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„Geistesblitze zu übersehen, können wir uns nicht leisten“

Jürgen Affenzeller, 29.04.2021 16:27

LINZ. Vollautomatisiert, selbstheilend und selbstschützend – so wird Software in Zukunft betrieben werden. Mit dieser Vision gründen Dynatrace und die Johannes Kepler Universität (JKU) ein gemeinsames Co-Innovation Forschungslabor am Linz Institute of Technology (LIT).

V.li.: Andreas Hametner, Leiter des Co-Innovation Labs von Dynatrace; Veronika Leibetseder, Director R&D Labs Operations bei Dynatrace; Alois Reitbauer, Chief Technology Strategist bei Dynatrace; Christopher Lindinger, Vizerektor der Johannes Kepler Universität Linz; Rick Rabiser, Leiter Cyber-Physical Systems Lab am Linz Institute of Technology (LIT). (Foto: Ines Thomsen)
photo_library V.li.: Andreas Hametner, Leiter des Co-Innovation Labs von Dynatrace; Veronika Leibetseder, Director R&D Labs Operations bei Dynatrace; Alois Reitbauer, Chief Technology Strategist bei Dynatrace; Christopher Lindinger, Vizerektor der Johannes Kepler Universität Linz; Rick Rabiser, Leiter Cyber-Physical Systems Lab am Linz Institute of Technology (LIT). (Foto: Ines Thomsen)

Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wird die anwendungsorientierte Grundlagenforschung im Bereich Software Intelligence vorantreiben. Österreich wird damit zum Hotspot für Digitalisierungsforschung. Lässt man die rasante Entwicklung von Dynatrace Revue passieren – 2005 Gründung in Linz, 2019 Börsengang in New York, rund 2.800 MitarbeiterInnen, 545 Mio. Dollar Jahresumsatz – übersieht man allzu leicht, worauf dieser Erfolg basiert: Akribische Entwicklungsarbeit, um die Position als Weltmarktführer auszubauen.

Dynatrace hält über 207 Patente

Über 207 Patente hält Dynatrace. Damit diese Dynamik auch in den nächsten Jahren gesichert bleibt, hat das Unternehmen vor einem Jahr mit Dynatrace Research eine eigene – vom operativen Geschäft getrennte – Forschungseinheit gegründet. Jetzt forciert deren Leiter Alois Reitbauer den Austausch mit der akademischen Forschung. Das Co-Innovation Lab am LIT versteht sich als Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft und agiert als Radarsystem für Geistesblitze. Vertieft wird die Kooperation durch universitäre Lehrtätigkeiten von Dynatrace-Experten und zwei Post-Doc-Stellen.

Erfahrener Labor-Leiter

„Wir haben ein Team von rund 1.000 Entwicklern, die dafür sorgen, dass unser Produkt das beste am Markt ist und diesen Vorsprung kontinuierlich ausbaut“, erklärt Alois Reitbauer. Weil sich die Innovationszyklen in der IT rasant verkürzt haben, müsse man neue Wege beschreiten, um sich nicht nur kurzfristig einen technologischen Vorsprung sichern zu können. Darum sucht Dynatrace nunmehr engen persönlichen Kontakt zur akademischen Elite, die gänzlich ohne ökonomische Zwänge und Termindruck Forschungsprojekte verfolgt. „Wir können es uns nicht leisten, Geistesblitze zu übersehen, die möglicherweise einen Innovationsschub oder gar eine Disruption auslösen“, sagt _LIT-Leiter Alois Reitbauer.

Für den Job des Labor-Leiters an der JKU hat er deshalb einen Digitalisierungsexperten mit Campus-Erfahrung gesucht – und mit Andreas Hametner gefunden. Der gebürtige Mühlviertler aus Naarn im Machlande hat das Diplomstudium Informatik an der JKU abgeschlossen und kehrt nun an seine frühere Ausbildungsstätte zurück.

„LIT ist ein idealer Ort der Begegnung“

Begegnungsqualität ist für JKU-Vizerektor Christopher Lindinger eine zentrale Aufgabe des Co-Innovation Labs. „Das Co-Innovation Lab ist ein exzellentes Role Model für Forschungskooperationen zwischen Universitäten und Unternehmen wie Dynatrace. Als Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft verkörpert das LIT Open Innovation Center der JKU einen idealen Ort für diese Begegnung, die wesentliche Impulse für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts setzt. Die Forschungsexzellenz der JKU im Bereich von IT-Security, Industrie 4.0, Artificial Intelligence oder Big Data stellt eine große Bereicherung für anwendungsorientierte Produktentwicklung dar“, so JKU Vizerektor Christopher Lindinger.

Dafür sei das Co-Innovation Lab am LIT der perfekte Ort, betont Veronika Leibetseder, Director R&D Labs Operations bei Dynatrace. „Unser Lab am Campus ist als Open Space gestaltet, der Offenheit und Transparenz signalisiert.“ Das ermögliche es Studentinnen und Studenten, dort jederzeit einen Platz zum Arbeiten und Experten zu finden, mit denen sie sich austauschen können. „Wir wollen zeigen, wer wir sind und welche Kultur uns prägt. Deshalb fungiert das Lab als eine Art Dynatrace-Botschaft am Campus.“

Sieben Personen zu Beginn im Team

Im neu errichteten und 2019 bezogenen Engineering Headquarter in Linz schlägt das technologische Herz des Weltmarktführers bei Software Intelligence. „Die Grundlagenforschung an der JKU ist für uns eine Art Radarsystem für kommende Entwicklungen.“, betont Aöpos Reitbauer. Die von ihm geleitete, 7-köpfige Abteilung Dynatrace Research wird dafür am JKU Campus Quartier beziehen und soll binnen eines Jahres zu mehr als doppelter Mannschaftstärke anwachsen.


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