„Linzer Gesundheitspolitik braucht Vorsorge-Projekte und die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung“
LINZ. Erfreut zeigt sich die Klubobfrau der Linzer Volkspartei, Elisabeth Manhal, über die aktuell von Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) getätigte Ankündigung, Vorsorgeprojekte im Gesundheitsbereich auszubauen.

„Gesundheitsförderung und die Stärkung der Gesundheitskompetenz müssen auch in der Linzer Gesundheitspolitik eine zentrale Rolle einnehmen. Vorsorge und das Wissen um die eigene Gesundheit gewinnen einen immer höheren Stellenwert. Denn Prävention ist immer besser als Heilung“, betont Manhal.
ÖVP-Antrag für Kinder-Bewegungsschwerpunkt
Wie ernst es mit der Ankündigung gemeint ist, wird sich in der nächsten Gemeinderatssitzung zeigen, in der die Linzer Volkspartei einen Antrag einbringen wird, der darauf abzielt, einen Bewegungsschwerpunkt für Kinder auszuarbeiten und umzusetzen. Laut einer aktuellen Studie der Universität Graz ist bereits jedes vierte Kind in Österreich übergewichtig. Die Einschränkungen durch Corona haben das Angebot für sportliche Betätigung merklich reduziert und das Problem verschärft.
„Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir mehr Kinder und Jugendliche für Bewegung begeistern und so einen Beitrag zu deren Gesundheit und besserer Lebensqualität leisten“, so Manhal. „So könnte etwa in Linzer Kinderbetreuungseinrichtungen gemeinsam mit Sportvereinen ein zusätzliches Sport- und Bewegungsangebot geschaffen werden, genauso wie niederschwellige Bewegungsangebote für Familien. Gleichzeitig erwarten wir vom Gesundheitsreferenten einen verstärkten Einsatz bei der Österreichischen Gesundheitskasse für die Sicherstellung der niedergelassenen ärztlichen Versorgung in der Landeshauptstadt. Insbesondere im kinderärztlichen Bereich gibt es hier akuten Handlungsbedarf.“
Viele offene Stellen
Gesundheitsstadtrat Dr. Michael Raml fordert von der ÖGK: „Linz braucht unbedingt mehr niedergelassene Haus- und Fachärzte. Nur so können die überforderten und überfüllten Spitalsambulanzen entlastet und die Gesundheitsversorgung der Linzer weiter gesichert werden. Es mangelt sowohl an der Besetzung offener Stellen, als auch an zusätzlichen Kassastellen und deren Attraktivierung, etwa durch leistungsgerechtere Honorarsysteme und organisatorische Unterstützung.“
Mehr Vorsorgeprojekte
Erst kürzlich wurden die Schul-Gesundheitstage auf Antrag des Gesundheitsstadtrates um einen Aspekt zur psychischen Gesundheit erweitert werden. „Gerade im Hinblick auf die durch die Corona-Pandemie verursachten Leiden bei Kindern und Jugendlichen will ich auch im nächsten Jahr Vorsorgeprojekte weiter ausbauen. Dieses Bewusstsein soll bereits in jungen Jahren vermittelt werden. Es ist mir daher ein großes Anliegen, die Kinder- und Jugendgesundheitstage, die in Linzer Volks- und Mittelschulen stattfinden, weiterhin breit anzubieten. Im kommenden Jahr werde ich einen noch stärkeren Fokus darauflegen. Die finanziellen Mittel für einen Ausbau konnte ich im städtischen Budget bereits sichern“, freut sich Raml.
Raml: Hausärztemangel bekämpfen
Ein aktueller Bericht des Landesrechnungshofs bestätigt nur das, was zahlreiche Linzer schon oft am eigenen Leibe erlebt haben: Die Spitalsambulanzen sind regelmäßig gefühlt hoffnungslos überlastet. Der Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml schlägt Alarm und fordert die ÖGK zum Handeln auf: „Linz braucht endlich mehr Haus- und Fachärzte. Es mangelt sowohl an der Besetzung offener Stellen, als auch an weiteren Kassenstellen und deren Attraktivierung, etwa durch leistungsgerechtere Honorarsysteme und organisatorische Unterstützung bei der Gründung und beim Betrieb einer Ordination.“
Viele Linzer suchen verzweifelt nach Haus- und Fachärzten
Regelmäßig wenden sich verzweifelte Linzer an den Gesundheitsstadtrat, die vergeblich einen Arzt suchen und dann in der Spitalsambulanz landen. „Der voranschreitende Ärztemangel in unserer Stadt treibt die Menschen regelrecht in die Spitalsambulanzen. Das führt zu immer längeren Wartezeiten und zur Überlastung. Nur wenn das Angebot an niedergelassenen Medizinern wieder steigt und die Menschen in die nahegelegene Ordination gehen können, anstatt die Ambulanz aufsuchen zu müssen, wird sich die Situation verbessern“, stellt Raml klar.
„Um die Landeshauptstadt für niedergelassene Mediziner zu attraktiveren und auch etwa die nach wie vor massiv stattfindende Abwanderung ins Ausland von Absolventen eines österreichischen Medizinstudiums zu verhindern, brauchen wir nachhaltige Maßnahmen und Lösungen“, so Raml, der beispielhaft anführt: „Die Österreichische Gesundheitskasse sollte etwa ein Unterstützungsservice für Ordinationsgründungen anbieten. Motivierte Mediziner sollen dadurch Hilfestellungen beim Aufbau einer eigenen Ordination und allen dazugehörigen Belangen wie etwa der Administration u.ä. erhalten. Dazu soll für Ärzte ein leistungsbezogeneres Honorarmodell angeboten werden, um weitere Anreize zu schaffen, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.“
Primärversorgungseinheiten als Mittel gegen Ärztemangel
Raml setzt sich daher seit Langem für die Forcierung von Primärversorgungseinheiten ein. „Erst kürzlich konnte ein dahingehender großer Erfolg erzielt werden: Mit Beginn des Jahres 2022 wird in der ´Grüne Mitte´ ein neues Primärversorgungszentrum eröffnet und den Linzern zur Verfügung stehen. Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung“, so Raml abschließend.


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