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Stadt Linz reduziert Effektbeleuchtung aufgrund drohender Energieknappheit (Update: 29. Juli)

Anna Fessler, 28.07.2022 14:46

LINZ. Die Stadt Linz reagiert auf die derzeit in Europa drohende Energieknappheit. Als erste Maßnahme wird die Beleuchtungsdauer der so genannten Effektbeleuchtung an Brücken, Bauwerken, Kirchen oder Bäumen in Parkanlagen reduziert. Insgesamt betrifft das derzeit 31 Bauwerke wie beispielsweise das Alte Rathaus und die Neue Eisenbahnbrücke.

Das Alte Rathaus bei Nacht in Linz (Foto: Volker Weihbold)
Das Alte Rathaus bei Nacht in Linz (Foto: Volker Weihbold)

Beibehalten soll eine Aktivierung der Beleuchtung mit Einsetzen der Dämmerung werden. Jedoch erfolgt künftig ausnahmslos eine Abschaltung um 23 Uhr. Und es soll entgegen der bisherigen Handhabe auch keine Aktivierung in den Morgenstunden –bisher von fünf bis acht Uhr früh – mehr erfolgen. Für Bürgermeister Klaus Luger und dem für öffentliche Beleuchtung zuständigen Vizebürgermeister Mag. Martin Hajart ein aktuell wichtiges Zeichen der öffentlichen Hand, um Energie zu sparen.

Ein Zeichen setzen

„Die Beleuchtung markanter Bauwerke hat grundsätzlich einen wichtigen touristischen Effekt für die Stadt Linz. Und wer möchte schon zu späterer Stunde durch eine völlig dunkle Stadt gehen. Die aktuelle Situation macht es jedoch notwendig, dass auch wir seitens der Stadt Linz reagieren und ein wichtiges Zeichen zum Energiesparen setzen. Es ist auch die gesamte Bevölkerung aufgerufen, auf einen sparsamen Energieverbrauch zu achten. Als Stadt Linz gehen wir mit gutem Beispiel voran“, betont Vizebürgermeister Hajart.

Notfallpläne für den Ernstfall konzipieren

Bürgermeister Klaus Luger beauftragte zudem die Geschäftsführungen der städtischen Unternehmen zusätzliche Einsparpotenziale zu lukrieren. Dazu zählen Fragen der Beheizung und das gesamte Beleuchtungssystem. „Als Holding-Chef und Eigentümervertreter ist es mir wichtig, nachhaltig und krisenkonform, Maßnahmen zu setzen. Auch der städtische Krisenstab ist bereits angewiesen, eventuelle Notfallpläne für den Ernstfall zu konzipieren. Die Reduktion der Außenbeleuchtung wird nun, entsprechend der technischen Gegebenheiten, schrittweise umgesetzt werden“, so Luger.

Sicherheit hat dennoch Vorrang

Vizebürgermeister Hajart hat zudem den Auftrag an die zuständige Abteilung im Magistrat Linz erteilt, bereits jetzt zu überprüfen, welche Maßnahmen im Bereich der Straßen- und Parkbeleuchtung im Krisenfall getroffen werden könnten beziehungsweise müssten.

„Die Sicherheit – sowohl im Verkehr als auch hinsichtlich der Kriminalitätsprävention – hat absoluten Vorrang. Wir wollen aber für den Krisenfall – der hoffentlich nie eintritt – vorbereitet sein. Geprüft werden soll, an welchen Stellen es Sinn macht, weiter Strom einzusparen, um für eine etwaige Notsituation gerüstet zu sein. Vorsicht ist besser als Nachsicht“, sind sich Luger und Hajart einig.

Die Gemeinderätin der Grünen Linz, Rossitza Ekova-Stoyanova begrüßt die Maßnahme: „Ich freue mich über diese Initiative und bedanke mich, dass die Stadt hier nun aktiv wird“.

Sicherheitsstadtrat fordert Smarte Beleuchtung

Sicherheitsstadtrat Michael Raml äußert dennoch Bedenken in Bezug auf die Sicherheit und spricht sich für smarte bzw. situative Beleuchtung mittels Bewegungssensoren aus: „Beispiele aus der Praxis zeigen, dass durch diese Maßnahmen, in Kombination einer flächendeckenden Umstellung auf LED-Beleuchtung, ein Einsparpotential von 80 Prozent der zur Beleuchtung aufgewendeten Energie erreicht werden könnte“, so Raml.


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