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Masterplan und Grüngürtel: Kritik um fehlende Bürgerbeteiligung, Zeitpunkt der Fertigstellung ungewiss

Marlis Schlatte, 24.04.2024 12:27

LINZ. Rund um das Thema Grüngürtel und den „Masterplan“ für das Univiertel in Linz Nordost kommt immer wieder Kritik auf. Bewohner des Stadtteils werden nicht genug in die Planung eingebunden, heißt es von der Organisation „mehr demokratie!“, welche sich nun in einem Offenen Brief an Planungsstadtrat Dietmar Prammer richtet. Wann der Masterplan fertiggestellt wird, sei noch ungewiss. Gemeinderat Lorenz Potocnik fordert zudem die Offenlegung der Ergebnisse des Architekturwettbewerbs für die IT:U.

Pläne für das Univiertel: Auf der freien Wiese rechts neben der Autobahn, zwischen Science Park und Kleingartenanlage, soll die Digitaluni IT:U gebaut werden. (Foto: PTU Pertlwieser)
Pläne für das Univiertel: Auf der freien Wiese rechts neben der Autobahn, zwischen Science Park und Kleingartenanlage, soll die Digitaluni IT:U gebaut werden. (Foto: PTU Pertlwieser)

Ersten Details zufolge sollen im Rahmen des Masterplans für das Univiertel mehrere Hektar Grünland in Bauland umgewidmet werden, nicht nur für die neue Digitaluni sondern auch für „hochschulaffine Unternehmen“. Klimastadträtin Eva Schobesberger (Grüne) spricht von einer Fläche von 10 Hektar und kritisiert dieses Vorhaben aufgrund der klimatischen Folgen: Denn das Areal erfülle neben Naherholung auch die Funktion der Kühlung und Durchlüftung des gesamten Urfahraner Stadtteils. 

Mehr lesen: Masterplan für Linz Nordost soll im Frühsommer stehen, Grüne kritisieren geplante Umwidmung von mehreren Hektar Grünland in BaulandMehr lesen: Grüngürtel im Univiertel - Mehr als 250 Linzer tauschten sich bei Vernetzungstreffen aus

Am 17. April wurden die Bürger zur einer Ausstellungseröffnung an der JKU eingeladen, bei welcher der aktuelle Projektstand vorgestellt wurde. Statt einer gemütlichen Präsentation des Masterplans für das Linzer Univiertel, musste sich Stadtrat Dietmar Prammer jedoch vielen kritischen Stimmen stellen. Gefordert wurde vor allem die Einbindung der Bevölkerung in das Projekt, was von der Stadt Linz noch im November 2023 angekündigt wurde. Man wolle sich an an der Entwicklung des Innenstadtkonzepts und des Innovationshauptlatzes orientieren und die entsprechenden Player in die Gestaltung mit einbinden, hieß es damals in einer Presseaussendung.

Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung

Gestern, am 23. April, stellte die zivilgesellschaftliche Organisation „mehr demokratie!“ nun eine offizielle Anfrage an Planungsstadtrat Dietmar Prammer (SP), um das ursprüngliche Versprechen einzufordern. Denn bisher wären keine Maßnahmen zur Bürgerbeteiligung angekündigt worden, so die Organisation. Bei der Ausstellungseröffnung zum Masterplan für das Univiertel konnten zwar Fragen gestellt und auf Fragebögen kritische und positive Anmerkungen eingebracht werden. Inwieweit diese aber in die Planung einbezogen werden, sei für die Bürger unklar.

Im offenen Brief an Stadtrat Prammer heißt es: „Wie an diesem Abend mehrmals eingebracht wurde, ist es den Bürger*innen von Linz und insbesondere den Anrainer*innen des Stadtteils Dornach-Auhof ein sehr großes Anliegen in die Planung der Umgestaltung des Universitätsviertels mit einbezogen zu werden. [...“ Wir ersuchen Sie als 'mehr demokratie! Österreich' um Stellungnahme, welche Schritte Sie setzen werden, um den Anliegen der vielen Bürger*innen nachzukommen.“

Zeitpunkt der Fertigstellung wird geprüft

Auf Nachfrage von Tips versichert Stadtrat Prammer, die gesammelten Anmerkungen der Bevölkerung aktiv in die Planung und Entwicklung des Masterplans einfließen zu lassen. „Das Feedback der Bürger*innen wird sorgfältig erfasst und von unseren Fachexpert*innen gründlich ausgewertet und geprüft. Derzeit befinden wir uns noch in der Phase der Abstimmung und detaillierten Ausarbeitung“, erklärt Prammer.

Ob der Masterplan noch vor dem Sommer fertiggestellt werden könne, wie anfangs angekündigt, werde gerade geprüft, so Prammer: „Anschließend ist geplant, ihn zu präsentieren und dem Gemeinderat zur Genehmigung vorzulegen.“

Kritik an Architekturwettbewerb

Währenddessen weist Gemeinderat Lorenz Potocnik (Linzplus) daraufhin, dass die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs für die neue Digitaluni IT:U immer noch unter Verschluss gehalten werden, was „absolut unüblich“ sei. Er fordert die Offenlegung der Ergebnisse. Dies solle laut der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) am 2. Mai passieren, schreiben die OÖN.


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