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Rekordzahl bei Auspendlern: Linzer Bürgermeister will zusätzliche Öffi-Angebote

Anna Fessler, 10.04.2024 17:58

LINZ. Noch nie in der Geschichte pendelten so viele Linzer zur Arbeit aus der Stadt aus wie heute. Bürgermeister Klaus Luger will daher eine Analyse ihrer Verkehrswege, um neue ÖV-Angebote zu erstellen. Erleichterung bringen werden aus seiner Sicht die Westringbrücke, die Stadtbahn und die O-Bus-Achse.

Und täglich grüßt der Stau: zu Stoßzeiten kommen die Ein- und Auspendler in Linz meist nur im Schneckentempo voran. Bürgermeister Klaus Luger will untersuchen lassen, welche Zusatz-Öffi-Angebote für die Auspendler sinnvoll wären. (Foto: Volker Weihbold)

Mehr als 109.000 Menschen pendeln laut Statistik Austria zur Arbeit in die Landeshauptstadt ein. Das bedeutet, dass 62 Prozent der in Linz arbeitenden Personen ihren Hauptwohnsitz in einem anderen Bezirk haben. Alleine aus fünf Gemeinden des Mühlviertels pendeln über die Hälfte der dort ansässigen Erwerbstätigen nach Linz ein – aus Puchenau, Lichtenberg, Steyregg, Engerwitzdorf und Altenberg.

Zahl der Auspendler erreicht Rekordwert

Im Vergleich dazu pendeln 33.300 Linzer zur Arbeit primär in die Zentralraum-Gemeinden aus – ein Rekordwert. Seit 1981 hat sich der Anteil an Auspendlern verdreifacht, von 9 auf 33 Prozent. Im Vergleich mit den anderen größeren Landeshauptstädten weist Linz die stärksten Pendelverflechtungen mit dem Umland auf. Die meisten Linzer pendeln nach Linz-Land (43 Prozent) aus, 13 Prozent nach Wels oder Wels-Land, etwa 12 Prozent arbeiten im Mühlviertel. Nach Wien pendeln 11 Prozent.

Bürgermeister: Brauchen zusätzliche überregionale Öffi-Angebote

Die Auspendler treffen zu Stoßzeiten auf die Einpendler - 36 Stunden pro Jahr verlieren die Autofahrer dadurch an Zeit (TomTom Traffic Index 2023). Zur stärksten Verkehrszeit kommt man im Schnitt mit nur 36 km/h voran. Bürgermeister Klaus Luger schlägt vor, die Verkehrswege der Auspendler zu untersuchen: „Derzeit liegt der Schwerpunkt der ÖV-Verbindungen morgens bei den Einpendelungen. Es bedarf zusätzlicher überregionaler Angebote von Linz in die Zentralraumgemeinden hinaus, um auch hier ein Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu attraktivieren.“

Westringbrücke, Stadtbahn und neue O-Bus-Achse sollen Erleichterung bringen

Trotz der enormen Pendlerströme ersticke Linz nicht im Verkehr, für die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes sei der kontinuierliche Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur aber von zentraler Bedeutung. Luger erhofft sich eine Entlastung durch die Verkehrsfreigabe der Westringbrücke im Herbst und der Regionalstadtbahn in Kombination mit der neuen Nord-Süd-O-Busachse. „Bleibt zu hoffen, dass der oftmals aufgeschobene vierspurige Ausbau der Westbahn endlich Realität wird.“, sagt Luger, die ÖBB rechnet bekanntlich für 2033 mit der Fertigstellung.

Die neue O-Bus-Linie 48 wird von Karlhof über die Westringbrücke und den Osten über den Bulgariplatz in die Neue Welt führen: „Die Busse sollen 2027 den Dienst aufnehmen, die Regionalstadtbahn fünf Jahre später“, nennt Luger die Eckpunkte.

Radlobby: ideale Distanzen für Verlagerung auf Radverkehr

Die Radlobby OÖ kritisiert, dass der Radverkehr dabei keine Rolle zu spielen scheint, auch was die direkten Linzer Nachbar- und Umlandgemeinden betrifft. „Ein großer Teil der Ein- und Auspendelgebiete liegt im Umkreis von 5 bis 10 Kilometer um Linz, was idealen Distanzen zur Verlagerung auf den Radverkehr entspricht. Das einzige was fehlt, sind lückenlose und sichere Radwegverbindungen in die Umlandgemeinden zu schaffen.“ so Gerhard Fischer, Vorsitzender der Radlobby OÖ.


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