Mit Fahrplanwechsel am 15. Dezember geht auch das Regionalbus-Verkehrskonzept Linz-Südwest in Betrieb

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 11.12.2019 15:15 Uhr

LINZ/LINZ-LAND/OÖ. Mit Sonntag, 15. Dezember, wechselt der OÖ Verkehrsverbund auf die neuen Fahrpläne. Neben zahlreichen kleineren Fahrplananpassungen gehen gleichzeitig auch die Regionalbus-Verkehrskonzepte in den Gebieten Linz-Südwest, Steyr/Ennstal und Oberes Mühlviertel/Hansbergland sowie der Citybus Ried im Innkreis in Betrieb. 

„Wir können die Situation in den zentralen Ballungsräumen nur dann verbessern, wenn wir Stück für Stück eine Vielzahl von aufeinander abgestimmten Maßnahmen umsetzen. Dafür müssen wir neben vielen anderen Bereichen das Angebot im Öffentlichen Verkehr laufend ausbauen und erweitern“, erklärt Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ), weiß aber auch: „Man kann es im Öffentlichen Verkehr nicht jedem Recht machen.“  Schon jetzt ist er sich sicher, dass sich ein Bürgermeister beschweren wird, weil nach der Umstellung an einer Haltestelle möglicherweise zwei Personen nicht mehr bedient werden. „Bei allen Umstellungen gibt es eine dokumentierte Abstimmung mit den Gemeinden. Es gibt nirgendwo eine Nicht-Information“, betont Steinkellner.

Mit Stichtag 15. Dezember, im Zuge des europaweiten Fahrplanwechsels der Eisenbahnen, werden die bis dahin gültigen Fahrpläne des Regionalbusverkehrs gegen neue, adaptierte getauscht. Erweitert werden etwa die Angebote für Pendler und Schüler, aber auch punktuell außerhalb der Hauptverkehrszeiten. So wird es teilweise neue Verbindungen am Abend und an den Wochenenden geben.

Neben zahlreichen kleineren Fahrplanpassungen, wird es die stärksten Veränderungen im Regionalbusverkehr geben.

Betriebsaufnahme des Regionalbus-Verkehrskonzeptes Linz-Südwest

Mit 15. Dezember startet auch die Umsetzung des größten Teils des neuen Regionalbus-Verkehrskonzeptes für den Raum Linz-Südwest. Dazu gehören die Städte beziehungsweise Gemeinden Linz, Leonding, Pasching, Hörsching, Kirchberg-Thening, Oftering, Marchtrenk, Weißkirchen/Traun, Pucking, Traun, Ansfelden und St. Marien. Während die Linien 600, 609, 610, 611, 612, 614, 615, 616, 617, 618, 619 und 625 mit Stichtag in Betrieb gehen, erfolgt die Aufnahme der Linien 680, 682 und 683 erst am 8. Juni 2020. Im Sinne einer einheitlichen Benennung aller regionalen Kraftfahrlinien werden sämtliche Regionalbuslinien in das dreistellige Nummernkonzept überführt.

Insgesamt werden 32 neue, abgasarme, klimatisierte und barrierefreie Linienbusse für die Fahrgäste eingesetzt. Alle sind abgasarm, klimatisiert und barrierefrei in „Low-Entry“ Bauweise ausgeführt. Erstmals werden die Busse innerhalb der ersten Betriebsmonate auch mit kostenlosem WLan und bargeldloser Zahlungsmöglichkeit ausgestattet.

Das gesamte Leistungsangebot umfasst ein Volumen in Höhe von mehr als 1,6 Millionen Fahrplankilometern pro Jahr und wird voraussichtlich von etwa 1,3 Millionen Fahrgästen jährlich genutzt werden. Das ist eine Erweiterung des Angebots um rund neun Prozent im Vergleich zum aktuellen Bestand. Die Kosten dafür werden jährlich rund 4,5 Millionen Euro betragen.

Die Linien Süd-West im Überblick

Eine Kernfunktion des bestehenden Regionalbus-Liniennetzes ist die Anbindung der Vorortgemeinden an die Landeshauptstadt Linz (u.a. die Linien 600, 611, 618 und 612). Die Linie 600 erfüllt zusätzlich eine ähnliche Funktion für die Stadt Wels und ihre östlichen Vorortgemeinden. Die Linien 619 (ehemals Linie 3) und 609 dienen dem Pendlerverkehr in das Betriebsgelände der Voestalpine AG. Die Linien 615 (ehemals Linie 4), 617 (ehemals Linie 7), 614 (ehemals Linie 14), 680 und 682 sind vorrangig für die Beförderung von Schülern geplant. Die Linien 616, 625 und 683 sollen vor allem die einzelnen Vorortgemeinden miteinander verbinden und die Fahrgäste zu den höherrangigen öffentlichen Verkehrsmitteln, also Eisenbahnen, Straßenbahnen und O-Bussen bringen. Die in den vergangenen Jahren erweiterten Eisenbahn- und Straßenbahnachsen (Westbahn, Pyhrnbahn (S4), LILO (S5) und Straßenbahnlinien 2, 3, 4) haben ihre Funktion in der öffentlichen Anbindung der Vorortgemeinden an Linz.

Das Regionalbusangebot soll für die Fahrgäste allerdings nicht nur ein Zubringer zu den Bahn- und Straßenbahnachsen sein, sondern diese auch gut miteinander verbinden. So werden mit der Linie 611 zwischen dem Bahnhof Ebelsberg (Westbahnstrecke) und dem Bahnhof Ansfelden (Pyhrnbahnstrecke, S4), der Linie 616 zwischen dem Bahnhof Ansfelden (Pyhrnbahnstrecke, S4) und dem Bahnhof Marchtrenk (Westbahnstrecke) und der Linie 683 zwischen der Bahnhaltestelle Hörsching (Westbahnstrecke) und der Bahnhaltestelle Dörnbach-Hitzing (LILO, S5) drei solcher Querverbindungen geschaffen. Als Vorleistung zu einer möglichen Verlängerung der Straßenbahnachse 4 soll ein attraktiver Busverkehr zwischen Traun und Haid/Ansfelden gewährleistet bleiben.

Verbindungen, die auf die Beginn- und Endzeiten bestimmter Schulen ausgelegt sind und nur an Schultagen verkehren, bestehen auch mit Betriebsstart des neuen Konzepts kaum verändert weiter.

Die umfangreichsten Erweiterungen im Verkehrskonzept Linz-Südwest im Überblick: 

  • Linie 611: neue Anbindung von Traun und Ansfelden an den Bahnhof Ebelsberg: Umsteigemöglichkeiten von/zu den Zügen aus/nach Linz und St. Valentin.
  • Linie 611: von Montag bis Freitag zwischen ca. 6 bis 22.30 Uhr Halbstundentakt in beide Richtungen zwischen Ansfelden und Ebelsberg Hauderweg.
  • Linie 616: Erweiterung der Linie (vormals Linie 6) über Pucking weiter bis nach Marchtrenk über Weißkirchen a. d. Traun mit Umsteigemöglichkeit von/zu den Zügen aus/nach Linz und Wels.
  • Linien 600 und 618: Ausweitung der Betriebszeiten - neue Abendkurse
  • Linie 625: neue Frühverbindung für Schüler aus Pasching nach Dörnbach-Hitzing mit Ankunft um 6.55 Uhr (Umstiege zur LILO (S5), Wilia und Linie 17)
  • Linie 625: Betrieb an Samstagen auch am Nachmittag - Erreichbarkeit der Plus City aus Pasching von der LILO (S5) kommend.
  • Linie 614: neues Nachmittagskurspaar an Schultagen vom Bahnhof Nettingsdorf nach St. Marien und von der Volksschule St. Marien wieder zurück.

Änderungen beim Citybus Traun

Der OÖ Verkehrsverbund hat auch das Verkehrskonzept des Citybus Traun überarbeitet. Alle Linien werden ab 15. Dezember über den Hauptplatz verlaufen, was den Fahrgästen ein Umsteigen zwischen den Citybus-Linien und auf die Straßenbahn ermöglicht.

  • Linie 630: Entfall der Schleife in Oedt: Zweirichtungsbetrieb von/ab Oedt Tannhubstraße über Oedt Volksschule zum Hauptplatz; Stundentakt statt Halbstundentakt, aber durch Linie 632 zum Halbstundentakt ergänzt.
  • Linie 631: neue zusätzliche Haltestelle Lehrstraße/Schrammlstraße (Beginn- und Endhaltestelle).
  • Linie 632: Verlängerung der Linie über das Badezentrum bis nach Oedt; Entfall der Haltestellen Dr. Karl-Renner-Straße und Müller-Guttenbrunn-Straße, dafür neue Haltestelle „Mitterfeldstraße/Im Kleelandl“ als Ersatz; Linie fährt nun bis zum Hauptplatz; Stundentakt statt Halbstundentakt aufgrund sehr schwacher Nachfrage.
  • Linie 633: Endhaltestelle ist nun der Hauptplatz anstelle der Linzer Straße.

Alle neuen Fahrpläne können im Kundencenter des OÖVV und bei seinen Partnerunternehmen abgeholt oder auf der OÖVV Homepage gedownloadet werden. Zudem werden auch alle Haltestellen und Busse mit den neuen Fahrplaninformationen ausgestattet. Auch per OÖVV Info App können sich die Gäste über ihre nächste Fahrt informieren.

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