Luger zur MAN-Strategie: „Starke Reaktion der Bundesregierung gefordert"
LINZ/STEYR/WIEN. Dass sich der MAN-Konzern von ersten Beschäftigten in Steyr trennt, statt weitere Gespräche mit interessierten Investoren zu führen, zeugt für Bürgermeister Klaus Luger von „einem machtorientierten Menschenbild, in dessen Zentrum keine Lösungsorientierung zu erkennen ist.“ Luger fordert die Bundesregierung auf, den Druck für Verhandlungen zu erhöhen.

Aufschlussreich findet Bürgermeister Klaus Luger das Verhalten von MAN, wie sich dieser Konzern von den ersten Beschäftigten in Steyr trennt, statt weitere Gespräche mit interessierten Investoren zu führen. Dies zeuge von einem machtorientierten Menschenbild, in dessen Zentrum keine Lösungsorientierung zu erkennen sei. Auch über die Tatenlosigkeit der Bundesregierung ist das Linzer Stadtoberhaupt enttäuscht:
„Mehr Engagement täte der gesamten Region gut“
„Mehr Engagement täte der gesamten Region gut, die ängstliche Stimmung erfasst den gesamten Zentralraum, der das industrielle Rückgrat Österreichs ist. Und das in einer Zeit, in der auch die Bundespolitik Optimismus und Glauben an die Zukunft vermitteln sollte“, sagt Klaus Luger.
Ruf nach starker Gegenreaktion
Erneut fordert er, dass es eine starke Gegenreaktion geben müsse, wenn ein Konzern ohne wirtschaftliche Notwendigkeit dermaßen kompromisslos agiere. Denn immerhin war es seit dem Jahre 1970 die Strategie des MAN-Konzerns, vom Nutzfahrzeugbedarf der öffentlichen Hand in Österreich – vom Bund über Länder und Kommunen bis hin zu öffentlichen Verkehrsunternehmen – zu profitieren. „Darum hat man sich als österreichischer Produzent inszeniert. Wenn das nun nicht mehr gilt, muss das Konsequenzen nach sich ziehen“, meint Klaus Luger.
Verstaatlichungs-Debatte „fehl am Platz“
Erfreut zeigt sich der Linzer Bürgermeister, dass sein Anfang der Woche gemachter Vorschlag in Sachen MAN immer mehr Anhänger findet: „Auch der erfolgreiche Industrielle Hannes Androsch ist der Überzeugung, dass alleine durch das öffentliche Beschaffungswesen und den Bedarf an Nutzfahrzeugen ausreichend Motivation für den Erhalt der Fahrzeugproduktion in Steyr erzeugt werden kann“, zitiert das Linzer Stadtoberhaupt.
Eine Verstaatlichungs-Debatte findet Luger daher fehl am Platz, da es neben dem Investor Wolf mindestens zwei weitere private und potente Interessenten mit zukunftsfähigen Konzepten für den MAN-Standort in Steyr gibt.


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