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LINZ. In der gestrigen Stadtsenatssitzung wurde ein Update zum derzeitigen Projektstand des „Masterplans“ für das Univiertel gegeben. Uneinigkeit bei den Stadtparteien herrscht dabei immer noch über die künftige Umwidmung und Bebauung.

In der Stadtsenat-Sitzung wurde übe die Zukunft des Univiertels diskutiert. (Foto: Volker Weihbold)
In der Stadtsenat-Sitzung wurde übe die Zukunft des Univiertels diskutiert. (Foto: Volker Weihbold)

Das Areal rund um die Johannes Kepler Universität habe aus städtebaulicher Sicht eindeutig Entwicklungspotenzial, so Mobilitätsreferent Martin Hajart, der in diesem Sinne darauf pocht, auch eine entsprechende Mobilitätsplanung mitzudenken. Seine konkrete Forderung: Die Straßenbahn im Uni-Viertel zu verlängern.

In einem Masterplan, konkret „Dynamischer Masterplan Linz Nord Ost“ genannt, sollen vonseiten der Stadt Linz die Ziele für die nächsten Jahre umrissen werden. Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP gab es für den Masterplan im Stadtsenat im vorigen Jahr eine Mehrheit - allerdings von Seiten der ÖVP mit einer klaren Bedingung: Vizebürgermeister Hajart forderte eine umfassenden Einbindung in die Projektplanung.

Hajart will Straßenbahn verlängern

In der gestrigen Sitzung des Stadtsenates vom 14. März wurde über den Projektzwischenstand berichtet. „Den Masterplan an sich sehe ich durchaus positiv. Aber was es dringend braucht, ist, dass jetzt strategische Mobilitätsüberlegungen mitgedacht werden sollten“, so Hajart, der in der Digital-Uni eine Jahrhundert-Chance sieht, wenn eine optimale Verkehrsanbindung gegeben ist. Dafür schlägt er eine Verlängerung der Straßenbahn zum neuen Uni-Standort vor - vom jetzigen Haltestellen-Endpunkt über den Aubrunnerweg und abschließend eine gemeinsame Haltestelle von Straßenbahn und Stadtbahn inklusive Umkehrschleife.

Vorteile sieht Hajart hier in der Verbindung und erleichterten Umsteigmöglichkeit zwischen Straßenbahn und Regionalstadtbahn und die verbesserte Einbindung der Stadtteile Auhof-Dornach und St. Magdalena an die Universität und die Regionalstadtbahn.

Die Kosten dafür würden sich auf 10 Millionen Euro belaufen. Eine Kostenaufteilung durch Bund, Stadt Linz, Land OÖ und BIG sieht der Linzer Mobilitätsreferent hierfür vor. „Vor allem vonseiten des Bundes gibt es bereits positive Signale. Dort sieht man den Vorteil einer besseren Anbindung der Universitätsstandorte des Bundes“, so Hajart.

Verbauung des Grüngürtels mit Folgen für das Klima

Klimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) kritisiert jenen Aspekt des „Masterplans“, welcher eine Umwidmung von Flächen im Ausmaß von rund 100.000 m2 in neues Bauland vorsieht. Sie verweist auf die Bedeutung des Grüngürtels auf die klimatologische Situation für den Stadtteil - greife man hier ein, komme es zwangsweise zu einer Verschlechterung des Klimas, da die Kühlung und Durchlüftung beeinträchtigt werden.Die Digitaluni werde zum Anlass genommen, um insgesamt Verbauungen im großen Stil, auch für Betriebsansiedelungen einzuleiten.

„Es war zwar die Rede davon, dass die Projektentwicklung transparent ablaufe, wesentliche Fakten wurden bei der Präsentation im Stadtsenat aber großzügig außen vor gelassen und schön gezeichnete Bilder präsentiert, die das tatsächliche Ausmaß des Vorhabens verschleiern. Das ist den Linzer:innen gegenüber nicht fair. Wir brauchen hier eine ehrliche Debatte auf Basis von Fakten“, so Klimastadträtin Eva Schobesberger.

Freiheitliche sehen ungeklärte Fragen

Auch für den freiheitliche Fraktionsobmann Wolfgang Grabmayr sind viele Details und Fragen noch ungeklärt. Als problematisch würden sich die potenziellen Umwidmungen des Grünlands in Bauland erweisen. „Die Verbauung von Baulandreserven sehen wir unproblematisch, weil diese Flächen bereits seit langem dafür vorgesehen waren. Einer großflächigen Umwidmung des Grünlands ins Bauland erteilen wir aber eine klare Absage“, so Grabmayr.Das Univiertel solle mit Augenmaß und Gespür für die Anrainer entwickelt werden und die Wohnbevölkerung eingebunden werden, so die Freiheitlichen.


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