Pflegeheim-Betreiber "Elfenland" insolvent: Stadt Linz sichert betroffenen Senioren Unterstützung zu
LINZ. Der Verein für Betreuung und Pflege „Elfenland“, der in der Friedrichstraße in Linz-Urfahr ein Heim für betreubares Wohnen betreibt, ist insolvent. Am 29. Jänner wurde ein Konkursverfahren am Landesgericht Linz eröffnet.

Der Kreditschutzverband von 1870 bestätigt gegenüber Tips Medienberichte, laut denen eine Schließung des Heimes geplant sei, so steht es zumindest im eingebrachten Insolvenzantrag. Passiva von 547.900 Euro stehen laut Informationen des schuldnerischen Vereins Aktiva von 85.800 Euro gegenüber. Betroffen sind 25 Dienstnehmer.
Die Hintergründe der Insolvenz
Als Ursache für die Insolvenz werden massive Verluste und hohe Personalkosten in den vergangenen Jahren angeführt. Das Linzer Magistrat hatte aufgrund fehlender baulicher Maßnahmen 20 Zimmer behördlich gesperrt, weshalb der Betrieb des Pflegeheimes nicht mehr kostendeckend gewesen sei. Zudem habe sich die Aufnahme eines weiteren Geschäftszweiges zerschlagen, geplant wären Schulungen und Ausbildungen für Pflegekräfte gewesen.
Schließung noch nicht fix (Update um 13:41)
Wie die OÖN berichten, sind 30 Heimbewohner von der Insolvenz betroffen, wie es für sie weitergeht ist vorerst unklar – das Linzer Magistrat hatte den Heimbetrieb zuletzt wegen brandschutztechnischer Mängel untersagt. Als Masseverwalter bestellt wurde Rechtsanwalt Wilhelm Deutschmann, der Tips gegenüber klarstellt: „Es gibt einen Bescheid der Behörde, der noch nicht rechtskräftig und mit Auflagen verbunden ist.“ Soll heißen: wenn in Abstimmung mit dem Liegenschaftseigentümer die Mängel beseitigt werden können, könnte das Heim am Standort von einem anderen Betreiber weitergeführt werden – oder wie Deutschmann es formuliert: „Die Tür ist nicht zugeschlagen“. Es gäbe noch Fragen zu klären, aber keiner der Heimbewohner müsse Angst haben, auf der Straße zu stehen. Derzeit sei die Betreuung sichergestellt.
Stadt Linz sichert Unterstützung für pflegebedürftige Senioren zu
Selbst wenn die Insolvenz von „Elfenland“ die Schließung des Heimes zur Folge hätte, müssen die Senioren nicht um ihr Zuhause zittern. Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SP) war auf Tips-Nachfrage über die Medienberichte überrascht. Die Informationen hätten bei ihr ein „Déjà-vu“ hervorgerufen, sie fühle sich an die Schließung des privaten Pflegeheimes „Kursana“ im Jahr 2018 erinnert. Man habe jedoch damals bereits bewiesen, dass die Stadt Linz in solch einer Situation rasch und unbürokratisch helfe, so die Sozialreferentin. „Gerade für ältere Menschen ist eine neuerliche Übersiedelung sehr herausfordernd. Allerdings liegen uns als Stadt Linz aktuell noch zu wenige Informationen vor, um die Situation genau beurteilen zu können. Wir werden das weitere Geschehen daher genau beobachten und Lösungen für die Bewohner*innen suchen, soweit dies notwendig wird“, erklärt Hörzing.


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