Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ/OÖ. Die Ergebnisse einer Eltern-Umfrage der Arbeiterkammer Oberösterreich mit über 1.300 Teilnehmern brachte vor allem Defizite bei vollzeittauglichen Kinderbetreuungsplätzen und bedarfsgerechten Öffnungszeiten zur Sprache.

Die AK Oberösterreich befragte Eltern von Kindern zwischen zwei und fünf Jahren per Online-Fragebogen. (Foto: Billion Photos/Shutterstock)

Die AK Oberösterreich befragte Eltern von Kindern zwischen zwei und fünf Jahren per Online-Fragebogen. Das Ergebnis bestätigt bereits bekannte Defizite: Insbesondere der Mangel an vollzeittauglichen Kinderbetreuungsplätzen und bedarfsgerechten Öffnungszeiten machen es schwer, Beruf und Familie zu vereinbaren. Zudem belasten die finanziellen Nachmittagsbeiträge die Eltern schwer.

„Einrichtungen müssen ganztägig geöffnet und gratis sein“

„Die Botschaft ist ganz klar: Kinderbetreuungseinrichtungen müssen ganztägig geöffnet und gratis sein. Zudem ist deren nachhaltige, finanzielle Absicherung ebenso nötig wie eine verpflichtende und professionelle Bedarfserhebung“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer.

Frauenanteil bei Umfrage beträgt 86 Prozent

Exakt 1.368 Personen haben den Online-Fragebogen der AK ausgefüllt, der Frauenanteil betrug 86 Prozent. Neben umfangreichem Zahlenmaterial ergab die Auswertung auch 161 Seiten persönlicher Wünsche und Verbesserungsvorschläge, die einen guten Einblick in die aktuellen Probleme berufstätiger Eltern – allen voran von Alleinerzieher – geben. 

Oberösterreich im Bundesländervergleich an letzter Stelle

Dass es mit der Kinderbetreuungssituation nicht zum Besten steht, lässt schon ein Blick in die Kindertagesheimstatistik 2020/21 erahnen. Laut dieser nehmen nur 4,6 Prozent der Unter-Dreijährigen (Ö-Schnitt: 17,7 Prozent) und 23,1 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen (Ö-Schnitt: 48,0 Prozent) einen vollzeittauglichen Betreuungsplatz in Anspruch. Damit liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich in beiden Altersgruppen an letzter Stelle.

Bei den Drei- bis Sechsjährigen hat sich das Angebot gegenüber den Vergleichszeitraum des Vorjahres sogar noch einmal verschlechtert (minus 0,8 Prozentpunkte).  

„Da nützt es auch nichts, dass alleine 2019/20 rund 25 Millionen Euro als Anschubfinanzierung seitens des Bundes – bei entsprechender Kofinanzierung durch das Land Oberösterreich – für den Ausbau vollzeittauglicher Kindergartenplätze und zusätzlicher Betreuungsplätze für die Unter-Dreijährigen zur Verfügung standen. Es reicht nicht, nur zusätzliche Plätze zu schaffen, wenn der größte Teil nur bis zur Mittagszeit zur Verfügung steht. Manche Frauen müssen aufgrund mangelnder Betreuungsangebote sogar auf Jobangebote verzichten“, so Kalliauer.

Eltern wollen bedarfsgerechte Betreuungsangebote

Daher steht auch ganz oben am Wunschzettel der Befragungsteilnehmer ein zuverlässiges Betreuungsangebot. Für 90 Prozent ist es „sehr wichtig“, für neun Prozent „eher wichtig“. 83 Prozent bezeichnen bedarfsgerechte Öffnungszeiten als „sehr wichtig“, 15 Prozent als „eher wichtig“. Für 97 Prozent ist ein Rechtsanspruch berufstätiger Eltern auf einen qualitätsvollen Kinderbetreuungsplatz „sehr“ bzw. „eher wichtig“. Bezüglich der Wünsche an die politischen Entscheidungsträger/-innen in Sachen Kinderbetreuung lassen sich übrigens keine regionalen Unterschiede ausmachen.

Forderungen der AK

Für die AK ist klar: „Es muss für jedes Kind einen Betreuungsplatz geben, wenn ihn die Eltern brauchen“, so AK-Präsident Kalliauer. Er fordert daher unter anderem die Abschaffung der Elternbeiträge, professionelle Bedarfserhebungen in allen Gemeinden, den rascheren Ausbau an vollzeittauglichen Plätzen in den Betreuungseinrichtungen sowie mehr Service bei der Platzvergabe.

Neos orten „miserable Betreuungsquote“

„Ein echter Neustart für die beste Bildung in Oberösterreich und eine Chancengerechtigkeit von Eltern am Arbeitsmarkt - vor allem für Frauen - gibt es nur, wenn auch die Politik bei der Kinderbetreuung die notwendigen  Rahmenbedingungen bereitstellt“, sagt Neos-Landessprecher und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl, Felix Eypeltauer, nach der Pressekonferenz der Arbeiterkammer.

Der Neos-Landessprecher macht auch auf eines der grundlegenden Folgeprobleme durch die mangelnde Unterstützung im Bereich der Kinderbetreuung aufmerksam. Gerade  das Industriebundesland Oberösterreich bräuchte ein flexibles und qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot: „Gibt es nicht entsprechende Infrastruktur mit vielen Kinderbetreuungsplätzen, hat das wesentliche Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit, auch hier wieder speziell von Frauen. Die miserable Betreuungsquote bei den 0- bis 2-jährigen Kindern in Oberösterreich verschärft die Situation noch zusätzlich. Wir Neos fordern daher die Wiedereinführung der Gratis-Nachmittagsbetreuung. Ziel muss der Rechtsanspruch auf einen hochqualitativen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag. Nur dadurch können sich Eltern, wenn sie flexibler arbeiten oder vollerwerbstätig sein wollen, auf eine bestmögliche Versorgung ihrer Kinder verlassen, unabhängig vom Wohnort.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden