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Bauprojekt Stockhofstraße: Bürgerinitiative und Linzer Grüne üben Kritik (Update 19.04)

Anna Fessler, 18.04.2023 16:08

LINZ. In der Stockhofstraße soll statt der BP-Tankstelle ein siebengeschoßiges Wohngebäude mit Tiefgarage entstehen. Gegen das Projekt formierte sich eine Bürgerinitiative, die nun in einer rund 20-seitigen Stellungnahme Kritik an den Plänen übt. Auch die Linzer Grünen sehen das Projekt äußerst kritisch.

Anstelle der BP-Tankstelle soll in der Stockhofstraße ein siebengeschoßiges Gebäude entstehen. Gegen das Vorhaben hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, auch die Linzer Grünen üben Kritik. (Foto: Grüne Linz)

Die BP-Tankstelle in der Linzer Stockhofstraße wurde von der GSA Wohnbauträger gekauft, die dort ein Gebäude mit sieben Geschoßen plant. Der Gestaltungsbeirat stand dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber, entschieden jedoch für einen Überarbeitung und eine Vorlage bei der Planungsvisite. Für das Projekt ist auch eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich, ein entsprechendes Verfahren dazu läuft derzeit.

Zahlreiche Einwände gegen das Vorhaben

Die Einwände der Bürgerinitiative sind zahlreich: die Stadt Linz orientiere sich an den Wünschen der Investoren, nicht jenen der Bevölkerung. Zudem sieht sie den derzeitigen Baumbestand bedroht und befürchtet eine Zunahme des Verkehrs aufgrund der mehrgeschoßigen Tiefgarage und dem geplanten Nutzungsmix aus Einkaufen, Arbeiten und Wohnen. Zudem wird kritisiert, dass unter dem damaligen Vizebürgermeister Markus Hein noch ein öffentlicher Park auf der einen Hälfte des Areals im Gespräch war.

„Fläche zu klein für einen Park und einen eingeschoßigen Bau“

Planungsstadtrat Dietmar Prammer hält zunächst fest, dass zuletzt kein Park geplant gewesen sei, sondern eine eingeschoßige Verbauung. Die Stadt hätte entschieden, „dass die Fläche zu klein für einen Park und auch zu klein für einen eingeschoßigen Bau“ sei. Hinzu komme der hohe Grünanteil in der Umgebung, womit er sich auf den nahegelegenen Bauernbergpark bezieht. Die Einwände der Anrainer würden im Zuge des Verfahrens jedenfalls geprüft werden. Die Bearbeitung der zahlreichen Punkte werde wohl noch Monate dauern, so Prammer. Sollte die Prüfung ergeben, dass die Einwände berechtigt sind, müsste der Bebauungsplan überarbeitet werden.

Bürgerinitiative: Letzte Konsequenz wären rechtliche Maßnahmen

Die Bürgerinitiative hat 400 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt und eine 20-seitige Stellungnahme mit zahlreichen Kritikpunkten an die Bau- und Bezirksverwaltung der Stadt Linz übermittelt. Sollte die Änderung des Bebauungsplans in ihrer derzeitigen Form vom Linzer Gemeinderat angenommen werden, wolle man sich als letzte Konsequenz rechtliche Schritte vorbehalten, sagt Pia Wildfellner, die Sprecherin der Bürgerinitiative. Die entscheidende Frage im Hinblick auf das Projekt sei „Für wen wird da gebaut?“. Der Unmut in der Bevölkerung werde mit jedem Bauvorhaben zugunsten von Investoren größer.

Kritik von den Linzer Grünen

Auch die Linzer Grünen sehen das Vorhaben äußert kritisch. Die Erhöhung der Geschoßanzahl auf sechs plus ein zurückgesetztes Dachgeschoß sei vor allem ein Wertzuwachs für den Investor, „während es für die Linzerinnen und Linzer keinerlei Mehrwert bringt“, sagt Markus Rabengruber, Planungssprecher der Grünen Linz. Die unterirdische Verdichtung mit drei Tiefgaragenebenen zeuge zudem von einem Festhalten an einer veralteten Mobilitätsform.

Baumbestand wird laut Sachverständigem in Mitleidenschaft gezogen

Klimastadträtin Eva Schobesberger sagt auf Nachfrage zu den Befürchtungen der Initiative „Lebenswertes Stockhofviertel“: „Laut einer ersten negativen Stellungnahme des städtischen Baumsachverständigen ist es ausgeschlossen, dass der Baumbestand die Umsetzung des Projektes unbeschadet übersteht. Es ist inakzeptabel, dass man eine Bebauung zulässt, die einen wertvollen alten Baumbestand auf öffentlichem Gut ruiniert. Gleichzeitig ist es nicht nachvollziehbar, warum hier auf den ursprünglich angedachten Park verzichtet und stattdessen noch stärker versiegelt wird. So ein Handeln ist in Zeiten der Klimakrise extrem kurzsichtig“, meint Schobesberger.  


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Antworten
Wolfgang A.
Wolfgang A.
19.04.2023 19:44

Luger Investorenknecht

Wann hat Luger zuletzt die Interessen der Linzer statt die der Investoren vertreten??? Kann sich da noch jemand erinnern? Und dann will sich die SP als Partei der Menschen präsentieren????!!!!


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