„Blick auf Corona darf nicht zum Tunnelblick werden“: Stelzers „Land der Möglichkeiten“-Event heuer als Online-TV-Sendung

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Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bundeskanzler Sebastian Kurz im Gespräch mit Moderatorin Nina Kraft - zu sehen ab 11. April, 18 Uhr, online. (Foto: OÖVP/Mayrhofer)
Karin Seyringer Online Redaktion, 11.04.2021 11:44 Uhr

OÖ/LINZ. Jährlich lädt Landeshauptmann Thomas Stelzer zum Event „Land der Möglichkeiten“. Am Freitag war es wieder so weit: wenn auch ohne Live-Publikum, wurde die Veranstaltung im Musiktheater Linz begangen - und als Sendung aufgezeichnet. Eine prominente Runde hat sich Stelzer dazugeholt: Bundeskanzler Kurz, Genetiker Josef Penninger, CERN-Physiker Werner Riegler und Bestsellerautorin Vea Kaiser. Die Aufzeichnung ist am Sonntag, 11. April, 18 Uhr, unter land-der-moeglichkeiten.at zu sehen.

Auch wenn alle Kraft aktuell der Bekämpfung der Corona-Krise gilt, Corona dürfe nicht dazu führen, die Zukunft aus den Augen zu verlieren. „Wir waren vor Corona auf einem guten Weg und haben uns auch vom Virus nicht ausbremsen lassen. Wir wollen Oberösterreich aus der Krise heraus noch stärker machen“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer in seiner Rede seinen Anspruch. „Wir haben mit dem Oberösterreich-Plan einen kraftvollen Kurs eingeschlagen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Arbeitsplätze für die Menschen zu sichern und zu schaffen.“ Mit einer neuen Technischen Universität für Digitalisierung soll Oberösterreich zusätzlich zu einem pulsierenden Zentrum für Innovation und Zukunftstechnologien werden.

In seiner Rede bekräftigt Stelzer auch den Stellenwert der Klimapolitik, zentral für ihn sind der Ausbau der erneuerbaren Energie und die Stärkung des Öffentlichen Verkehrs. „In Oberösterreich verstehen wir Klimaschutz nicht nur als Überschrift, sondern gehen den konkreten Weg“, so der Landeshauptmann. In einem Miteinander von wirtschaftlicher Kraft und umweltpolitischer Verantwortung sollen umweltschonenden Technologien in Oberösterreich vorangetrieben werden.

„Kein Tunnelblick“

Stelzer betont auch, dass man in Oberösterreich beim Weg nach vorne niemanden zurücklassen werde: „Als wirtschaftlich starkes Bundesland und durch unseren Nullschuldenkurs der letzten Jahre können wir jetzt besonders auf jene schauen, denen es im Moment nicht gut geht, die ihre Arbeit verloren haben und die in der Krise finanzielle Unterstützung brauchen.“

Mit Blick auf die nächsten Monate unterstrich der Landeshauptmann am Freitag neuerlich die Notwendigkeit einer sensiblen Vorgangsweise in der Bekämpfung der Pandemie: „Der Blick auf Corona darf nicht zum Tunnelblick werden. In Oberösterreich haben wir immer beides im Blick: Wir achten auf Inzidenzen, aber eben auch auf die wirtschaftlichen Existenzen der Menschen im Land.“

Öffnen, wenn vertretbar

Im Hinblick auf auf das aktuelle Corona-Management betont Stelzer, dass es immer den Blick auf das große Ganze brauche. So sind laut Stelzer Maßnahmen notwendig, um die Beschäftigten in den Spitälern vor Überlastung zu schützen. Vor zu strengen Maßnahmen warnt er aber. „Wenn es aus medizinischer Sicht vertretbar ist zu öffnen, dann wirkt sich das auch sofort auf die Arbeitsplatzsicherung aus.“

Kurz optimistisch

Optimistisch zeigt sich Bundeskanzler Sebastian Kurz in Hinblick auf den Wirtschaftsstandort Österreich und den Industriestandort Oberösterreich. So würden etwa 25 Prozent der Anträge auf Auszahlung der Investitionsprämie in Oberösterreich gestellt.

