Aus für Urfahraner Herbstmarkt: Stadt Linz untersagt Großveranstaltungen ohne fix zugewiesene Sitzplätze

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Auf dem Jahrmarkt wären täglich bis zu 12.000 Besucher ohne fixe Sitzplatzordnung zu erwarten, davon finden viele Zusammenkünfte indoor, etwa in den Festzelten, statt. (Foto: volker weihbold)
Auf dem Jahrmarkt wären täglich bis zu 12.000 Besucher ohne fixe Sitzplatzordnung zu erwarten, davon finden viele Zusammenkünfte indoor, etwa in den Festzelten, statt. (Foto: volker weihbold)
Jürgen Affenzeller Jürgen Affenzeller, Tips Redaktion, 13.09.2021 14:03 Uhr

LINZ. Vorerst vier Wochen lang wird die Stadt Linz keine Großveranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze genehmigen. Der am Montag präsentierten Regelung fällt somit der Urfahraner Herbstmarkt von 2. bis 10. Oktober zum Opfer.

Laut den Daten aus dem stadteigenen Verwaltungssystem EMIL sind mit Stand heute 751 Personen aktuell positiv auf Covid-19 getestet. Linz verzeichnet zurzeit eine 7-Tages-Inzidenz von 250. Im bundesweiten Vergleich liegt Oberösterreich bei einer Inzidenz von 195 an zweiter Stelle.

„Ich habe immer den Begriff verwendet, wonach wir auf Sicht fahren. Ich habe mich eher als Ermöglicher als ein Verhinderer des gesellschaftlichen Lebens gesehen. Aber wir wollen nicht zusätzliche Risikofaktoren eingehen, unsere Betriebe und das Schulsystem gefährden“, erklärt Bürgermeister und Bezirkshauptmann Klaus Luger die Beweggründe für eine solche Maßnahme. „Wenn dann noch dazu die 2G-Regel oder gar die 1G-Regel zur Anwendung kämen, weiß ich von vielen Schaustellern, dass sie unsicher sind, ob sich der Aufbau überhaupt noch rechnen würde“, schließt Luger.

„Die Stadt St. Pölten hat schon im Juli eine derartige Verordnung unterlassen“, ergänzt die Linzer Magistratsdirektorin Ulrike Huemer. Auf dem Jahrmarkt wären täglich bis zu 12.000 Besucher ohne fixe Sitzplatzordnung zu erwarten, davon finden viele Zusammenkünfte indoor, etwa in den Festzelten, statt. 

Baier: „Schmerzhafte Entscheidung“

Vizebürgermeister Marktreferent Bernhard Baier: „Wir haben ein umfassendes Covid-Präventionskonzept ausgearbeitet, die Finanzierungen dafür auch vergangene Woche im Stadtsenat beschlossen. Aber wir wollten von Beginn an die Entscheidung so spät wie möglich treffen, ob eine Abhaltung möglich ist oder nicht, vor dem Hintergrund der epidemiologischen Entwicklungen.„

Auch wenn es für Baier „schmerzhaft“ ist, den Markt nun abzusagen, ist es für ihn positiv, dass es nun konkrete Regelungen für Großveranstaltung gibt. Auch die Vertreter der Marktbeschicker wurden bereits in Form einer Videokonferenz darüber informiert. „Sie haben dafür Verständnis geäußert, auch wenn natürlich jeder gerne eine Abhaltung gesehen hätte“, so Baier. 

Somit wird auch mit dem Aufbau des Urfahraner Herbstmarktes, der ab heute geplant gewesen wäre, nicht begonnen.

FP-Hein von Absage des Urfahrmarktes enttäuscht 

Der freiheitliche Vizebürgermeister Markus Hein kritisiert die Absage des Urfahranermarktes: „Bei der Klangwolke am vergangenen Wochenende, mit 40.000 Besuchern und ohne zugewiesene Sitzplätze, war die epidemiologische Lage offenbar noch kein Problem. Auch der Landeshauptmann ließ sich erst am Samstag am Rieder Volksfest im Festzelt feiern. Bürgermeister Luger und Vizebürgermeister Baier hätten bis vor kurzem nicht davor zurückgeschreckt, mit Stigmatisierung und anderen fragwürdigen Dingen das traditionelle Linzer Volksfest durchzuführen. Nach der mittlerweile vierten Absage des Urfahranermarktes sollten endlich Konzepte angedacht werden, um eine Durchführung sicherzustellen. So wäre es beispielsweise sinnvoll, den Herbstmarkt nach vorne in die Sommermonate anstatt wie dieses Jahr nach hinten zu verschieben. In den Sommermonaten ist ja bekanntlich die Infektionslage entspannter und die Linzer müssten nicht noch länger auf ihren traditionellen Urfahranermarkt verzichten“, so Hein abschließend.

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