Arbeitslosigkeit spürbar gesunken, Oberösterreich mit niedrigster Arbeitslosenquote

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 02.06.2020 19:03 Uhr

OÖ. In Oberösterreich ist die Arbeitslosigkeit im Mai - im Vergleich zum Vormonat - spürbar gesunken. Knapp 7.000 Personen weniger waren mit Ende Mai arbeitslos gemeldet. Im Bundesländervergleich weist Oberösterreich Ende Mai die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote auf. Diese liegt bei 7,3 Prozent.

„Wie erwartet hat das schrittweise Wiederhochfahren der Wirtschaft, insbesondere die Geschäftsöffnungen sowie das Comeback der Gastronomie, zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit in Oberösterreich geführt: Ende Mai waren in unserem Bundesland um 6.745 Menschen weniger arbeitslos als Ende April dieses Jahres. Zugleich ist die Zahl der Beschäftigten um 6.947 auf 657.000 Personen angestiegen. Mit 7,3 Prozent verzeichnet Oberösterreich im Mai die niedrigste Arbeitslosenquote im Bundesländer-Vergleich, vor Vorarlberg mit 9,4 Prozent und Salzburg mit 9,5 Prozent. Österreichweit beträgt die Arbeitslosenquote 11,5 Prozent“, erläutern Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Oberösterreich. In Wien liegt die Quote Ende Mai bei 17,3 Prozent.

Tourismus-Öffnung wird sich im Juni auswirken

Zum Vergleich: Im Mai 2019 lag die Quote in OÖ bei 4,1 Prozent. 51.370 Personen sind in OÖ Ende Mai arbeitslos gemeldet (plus 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), davon knapp 7.000 unter 25 Jahre.

„Kurzarbeit für rund 16.700 Betriebe mit 287.000 Beschäftigen ermöglichen die Arbeitslosenquote auf vergleichsweise niedrigem Niveau zu halten. Die Wiederöffnung der Beherbergungsbetriebe wird sich zahlenmäßig erst im Juni  auswirken“, so AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer.

„Wenn die weitere Entwicklung rund um das Coronavirus in Österreich trotz der Lockerungsmaßnahmen weiterhin stabil bleibt, werden die jüngsten Schritte zum Wiederhochfahren des Tourismus mit der Wiedereröffnung der Hotels, der Beherbergungs- und der Freizeitbetriebe sich ebenfalls positiv auf den Arbeitsmarkt in Oberösterreich auswirken. Denn die Tourismuswirtschaft hat zu den am härtesten getroffenen Branchen gezählt hat“, zeigen sich auch Stelzer und Achleitner zuversichtlich.

OÖ. Arbeitsmarktdialog gestartet

„Es ist bereits jetzt ein Drittel der Arbeitslosen, die seit der Corona-Krise neu dazugekommen sind, wieder in Beschäftigung. Aktuell 51.370 Arbeitslose in Oberösterreich bedeuten aber trotzdem nach wie vor eine deutlich erhöhte Arbeitslosigkeit, auf die wir uns leider auch noch längere Zeit einstellen werden müssen. Aber jede und jeder Arbeitslose ist eine und einer zu viel und daher werden wir uns mit dieser Situation keinesfalls abfinden“, so Stelzer und Achleitner, die einen OÖ. Arbeitsmarktdialog gestartet haben. Bei diesen werden gemeinsam Maßnahmen erarbeitet, wie der OÖ. Pakt für Arbeit und Qualifizierung nachgeschärft werden kann, um auf die Auswirkungen des Coronavirus entsprechend zu reagieren, vor allem auch im Bereich der Jugendbeschäftigung.

Neuer Lehrstellen-Bonus

Sieben Millionen Euro stellt das Land OÖ auch für Arbeitsmarktmaßnahmen zur Verfügung, im Rahmen des OÖ-Pakets zur Bewältigung der Krise. „Oberösterreich als das Lehrlings-Bundesland Nr. 1 hat sich in den vergangenen Wochen besonders stark bei der Bundesregierung für eine Unterstützung der Lehrausbildung stark gemacht. Erfreulicherweise hat die Bundesregierung nun mit dem neuen Lehrstellen-Bonus eine wichtige Fördermaßnahme gesetzt. Hier erhalten Unternehmen von der Bundesregierung 2.000 Euro für jeden Lehrvertrag, der im Zeitraum 16. März bis 31. Oktober 2020 abgeschlossen wurde bzw. wird. Davon werden insbesondere auch Oberösterreichs Betriebe profitieren. Wobei auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Oberösterreich Ende Mai um 1.312 gegenüber Ende April dieses Jahres gesunken ist“, erklären der Landeshauptmann und der Wirtschafts-Landesrat.

Grüne: keine „lost generation“ zulassen

Die Grüne Arbeitsmarktsprecherin Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz fordert unterdessen, dass gerade bei den Jugendlichen keine „lost generation“ zugelassen werden dürfe - ein Antrag der Grünen zu einem umfassenden Maßnahmenpaket gegen Jugendarbeitslosigkeit wird im kommenden Ausschuss behandelt.

Konkret fordern die Grünen laut Antrag zusätzliche Mittel für unter anderem mehr überbetriebliche Lehrausbildungsplätze, zusätzliche Konzepte und Projekte im Bereich niederschwelliger Beschäftigungsformen, mehr maßgeschneiderte Auf- und Umschulungsangebote und ein Wirtschaftsförderungspaket für Betriebe und Einrichtungen, die zusätzliche Arbeitsplätze für junge arbeitslose Menschen schaffen.

Zudem sprechen sich die Grünen für einen Ausbau der „Stiftungsmodelle“ aus, durch welche die Jugendlichen gut abgesichert und gänzlich sozialversichert sind (mit Arbeitslosen- und Pensionsversicherung).

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