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Ältere Arbeitnehmerinnen können sich vorstellen, auch in der Pension beruflich tätig zu sein

Nora Heindl, 24.12.2020 10:05

LINZ. Doris Mandel stellt die Annahme, ältere Arbeitnehmer möchten ihr Arbeitsleben schnell hinter sich bringen, in Frage. Für ihre Masterarbeit an der FH OÖ in Linz hat sie 194 Arbeitnehmerinnen ab 55 Jahren befragt. Das Ergebnis: 39 Prozent können sich vorstellen, auch in der Pension beruflich tätig zu sein, weitere 22 Prozent sind unschlüssig, lehnen es aber zumindest nicht ab. Für Mandel Impuls genug, als Die Mandel mit einer Vermittlungsagentur für ältere Fachkräfte an den Start zu gehen.

Doris Mandel setzt auf den Wert älterer Fachkräfte für den Arbeitsmarkt. (Foto: Doris Mandel/Konflozius-Photography)

„Mir geht es nicht um eine Abgrenzung zwischen den Generationen, sondern darum, individuelle Stärken älterer Experten zu nutzen und die Arbeitsfähigkeit über den gesamten Lebenszyklus im Betrieb zu erhalten und zu fördern“, schildert Doris Mandel die Motivation zur Gründung ihrer Agentur.

Die Personalpolitik in den Betrieben beschreibt sie als mehrheitlich immer noch „jugendzentriert“. Allerdings setze sich in manchen Firmen wie auch bei öffentlichen Stellen bereits die Erkenntnis durch, dass berufliche Erfahrung ein unverzichtbares Kapital darstelle. Ihre von Paul Brandl – der übrigens ebenfalls von seiner Professur an der FH Oberösterreich in die Aktivpension gewechselt ist – betreute Masterarbeit hat ihren Fokus auf dieses noch unterschätzte Arbeitskräftepotential gelenkt.

Geringere Frauenpensionen als „Motivationsfaktor“

Die Vermittlungsarbeit ihrer Agentur werde Frauen und Männer gleichermaßen umfassen, verspricht Mandel. Warum sie sich in der Befragung für ihre Masterarbeit dennoch nur die weibliche Seite angeschaut hat, hänge mit einer nach wie vor bestehenden gesellschaftlichen Schieflage zusammen. So würden Frauen durch Teilzeitarbeit und Betreuungspflichten mehr als 40 Prozent weniger Pension bekommen als Männer. Hinter dem Wunsch nach Weiterarbeit könne daher vielfach durchaus auch ein ökonomischer Zwang stehen.

Die noch existierenden 22 Prozent an unschlüssigen Personen, die aber zumindest nicht ablehnen auch in der Pension beruflich tätig zu sein, hofft die Masterstudentin und Beraterin durch aktive alterns- und altersgerechte Personal- und Employer-Branding-Maßnahmen zum Weitermachen motivieren zu können. Die „stille Personalreserve“ für Oberösterreichs Betriebe ebenso wie für die Vermittlungsagentur von Doris Mandel würde dann stattliche 60 Prozent der angehenden Pensionisten betragen.


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