Neues Dynatrace-Gebäude: nur noch 7 statt 17 Stockwerke geplant

Jürgen Affenzeller Tips Redaktion Jürgen Affenzeller, 07.09.2022 08:39 Uhr

LINZ. Monatelang herrschte Funkstille um das neue Firmengebäude von Dynatrace nahe der A7. Nun wurde bekannt, das am 20. September ein umgeplantes Projekt dem Linzer Gestaltungsbeirat vorgelegt wird:  Das 17-stöckige Hochhaus wird demnach auf sieben Stockwerke reduziert, auch die Parkgarage weist nur noch vier statt der ursprünglich geplanten sieben Geschoße auf.

Wo das Hochhaus geplant war, kommt in den neuesten Plänen die Parkgarage hin, dafür wird das neue Haus in derselben Höhe an das bestehende Gebäude angebaut. Am 20. September wird das aktualisierte Vorhaben dem Linzer Gestaltungsbeirat vorgelegt.

„Wir haben in langen, intensiven Diskussionen eine Lösung gefunden, bei der wir guter Dinge sind. Der Platz an sich ist ideal, das hat uns auch die städtebauliche Kommission bestätigt. Auch für die Stadt Linz ist es wichtig, dem Vorzeigeunternehmen Dynatrace eine Weiterentwicklung zu ermöglichen“, betont Gestaltungsstadtrat Dietmar Prammer (SPÖ) zu Tips.

Straße wird aufgelassen

Nicht nur die Gebäudehöhe sorgte bei diesem Vorhaben für Gesprächsstoff, auch in der Dichte und der Verfügbarkeit von Nachbarsgrundstücken gab es Probleme. „Schließlich wurde beschlossen, bei der Straße am 25er-Turm den Durchzugsverkehr zu stoppen und diese Straße aufzulassen und dem Dynatrace-Grundstück zuzuschlagen. So hat man den Platz, um die geplante Campus-Lösung zu ermöglichen und in die Breite, nicht in die Höhe zu entwickeln. 

Ende 2025 soll das Gebäude fertiggestellt sein und rund 1.500 Arbeitsplätze bieten. „Es gibt für die Stadt und für Dynatrace durch die Zeitverzögerungen und Umplanungen noch einiges an Arbeit zu erledigen, die Verfahren laufen“, ergänzt Dietmar Prammer.

Brisantes Thema im gesamten Gebiet dürfte aber auch der Verkehr bleiben.

Martin Hajart: „Ausbau von Dynatrace nur mit Ausbau der sanften Mobilität“

„Der Ausbau von Dynatrace ist für Linz ein sehr positives Zeichen, speziell in so herausfordernden Zeiten wie diesen“, sagt Vizebürgermeister Martin Hajart zu den bekannt gewordenen Plänen für die Erweiterung der Firmenzentrale. Wobei Hajart betont: „Ich habe stets – auch in meinen Gesprächen mit der Bürgerinitiative – zwei Voraussetzungen betont, die für mich bedeutend sind. Erstens eine Verträglichkeit der Höhe. Zweitens tatsächliche Schritte um die sanfte Mobilität im Linzer Osten zu stärken. Denn das Hafenviertel befindet sich bereits jetzt verkehrsmäßig am Limit, weshalb es eine Verlagerung auf Öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad dringend braucht. Ansonsten geht es einfach nicht mehr.“ Der Gemeinderat müsse für die nötigen Öffi- Verbindungen die Finanzierungsbeschlüsse fassen, damit die Linz-Linien tätig werden können.

Konkret gemeint sind damit die beiden O-Bus-Linien 47 und 48, die von Urfahr über die neue Eisenbahnbrücke in den Osten fahren sollen. Und die Bus-Linien 13 und 14 dienen insbesondere einer Erschließung des Linzer Südens mit dem Osten der Stadt.

Zeljko Malesevic: „Licht und Schatten rund um das Dynatrace-Projekt“

Erfreut zeigt sich der freiheitliche Gemeinderat und Obmann der FP-Ortsgruppe Franckviertel/Kaplanhof/Hafen Zeljko Malesevic über die Entscheidung, kein überdimensioniertes Dynatrace-Hochhaus im Hafenviertel zu bauen: „Das vorgeschlagene 7-stöckige Gebäude hört sich bereits viel vernünftiger an als das Vorgängerprojekt. So wie die Anrainer werden aber auch wir im Dunkeln betreffend weiterer Details gelassen“, so Malesevic. Die Freiheitlichen fordern eine bessere Einbindung der Bevölkerung und Parteien in die Projektentwicklung sowie ein entsprechendes Verkehrskonzept.

Die FPÖ Linz war stets in Kontakt mit der Bürgerinitiative „Nachbarschaft 25er Turm“ und sprach sich klar gegen das geplante 17-stöckige Hochhaus aus.

Lorenz Potocnik: „Projekt gehört sofort auf den Tisch des Gestaltungsbeirates“

LinzPlus-Gemeinderat Lorenz Potocnik betont in seiner Reaktion: „Seit acht Monaten herrscht Funkstille. Wie bei einem Geheimprojekt wurde jede Info unterdrückt. Auch die Ergebnisse der städtebaulichen Kommission wurden unter Verschluss gehalten. Jetzt plötzlich sind sich alle einig. Und die mehreren hundert betroffene Anrainer? Das Projekt gehört sofort auf den Tisch des Gestaltungsbeirats und den Nachbarinnen präsentiert.“

Bürgerinitiative wünscht sich Einsicht in die Neuplanung

Christina Butterling von der Initiative „Nachbarschaft 25er Turm“ begrüßt grundsätzlich die Neuplanung: „Es ist gut, dass das Hochhaus jetzt so nicht kommt.“ Dennoch tauchen neue Fragen bei den Anrainern auf: „Wenn eine öffentliche, viel befahrene Straße an einen Privaten übergeben wird, fehlt noch die Lösung, wie etwa die Petzoldstraße vernünftig in die Hafenstraße eingebunden wird.“

Der Wunsch der Bürgerinitiative: „Wir wünschen uns, noch vor dem Gestaltungsbeirat näher informiert zu werden und Einsicht in die Planungen zu erhalten.“

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