch. Prüfungen mit extrem hohen Durchfallquoten stünden an der Tagesordnung. Hier könne man mit Zulassungsbeschränkungen und einer besseren Betreuung der Studierenden gegenwirken. Denn: Generell zeige sich, dass bereits geringe Eintrittshürden entsprechend positive Lenkungseffekte haben.
Fachkräfte benötigt
Generell würden mehr Absolventen, speziell in den Mint-Fächern, dringend benötigt. „Wenn wir den Klimawandel und die Energiewende miestern wollen, dann brauchen wir die Fachkräfte. Das können wir nicht mit Philosophie lösen“, so Greiner.


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