Beim Straßenbau auf Radfahrer Rücksicht nehmen
OÖ. Bei neuen Straßenprojekten sollte es gleichzeitig einen Radverkehrs-Check geben, dafür plädieren OÖVP-Klubobmann Christian Dörfel und die Linzer Landtagsabgeordnete Elisabeth Manhal (ÖVP). Dörfel traf sich zum Thema Radverkehr zu einem Arbeitsgespräch mit Gerhard Fischer, Obmann der Oö. Radlobby. Unterdessen stellte Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) genau einen solchen „Radverkehrs-Check“ vor Presse vor.

Die Corona-Pandemie habe einen wahren Radboom ausgelöst, „gerade im urbanen Raum ist der Trend zum Fahrrad unverkennbar und er ist wichtig für Umwelt und Gesundheit“, so Dörfel im Rahmen des Arbeitsgesprächs mit Gerhard Fischer.
Neue Straßen auf Fahrradtauglichkeit prüfen
Ein größeres Aufkommen an Radfahren könne im Straßennetz, dass primär für Autos ausgelegt ist, aber auch zu Problemen führen. „Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen und zeitnahe in Angriff nehmen.“ So sehen Dörfel und Manhal einen Radverkehrscheck für neue Straßenprojekte als wichtig an. „Das heißt im Klartext, dass bei neuen Straßen in Zukunft überprüft werden soll, ob sie für den Radverkehr geeignet sind. Dazu gehört aber mehr als ein Fahrradstreifen, sondern auch dementsprechende Verkehrsregelungen, um die Sicherheit aller Teilnehmer zu gewährleisten“, fordert Dörfel. Besonders in den Städten brauche es eine Gesamtlösung. „Mit einer Offensive für Alltagsradler – vor allem im innerstädtischen Bereich – schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe: Wir schützen die Umwelt und tragen zur Gesundheit sowie Sicherheit der Menschen bei“, gilt der Dank der beiden auch der Oö. Radlobby für das Engagement.
Steinkellner präsentierte „Radverkehrs-Check“
Genau einen solchen „Radverkehrs-Check“ präsentierte Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner am Mittwoch.
Der neue Check, der sich derzeit in der Testphase befindet, soll bei allen geplanten Bauprojekten und verkehrsorganisatorischen Maßnahmen des Infrastrukturressorts angewendet werden. So soll unter anderem gewährleistet werden, dass der Radverkehr bereits zu Planungsbeginn berücksichtigt wird. Die Details auf www.tips.at/n/531543


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14.04.2021 17:36
Radwege
Eine ausgezeichnete Idee, bei allen verkehrsseitigen Infrastruktur-Projekten auch das Thema "Fortbewegung mit dem Rad" einzubeziehen. Gleichzeitig: a) Dabei ist es essentiell notwendig, dass auch die Übergänge von der Straße zum Radweg (wie auch zum Fußgängerweg) betrachtet wird - z. B. bei Straßenübergängen für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. Häufig sind da - verursacht durch Randsteine - kantige Hürden oder sehr steile Schrägen, wodurch ein fließendes, sanftes Hinauffahren behindert wird, der Reifen einen (mehr oder weniger leichten) "Schlag" bekommt. Besonders auch für Kinder kann so eine Hürde - selbst, wenn sie nur 2 cm hoch ist - ein echtes Überwindungsproblem werden, wodurch das wieder-Hinauffahren auf den Fahrradweg zeitlich verzögert wird. Allgemein sind derartige "Hürden" unangenehm oder bergen sogar ein Sturzrisiko, denn b) es gibt neben Fahrradfahrer:innen auch andere Menschen, für die "kantige" Übergänge zwischen Straße und Geh- bzw. Fahrradweg ein Problem darstellen können, als da sind: - Menschen im Rollstuhl - Menschen mit Rollator - im Geh"apparat" eingeschränkt bewegungsfähige Menschen. - Menschen mit großer Einschränkung der Sehfähigkeit/Blindheit Ganz besonders für behinderte Menschen - allen voran jene im Rollstuhl - können selbst die häufig vorzufindenden "kleinen Hürden" ein Problem für die Fortbewegung sein. Inklusion ist nicht nur ein Thema im Klassenzimmer, in Firmen, bei Behörden, sondern allgemein im Leben. Gerade die "öffentliche Hand" als Vertreterin und Mittelverwenderin im Auftrag der Bürger:innen/der Bevölkerung ist hier aufgerufen, aktiv auch an die vorgenannten Menschen zu denken. Da die Praxis bei vielen Behörden und Unternehmen ist, dass meist Menschen sich um Behinderten-Themen kümmern sollen, die selbst nicht-behindert sind, ist es heute an der Zeit, genau jene aktiv einzubinden, die lernen müssen oder mussten, im Alltag mit ihrer Behinderung zurande zu kommen. Immer wieder passiert es leider auch, dass jemand aufgrund eines tragischen Lebensereignisses (Unfall, Krankheit (z.B. Schlaganfall) oder mit Verlust von Gliedmaßen (z.B. Diabetes)) vom nicht-Behinderten zum Behinderten wird. "Der Grad der Entwicklung einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht." In diesem Sinn freue ich mich, wenn nicht nur ein "Radverkehrs-Check" erfolgt, sondern allgemein ein "Fortbewegungs-Check" erfolgt, bei dem alle - auch niedrige - Hindernisse zwischen Straße und sowohl Geh als auch Radweg künftig mit neuen Augen betrachtet und damit tatsächlich barrierefrei errichtet werden. PS: Wesentliche Expertin für die Auswahl einer neuen Telefonanlage ist die Telefonistin, die täglich damit arbeitet. Experte für die Fortbewegung im Rollstuhl sind Rollstuhl-Fahrer:innen. Im Behinderten-Bundesverband bzw. unter deren Mitgliedern gibt es exzellente Menschen mit ausgezeichneten intellektuellen als auch menschlichen Kompetenzen, die für eine derartige - optimalerweise sogar österreichweit umgesetzte - Neubetrachtung sicherlich gerne als Fachberater:in gebucht werden können. PPS: Bitte um Nachsicht, wenn dieser Beitrag auch an anderer Stelle nahezu oder zur Gänze gleichlautend zu finden ist, doch ich meine, dass wir im 3. Jahrtausend unserer Zeitrechnung auch die genannten Aspekte berücksichtigen dürfen. Sie verteuern nichts, erleichtern jedoch heute schon das Leben von vielen Menschen - und vielleicht ja als Folge eines Schicksalsschlages sogar unser eigenes oder eines geliebten Menschen; spätestens dann hätten wir eine andere Sicht auf die angesprochenen Punkte.