Zahl der Krankenstände in Oberösterreich gesunken, aber Dauer gestiegen

Hits: 115
 (Foto: Kate Kultsevych/Shutterstock.com)
(Foto: Kate Kultsevych/Shutterstock.com)
Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 18.07.2021 14:05 Uhr

OÖ. Die Zahl der Krankenstände ist 2020 in Oberösterreich gesunken. Bei der Dauer gab es jedoch einen Anstieg – von durchschnittlich 8,7 Tagen (2019) auf 10,1 Tage. Mehr als vier von zehn Personen waren vergangenes Jahr keinen einzigen Tag im Krankenstand. Das liege auch daran, dass immer mehr Menschen krank zur Arbeit gehen. „Wer krank ist, ist krank und muss sich auskurieren. Darum wäre ein Kündigungsschutz im Krankenstand so wichtig“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Bei manchen Krankheiten stieg die durchschnittliche Krankenstandsdauer deutlich an – etwa bei Krebs von 41,6 Tagen (2019) auf 51,9 Tage (2020). Auch bei den psychischen Krankenständen zeigt sich dieses Bild. Die Dauer stieg von 32 Tagen (2019) auf 36 Tage (2020). „Das liegt daran, dass sich depressive Symptome während Corona verfünffacht haben. Angstzustände und Schlafstörungen sind für viele Arbeitnehmer zum ständigen Begleiter geworden. Die Zahlen der Österreichischen Gesundheitskasse zeigen, dass rund zehn Prozent aller Krankenstandstage auf psychische Probleme und Verhaltensstörungen zurückzuführen sind“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Zahl der Krankenstände ging zurück

Dass die Krankenstandfälle insgesamt zurück gingen, sei auf die Lockdowns, weniger Sozialkontakte und erhöhte Hygienevorschriften zurückzuführen. Deshalb entfiel die Grippewelle und es kam zu viel weniger Erkrankungen aufgrund ansteckender Infekte. Eine weitere Ursache sei, dass etliche Beschäftigte nicht in Krankenstand gingen, weil sie sich in Kurzarbeit oder Home-Office befanden und keine Krankmeldung machten. Dafür dauerten viele Krankenstände deutlich länger. Die Gründe dafür liegen laut einer im Februar 2021 veröffentlichten Studie der Gesundheit Österreich GmbH darin, dass Krankenanstalten wegen der Corona-Pandemie ihren Betrieb auf das Wesentliche reduzierten und zu einem Großteil keine neuen Termine für Behandlungen bzw. Untersuchungen vereinbarten.  

Auch die Angst, sich beim Arzt oder im Krankenhaus mit dem Virus anzustecken, führte zu einer verringerten Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen. Die Folge: Krankheiten wurden erst später erkannt. „Die Pandemie war in jeder Hinsicht eine sehr herausfordernde Zeit, aus der gelernt werden muss. Dass die Versorgung anderer Krankheitsbilder derartig an Aufmerksamkeit verloren hat, darf nicht wieder passieren“, so Kalliauer.

Krank in die Arbeit

Gleichzeitig stieg in allen Branchen die Zahl jener Personen, die krank zur Arbeit gegangen sind, an. Laut Arbeitsklima Index der AK gaben im Jahr 2019 39 Prozent der Oberösterreicher an, zumindest einmal krank gearbeitet zu haben, im ersten Quartal 2021 traf das schon auf 53 Prozent zu. Arbeitnehmer im Home-Office haben eine etwas höhere Tendenz zu Präsentismus als jene Personen, die am üblichen Arbeitsort gearbeitet haben. „Die Arbeit im Home-Office darf nicht als Ersatz für einen Krankenstand gesehen werden“, stellt Kalliauer klar.

Kommentar verfassen



Junge Linzerin führte luxuriöses Doppelleben - Haft

LINZ. Die Linzer Polizei konnte eine mutmaßliche Betrügerin überführen - die 21-jährige Linzerin soll sich als Eventmanagerin ausgegeben haben, bestellte laut Polizei Luxusprodukte, mietete Luxusimmobilien ...

LASK: Punkteteilung bei Austria Klagenfurt

LINZ. Das Bundesligaspiel zwischen Austria Klagenfurt und dem LASK endet mit einem 1:1-Unentschieden.

Bereits 22.000 Wahlkarten in Linz ausgegeben

LINZ. Am 26. September entscheidet die Linzer Bevölkerung über die Zusammensetzung des Gemeinderates und Landtages sowie über das Bürgermeisteramt. Das neue Angebot der Freiluft-Wahlboxen, das bis ...

Vizebürgermeister Markus Hein mit Corona-Virus infiziert

LINZ. Am Sonntagnachmittag erfuhr der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein das Ergebnis eines positiven Corona-PC-Tests. Der FPÖ-Politiker muss somit das Wahlkampffinale aus der Quarantäne bestreiten. ...

Der Höhenrausch geht ins Finale: Noch bis 17. Oktober Kunst hoch über Linz genießen

LINZ. Wer noch nicht oben war, sollte die Chance jetzt noch ergreifen: Bis 17. Oktober läuft der beliebte Höhenrausch beim OÖ Kulturquartier mit Blick über Linz noch – überhaupt das letzte Mal.

Zehn Maskierte attackierten Fußballfans in einem Pub

LINZ. Rund zehn maskierte Personen stürmten Samstagabend in ein Lokal in der Linzer Pestalozzistraße. Sie liefen gezielt zu einem Tisch mit Fans eines Linzer Fußballvereines ...

„forum presents“ zeigt Arbeiten der Künstlerin Andrea Lüth

LINZ. Die neunte Ausstellung von „forum presents“ des Alumnivereins forum - Kunstuniversität Linz zeigt neue Arbeiten der Künstlerin Andrea Lüth, die unter anderem im Rahmen des forum Stipendiums ...

Wahlen 2021: Das muss bei der Briefwahl beachtet werden

LINZ. Am 26. September wählt Oberösterreich seine Vertreter auf Landesebene. Zudem wählen die Linzer ihren Gemeinderat und Bürgermeister. All jene die an diesem Sonntag nicht in ein Wahllokal gehen ...