AMS zu Algorithmus: „Für die Kunden keine Nachteile“

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Alle AMS-Kurse die online durchführbar sind, werden online abgehalten. (Foto: Zivica Kerkez/Shutterstock.com)
Anna Stadler Anna Stadler, Tips Redaktion, 24.11.2020 15:49 Uhr

LINZ. Die Arbeitslosikeit ist am steigen. Doch rund um AMS-Kurse und den sogenannten AMS-Algorithmus herrscht derzeit viel Unsicherheit.

Viel Verunsicherung herrscht derzeit unter den Kunden des AMS: Aufgrund des Lockdowns findet in den Schulen kein Unterricht mehr statt, bei Kursen des AMS ist jedoch teilweise noch Anwesenheit erforderlich. „Wir bemühen uns alles was geht online zu machen – oder zumindest ohne Präsenz.“ Dabei gibt es jedoch Hürden zu überwinden. Zum einen gibt es für Um- und Weiterbildungsteilnehmer Laptops zum Ausleihen. „Viele Personen haben zum Beispiel nur ein Smartphone. Wir versuchen da die notwendigen Geräte anzubieten.“ Manche Personen haben in ihren Regionen keinen Internet-Zugang. Hier wird versucht mit Übungsblättern zu arbeiten. „Was in Präsenz sein muss, machen wir in Präsenz unter Einhaltung der notwendigen Hygieneregeln. Wir haben verkleinerte Gruppen. Vor zwei Wochen haben wir auch umgestellt auf Mund-Nasenschutz-Pflicht am Platz“, erklärt Maria Brunner vom AMS. Bei manchen Ausbildungen sei ein Präsenzunterricht unumgänglich, da der Kurs sonst nicht abgeschlossen werden kann: „Wir haben praktische Ausbildungen zum Beispiel die Metallzentren, die wir gemeinsam mit dem Wirtschaftsressort des Landes OÖ finanzieren. Da komme ich ohne eine praktische Untereweisung an der Maschine nicht durch“, erklärt Brunner. „Oder wenn ich eine Chemieverfahrenstechnik-Ausbildung in Linz mache, dann habe ich da Labortätigkeiten, die ich wirklich ausüben und machen muss.“

Straßer: „Letzte Entscheidung liegt bei den Beratern“

Ein weiteres Thema, das derzeit für Aufregung sorgt, ist die Einführung eines AMS-Algorithmus, welcher jedoch derzeit ausgesetzt ist und nachgeschärft wird. Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat im Auftrag der AK OÖ gemeinsam mit der TU Wien eine Studie über Auswirkungen und Mechanismen dieses Algorithmus erstellt. Zentrales Ergebnis: Die mit Einführung des Algorithmus verknüpfte Entscheidung, vorwiegend Arbeitsuchende mit mittleren Jobchancen zu unterstützen und Menschen mit geringen Arbeitsmarktchancen weniger zu fördern, trägt zu struktureller und sozialer Ungleichheit bei. „Das benachteiligt Ältere, gering Qualifizierte und Menschen mit gesundheitlichen Problemen und hat daher keinen Platz in der Arbeitsmarktpolitik“, kritisiert AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer. Diese Kritik nicht nachvollziehen kann AMS OÖ-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer. Bei dem Algorithmus handle es sich lediglich um ein Unterstützungstool für die Berater. „Da geht es darum, dass man das Richtige anbietet. Die letzte Entscheidung liegt bei den Beratern“, so Straßer. So würden Personen mit guten Chancen weniger Unterstützung brauchen. Für jene mit mittleren Chancen seinen oft andere Angebote notwendig als für jene mit geringen Chancen. „Personen, die laut dem Algorithmus niedrigere Chancen haben, sind in vielen Fällen schon länger arbeitslos und haben in vielen Fällen gesundheitliche Probleme“, führt auch Maria Brunner aus. Diese zu überfordern, sodass sie in Krankenstand gehen und schlussendlich die Ausbildung abbrechen müssen, sei nicht zielführend. „Ich sehe für unsere Kunden keine Nachteile.“

Algorithmus keine künstliche Intelligenz

Zudem betont Gerhard Straßer, dass nur Faktoren eingestuft werden und es sich nicht um eine künstliche Intelligenz handle. Der Algorithmus vergleiche lediglich verschiedene Faktoren und erstelle anhand dieser eine Einstufung. Der Algorithmus lerne dabei nicht eigenmächtig Schlüsse zu ziehen, wie dies bei einer künstlichen Intelligenz der Fall wäre.

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