Der Bundeskanzler rechnet zwar damit, dass die nächsten Monate noch vom Kampf gegen Corona geprägt sein werden. In Hinblick auf mögliche weitere Mutationen sei der wesentliche Vorteil, dass viele Impfstoffe auch gegen Mutation wirken und rasch angepasst werden können. Österreich werde auf Basis dieser Einschätzung auf Sicht rund 30 Millionen Impfdosen in den nächsten fünf Jahren benötigen. Dennoch ist für Kurz ein Ende der Krise absehbar und eine Rückkehr zur Normalität im Sommer möglich. So würde mit dem Fortschreiten der Impfungen schon bald die Möglichkeit bestehen, „endlich die Öffnungsschritte zu setzen die wir so dringend herbeisehnen.“

Impulsreferate von Vordenkern

Zu Gast bei der Aufzeichnung der diesjährigen OÖVP-Veranstaltung war Genetiker Josef Penninger, Mitentwickler des Corona-Medikaments APN01. Der gebürtige Innviertler attestiert dem Krisenmanagement in Österreich gute Noten: „Die Österreicher haben von Anfang an gute Arbeit geleistet und das Virus gut kontrolliert. Nach einem Jahr haben die Leute etwas genug, das ist eine menschliche Reaktion. Ich habe zwar von Anfang an gewusst, dass eine schwere Epidemie auf die Welt zurolle, keiner hat aber damit gerechnet, dass wir ein Jahr später noch immer Lockdowns haben werden“, so Penninger im Interview mit Gerald Groß.

Was die wirtschaftliche Entwicklung Oberösterreichs anbelangt ist der Genetiker optimistisch: „Oberösterreich hat tolle Firmen, die in bestimmten Marktsegmenten Weltklasse sind. Das kommt nicht von ungefähr, denn eines ist immer wichtig: Am Ende sind es immer die Leute, die den Unterschied machen! Also: Immer die Leute fördern“, so Penninger.

Potenzial durch Forschungsstandort

Der oberösterreichische Physiker am CERN, Werner Riegler, attestiert Oberösterreich auch aufgrund der guten Entwicklung des Forschungsstandortes großes Potenzial: „Die Linzer Kepler-Universität hat in den letzten Jahren sehr an Profil gewonnen. Es gibt eine Menge Potenzial in Oberösterreich. Linz und Oberösterreich sind stark in Themen der Technik und Technologie verankert. Eine Technische Universität kann in diesem Kontext eine sehr gute Rolle spielen. Wichtig ist stets die kluge Vernetzung zwischen Universitäten und Wirtschaft. Das kann ein sehr erfolgreiches Modell sein.“

Für Schriftstellerin Vea Kaiser ist es noch nicht absehbar, wie sich Österreich durch die Pandemie verändern wird. „Aber ich habe ein Urvertrauen in die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, dass sie sich davon nicht allzu sehr verändern lassen. Sie sind nicht das Volk, das dem Neuen, dem Modernen, dem Trend sofort nachläuft, sondern ein Volk, das gewisse Werte und Traditionen sehr pflegt, die auch die Pandemie nicht kaputt machen wird.“ Was das Miteinander im Land anbelangt ist Kaiser zuversichtlich: „Es wurde viel spekuliert, ob wir das soziale Miteinander verlernen. Aber was ich beobachte ist: Sobald die Menschen irgendeine Gelegenheit haben und es die Situation erlaubt, sitzen sie zusammen wie früher.“

Veranstaltung wird gesendet

Die Veranstaltung ist ab Sonntag, 11. April, 18 Uhr unter land-der-moeglichkeiten.at als Online-TV-Sendung zu sehen. Die ungekürzten Gespräche, Interviews sowie einen Audio-Podcast sind im Anschluss an die Sendung ab 19 Uhr ebenfalls online zu finden.

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